Anwendung von Acryllack

Was darf es für welche Oberfläche sein?
oldtimer
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon oldtimer » Do 24. Mai 2018, 19:49

Zwackelmann hat geschrieben:Hi Volker,

mal ne blöde Frage:
Wie bringst du denn den Lack von der Dose auf dein Reststück auf? :roll:

LG Dirk



Suppenkelle, wird nicht jeden Tag in der Küche benötigt :lol:



Hallo Dirk,

ich nehme mit der Walze aus dem Gebinde eine Menge auf und lasse auf das Reststück abtropfen, so ähnlich wie flüssigen Honig mit einem Teelöffel aus einem Glas entnehmen. Ich wie nicht, wie ich es anschaulicher beschreiben soll.
Aus einem 2,5 l Gebinde zu schütten, birgt doch Risiken.

Gruß
Volker
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Zwackelmann
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon Zwackelmann » Do 24. Mai 2018, 20:17

Du wirst lachen, aber ne Suppenkelle habe ich hier in der Werkstatt.

Aber selbst das artet immer in einer riesen Sauerei aus. :oops:

oldtimer
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon oldtimer » Do 24. Mai 2018, 20:30

Hallo Dirk,

versuche es mal mit der Rolle. Ich habe auch schon große Löffel und Suppenkelle hinter mir.
Auch eine Holzleiste ca. 2x2 cm geht.
Es ist wie mit dem blöden Honig im Glas, überdosiert läuft er über den Brötchenrand.

Gruß
Volker
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Klaus
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon Klaus » Do 24. Mai 2018, 21:40

Hallo Dirk, Volker,

@Dirk: die Frage ging mir auch schon im Kopf rum - Danke, das Du gefragt hast :)

Es gibt doch diese Honigspender, wo man oben drauf drückt und unten kommt der Honig raus. Könnte bei grösseren Projekten vielleicht eine Alternative zur Suppenkelle sein?

Gruss, Klaus

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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon oldtimer » Do 24. Mai 2018, 22:06

Hallo,

ich setze im 2,5 l Gebinde die Walze so auf die Oberfläche, dass sie nur auf einem Streifen von etwa einem Zentimeter den Lack aufnimmt. Also kein tiefes Eintauchen der Walze. Bei kleineren Gebinden gehe ich mit der Spitze ein bis drei Zentimeter in den Lack. Das ist jetzt aber eine Vorgehensweise, die ich mir angewöhnt habe und mit der ich gut zurecht komme. Wahrscheinlich händelt jeder nach seinem Empfinden das anders, nutzen Farbwannen und Hilfsmittel.

@Klaus: Die Farbe in solch einen Spender zu bekommen ist dann wieder eine andere Aufgabe. Nachher sind dann Trichter, Spender, Suppenkelle, die zum Anmischen verwendete KitchenAid, der Fliesenspiegel,..., versaut.
Als Trichter rolle ich mir bei ähnlichen Aktionen immer ein Blatt Papier und stecke es in den Flaschenhals. Also füll die Farbe in eine Deiner leeren Luxuswhiskyflaschen, verschraube sie, steche einen Körner durch den Verschluß und Dein Spender ist fertig.


Gruß
Volker
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon Klaus » Fr 25. Mai 2018, 10:31

oldtimer hat geschrieben:Als Trichter rolle ich mir bei ähnlichen Aktionen immer ein Blatt Papier


Dafür hab ich ja die empfohlenen Lackfilter :)

oldtimer hat geschrieben:und stecke es in den Flaschenhals. Also füll die Farbe in eine Deiner leeren Luxuswhiskyflaschen, verschraube sie, steche einen Körner durch den Verschluß und Dein Spender ist fertig.


Da hätt ich jetzt auch selber drauf kommen können, vielen Dank für den Tipp. Muss ich heute abend doch glatt mal ein Testobjekt leertrinken :idea:

Das mit dem Eintauchen der Rolle hatte ich auch wesentlich brachialer vorgestellt, also ganze Rolle mal senkrecht rein und abtropfen lassen. Deine Methode ist da natürlich wesentlich eleganter.

Gruss, Klaus

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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon oldtimer » Fr 25. Mai 2018, 11:12

Klaus hat geschrieben:
oldtimer hat geschrieben:Als Trichter rolle ich mir bei ähnlichen Aktionen immer ein Blatt Papier


Dafür hab ich ja die empfohlenen Lackfilter :)

oldtimer hat geschrieben:und stecke es in den Flaschenhals. Also füll die Farbe in eine Deiner leeren Luxuswhiskyflaschen, verschraube sie, steche einen Körner durch den Verschluß und Dein Spender ist fertig.


Da hätt ich jetzt auch selber drauf kommen können, vielen Dank für den Tipp. Muss ich heute abend doch glatt mal ein Testobjekt leertrinken :idea:


Gruss, Klaus


Hallo Klaus,

dann während des Lackierens weiteres Testobjekt leer trinken, weil Du für Testobjekt 1 einen Verschluss ohne Loch benötigst. Nach getaner Arbeit Verschluss ohne Loch auf Testobjekt schrauben, Vorrichtung mit Löchern für die Flaschenhälse herstellen, gerne auch ein Bastelobjekt mit Zinken auf der Dekupiersäge, dann Testobjekt mit Flaschenhals nach unten dort hineinstecken. Warum? Davon mehr in der nächsten Folge. :)

Gruß
Volker
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon the_black_tie_diyer » Fr 25. Mai 2018, 11:27

Hallo Volker,

vielen Dank für die ausführliche Abhandlung zum Thema lackieren mit Acryllack!

Gibt es eigentlich eine "Faustformel" wie lange man einen solchen Lack, einmal angebrochen, lagern/weiterverwenden kann?

Bringt es tatsächlich etwas angebrochene Dosen auf den Kopf zu stellen (Luft-Ab/Ausschluss)?

Viele Grüße und besten Dank,
Oliver
Viele Grüße,
Oliver

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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon wozo3561 » Fr 25. Mai 2018, 11:37

the_black_tie_diyer hat geschrieben:Bringt es tatsächlich etwas angebrochene Dosen auf den Kopf zu stellen (Luft-Ab/Ausschluss)?


Das kann eigentlich nicht viel bringen, außer daß du die Hautbildung nach unten verlagerst (durch die Luft in der Dose, die dann auf der anderen Seite ist). Das müßte dann dazu führen, (wenn's lange genug steht), daß der Lack direkt unterm Deckel bleibt. Macht dann bestimmt keinen Spaß. Eher helfen würde es wohl, die Dose mit irgendeinem Inertgas zu füllen, bzw. ein Gas das schwerer als Luft ist (Argon, Acetylen) und so die Oxidation/Aushärtung der Oberfläche verhindert. Nur so ne Idee...
Gruß Wolfgang

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RudiHB
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Re: Anwendung von Acryllack

Beitragvon RudiHB » Fr 25. Mai 2018, 12:01

the_black_tie_diyer hat geschrieben:Hallo Volker,

vielen Dank für die ausführliche Abhandlung zum Thema lackieren mit Acryllack!

Gibt es eigentlich eine "Faustformel" wie lange man einen solchen Lack, einmal angebrochen, lagern/weiterverwenden kann?

Bringt es tatsächlich etwas angebrochene Dosen auf den Kopf zu stellen (Luft-Ab/Ausschluss)?

Viele Grüße und besten Dank,
Oliver


Hallo Oliver,

der "Umdrehtrick" bewirkt nur, dass die eingeschlossene Luft die Farbe dort erhärtet, wo sie einen nicht ärgert, wenn man das Gefäß nach dem Umdrehen wieder eröffnet (nämlich am Boden). Die eingeschlossene Luft macht die Farbe hart, ob nun oben oder unten eingeschlossen.

Ansonsten je nach Lagerung sollten geöffnete Gebinde je nach Füllstand in der Dose in einen kleineren Behälter umgefüllt werden (bei einem 2,5 Liter-Pott, der Dreiviertel leer lackiert wurde, ist nach knapp 14 Tage eine Haut auf der Oberfläche).

Bei Acryllack kann man vor dem längerfristigen Einlagern (länger als 4 Wochen, in der Regel schaue ich alle drei Monate auf die Reste, die langfristig verbleiben) destilliertes Wasser auf die Oberfläche geben (so, dass die Farbe mit knapp 2mm Wasser bedeckt ist) und dann den Deckel gut verschließen. Hat man eine Unwucht in den Deckel (oder den Rand der Dose) beim Öffnen gezaubert, so kann man das mit Klebeband um den Deckel kleben nach dem Verschließen beheben. Vor der Weiternutzung dann öffnen, aufrühren und gut ist.

Beim Einlagern von Alkydharzlack (auch Dickschichtlasur) das gleiche Spiel, hier benetze ich die Oberfläche mit Terpentin.

Zum Thema "Glas" als Abfüllobjekt: Farbe in ein Glas abzufüllen ist kein Problem. Allerdings sollte die Farbe dann in einer dunklen Umgebung aufbewahrt werden. Direkte Sonneneinstrahlung z.B. verringert (auch bei Markenprodukten) unter Umständen die Farbechtheit oder beschleunigt eine Trocknung im Glas. Eine Lagerung bei 14 bis 19 Grad ist ideal.

Mal von der Farbe abgesehen, ist das mit der Farbe gestrichene Objekt u.U. nach ein- bis eineinhalb Jahren gar nicht so ohne weiteres nachbesser- oder streichbar. Lackierte und lasierte Fläche kann man eh nicht punktuell ausbessern (ist extrem sichtbar, weil eine weitere Schicht aufgebracht wird) und eventuelle Farbunterschiede sind auch definitiv nicht auszuschließen. Bei Außenanwendung noch mehr als drinnen.

Im Innenbereich kommen die Faktoren "Heizungsnutzung", "Kamin", "Sonneneinstrahlung" und auch Farbqualitäten zum Tragen. Auch "Fogging" habe ich bei einem Freund schon beheben müssen (das hochwertige Laminat und die kunststoffbeschichteten Möbel konnten nicht mit den Bindemitteln der "hochwertigen" Wandfarbe).

Insgeheim sollte man beim Einkauf den Verbrauch relativ eintaxieren und nicht 8 Liter gemischte Wandfarbe oder 1,5 Liter Lack übrig haben. Ansonsten lässt sich für künftige Projekte aus Wandfarbe auch gut Grundierung für herstellen (auf 5 Liter Wandfarbe einen Liter lösemittelfreien Tiefgrund). Ohne Grundierung wird man die Tapete nicht mehr abbekommen.

Volker hat hier schon perfekt den Umgang mit Acryllack gezeigt. Ich finde das ebenfalls klasse, mir das anschauen zu können. Ob ich nun vom Fach bin, spielt dabei keine Rolle. Es führen viele Wege nach Rom und bei den extremen Variationsmöglichkeiten (welches Material mit welcher Grundierung und welchem Lack kombinierbar, regionale Anbieter, neue Farbentwicklungen usw.usf.) ist der Blick auf den gut gedeckten Tisch des Nachbarn in keiner Form ein Neidblick, sondern eher ein respektvolles "Jau" mit Daumen-hoch!
Ich hab schon ganz andere Sachen in den Sand gesetzt...
Viele Grüße Rudi


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