Schutzeinrichtungen an Kreissägen

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Sebastian
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Schutzeinrichtungen an Kreissägen

Beitragvon Sebastian » Do 2. Sep 2021, 11:49

In diesem Themenstrang möchte ich gerne auf die Schutzeinrichtungen an Kreissägen eingehen. Hier gibt es ja viele Möglichkeiten seine Finger zu schützen.
  1. Spaltkeil, verringert die Gefahr durch den Kickback
  2. Schutzhaube mit Absaugung, Dient u.A. dem unten halten des Werkstücks, hält Splitter zurück, Erfassungseinrichtung für Staub und Späne und, ganz wichtig, zeigt wo die Finger wegbleiben sollten!
  3. Hilfsmittel wie Fritz und Franz (auch als plus Version), Schiebestock, andere Führungshilfen für z.B. runde Werkstücke
  4. Durchtrittöffnung für das Sägeblatt, sollte maximal 3 mm an den Seiten und 8 mm vorne sein
  5. Motorbremse um den Nachlauf zu begrenzen
  6. Notausschalter
  7. ggf. Vorschubautomat

Darüber hinaus gibt es ja seit einigen Jahren die SawStop Technologie, die sich Festool eingekauft hat. Vom Arbeitsschutzgedanken eine sinnvolle Technologie. Leider sehe ich bei manchen YouTubern das diese dann meinen, die Säge z.B. auch ohne Schutzhaube oder gar ohne Schiebestock verwenden zu müssen. Für mich ist dies eine fatale Außenwirkung, denn die Maschine bleibt gefährlich und der SawStop ist ja nur als letzte Schutzlinie
bevor die Säge die Finger bearbeitet gedacht. Für diesen Einsatzzweck hat Altendorf nun auch eine Technologie zur Marktreife gebracht. Die nennen es HAND GUARD. Im Prinzip ist es eine Kamera mit Bilderkennung. Sobald die Hände zu schnell und zu nahe an das Sägeblatt kommen wird dieses weggeschwenkt und gestoppt. In diesem System wohl ohne das Blatt in einen Alublock zu rammen. Aus Arbeitsschutzsicht Interessant an dem System finde ich, das dieses Auslöst ohne das ein physischer Kontakt zwischen Körper und Sägeblatt notwendig ist.

Klar ist, dies ist erstmals was für den professionellen Bereich und das System ist auch für den deutschen Arbeitsschutzpreis nominiert.

Im Arbeitsschutzpreis gibt es noch eine weitere Nominierung, die für den Holzwerker interessant sein kann. Leider habe ich dazu bisher keine weitere Information gefunden, als in der Beschreibung auf der Seite des BMAS steht:

Tisch- und Formatkreissägen gehören zu den mit Abstand gefährlichsten Maschinen in der Holz- und Kunststoffverarbeitung. Gängige Schutzvorrichtungen können vor allem bei keilförmigen, runden oder zylindrischen Werkstücken nicht alle Gefahren verhindern. Der Stadtlohner Kunststoffverarbeiter POLY-SEL entwickelte deshalb eine Sicherungsvariante für entsprechende Werkstücke. Sie passt sich der Form des zu sägenden Bauteils an und fixiert es gleichmäßig, wodurch ein Ausbrechen verhindert wird.


Gerne könnt Ihr diesen Bereich ergänzen und ich freue mich auf eine angeregte Diskussion zum sicheren Umgang mit der Kreissäge.
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Re: Schutzeinrichtungen an Kreissägen

Beitragvon oldtimer » Do 2. Sep 2021, 13:02


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Sebastian
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Re: Schutzeinrichtungen an Kreissägen

Beitragvon Sebastian » Do 2. Sep 2021, 13:09

Ja, das Werk der BG HM ist sehr gut ausgearbeitet und man findet für fast jeden Anwendungsfall praxisbezogene Hilfestellungen.
Danke fürs verlinken.
live long and prosper


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