Bei der Durchsicht meiner Bildergalerie, ist mir dann doch ein kleines Projekt aufgefallen, zu dem ich mehrere Fotos habe. Das möchte ich euch in meiner ersten Vorstellung zeigen.
Meine Tochter wünschte sich eine tragbare Bücherkiste, um Bilderbücher fürs Enkelkind aus dem Kinderzimmer mit ins Wohnzimmer nehmen zu können. Eine ähnliche hatte sie sich schon bei Etsy, aus Sperrholz zusammengeschraubt, ausgesucht. Das Äußere war also schon in einem gewissen Rahmen vorgegeben. Sperrholz und Schrauben geht natürlich gar nicht, so dass ich mir eine Alternative in Massivholz überlegt habe. Als Material kamen neben Linde noch Reste aus Erle und Buche zum Einsatz.
Der erste Schritt war das Zurichten drei kleiner Brettchen für den Boden und die beiden Stirnseiten.
Mit einem Spaltmesser habe ich die Restbohle in zwei Teile gespalten
So war es dann schon mal wesentlich handlicher
Als nächstes dann, mit etwas Übermaß, abgelängt
Und die erste Seite abgerichtet. Für dieses kurze Länge kam statt einer Raubank nur ein Flachwinkelhobel Nr 62 1/2 zum Einsatz. Zum Verputzen dann noch ein Nr.4.
Danach die Längskanten mit Übermaß gesägt
Und die erste Kante abgerichtet
Zum Schluss auf Dicke zu Ende gehobelt. Um es mir etwas einfacher zu machen, benutze ich einen Anschlag am Hobel für einwandfreie 90° Kanten.
Danach dann noch zweimal aufgetrennt und natürlich wieder auf Dicke gehobelt.
Jetzt erst wurde auf das Endmaß gesägt und auf der Stoßlade feingetunt.
Auch die Seitenwände aus Erle wurden noch zugesägt und auf der Stoßlade auf Endmaß gehobelt. Das ganze Abrichten konnte ich mir hier aber sparen. Das waren Reststücke, die bereits formatiert waren.
Als nächstes bekam das Bodenbrett zwei durchgehende Nuten zur Aufnahme der Seitenbretter. Die beiden Stirnbretter jeweils abgesetzte Nuten. Die durchgehenden Nuten wurden mit einem Kombihobel hergestellt, die abgesetzten Nuten mit einem Grundhobel.
Ab hier habe ich leider keine Fotos mehr, nur noch vom Endprodukt. Aber ich versuche die letzten Arbeitsschritte zu beschreiben.
Stirn- und Bodenbretter bekamen noch eine Schwalbenschwanzzinkung, wobei die äußeren Schwalben und Zinken, wegen der Nuten, auf Gehrung geschnitten wurden. Eine Gehrung hat nicht ganz so gut geklappt, kann man am Endprodukt links erkennen.
Der Tragegriff, sowie die zwei Abschlussknöpfe, wurden aus Buche gedrechselt.
DIe Löcher hierfür in den Stirnwänden mit einer Bohrwinde gebohrt.
Verleimt wurde das ganze dann mit Hautleim. Die einzelnen Bretter wurden vorher in einer Heizdecke erwärmt.
Das Endergebnis bekam dann natürlich noch eine Oberfläche. Die lasierten Lindenbretter wurden mit der Aqualasur von Auro gestrichen, Erle Seitenwände und Buchegriff und Knöpfe lediglich geölt.
Ich hoffe es hat euch, trotz fehlender Bilder, etwas gefallen. Falls es noch Fragen gibt, fragt. Ich versuche sie möglichst zu beantworten.
Gruß Michael

