Hobeleisen selbst gemacht

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pumuckel
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Re: Hobeleisen selbst gemacht

Beitrag von pumuckel »

Holzduebel hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 05:53 Moin,

Ich könnte Dir einen Streifen Olivenholz abschneiden, es ist sehr hart und poliert bestimmt ein Hingucker.
IMG_20260407_212536.jpg
Olive musste du natürlich erst entfetten und dann mit D4 Leim oder 2k Kleber verleimen da es nachölt, da reicht kein normaler Weisleim.

Ich hab mir letzte Woche einen kleinen Abstecher (3x10mm HSS) gebaut, 2 Leisten mit je einer Nut die 1,5mm tief war gefräst. Erst die Klinge lose eingelegt und zusammen geleimt und nach dem trocknen gedrechselt. Die Teilung fällt kaum auf. Ich hab noch eine Messingzwinge gemacht und die Klinge dann mit 2k eingeklebt, hält Bombe.
Bei Olive würde die Zweiteilung natürlich auffallen aber zB bei Kirsch wie in meinem Fall würde es gehen.
Hallo Uli
Wunderschön! Ich liebe Olivenholz!!!
Mit das schönste Holz, dass man bekommen kann.

Gruß Michael
Claus P
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Re: Hobeleisen selbst gemacht

Beitrag von Claus P »

pumuckel hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 07:12 Hi Claus
Schöner Beitrag und tolles Ergebnis. Was mich aber die ganze Zeit beschäftigt, warum die unterschiedlichen Längen und vor allen, warum sind die so lang? War das zum Ausprobieren, um die optimale Grifflänge für dich zu finden, oder steckt da noch mehr dahinter?

Gruß Michael
Guten Morgen Michael,

die unterschiedlichen Längen haben keinen besonderen Grund. Ich habe einfach mit dem drechseln der Griffe angefangen, so wie ich gedacht habe, dass die Griffe gut in der Hand liegen könnten. Die Länge ergab sich aus der Länge vom jeweiligen Kantel. Vorbereitet habe ich keine direkt, sondern habe einfach das genommen, was ich bereits hatte. Ich hebe mir immer lange Leisten und schmale Streifen auf, weil ich schon so oft froh war, wenn ich so Kleinzeug nicht gleich weggeworfen habe. Da sind dann aus einem langen Teil 3 kurze oder eben 2 kurze Teile entstanden.

Mit den langen Kanteln habe ich begonnen, deswegen sind die ersten Griffe auch länger geworden.
Je mehr Griffe fertig geworden sind, desto mehr hat sich die kurze Form herauskristallisiert. Die liegen einfach besser in der Hand und so hab ich mich an das Endergebnis herangetastet. Die linken Griffe sind alle eher zum Schluss entstanden. Diese Form werde ich - sollte ich noch ein paar Griffe benötigen - beibehalten. Ach ja, ich möchte ja noch größere Klingen anfertigen. Die Rohlinge sind ja schon fertig. Da könnte ein größerer oder längerer Griff von Vorteil sein. Das möchte ich einfach ausprobieren.

Oft ergibt sich beim Drechseln auch die Form von selbst. Wenn von der Stirnseite her das Holz schon durch Trocknungsrisse rissig ist, habe ich die Risse einfach weggedrechselt und so ist der Griff kürzer geworden. Auch die Dicke hat sich so ergeben. Der Ahorngriff ist ja (bewußt) recht klobig geworden, weil das Kantel einfach einen größeren Querschnitt hatte und Material abnehmen kann man ja immer noch. Aber auch der dicke Griff liegt recht gut in der Hand.

Oft geht es mir so, dass ich eine Blitzidee habe und diese einfach ausprobiere. Teilweise überlege ich nicht und fange einfach an. Manchmal mach ich mir zu einem Projekt sehr viele Gedanken bevor ich loslege. Hier war eher erstes der Fall.
Das Muster habe ich gestern meinem Arbeitskollegen geschenkt. Er hat sich sehr darüber gefreut und ich mich mit ihm. Sowas gefällt mir, wenn ich mit so kleinen Dingen jemanden eine Freude machen kann und er die Arbeit zu schätzen weiß.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
Claus P
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Re: Hobeleisen selbst gemacht

Beitrag von Claus P »

Heute mal was neues zum Thema. Ich habe auf der Holzhandwerk in Nürnberg von Kirschen hilfreiche Werkzeuge gesehen.
102501jpg-854x480-80.jpeg
Quelle: https://shop.layer-grosshandel.de/_erwe ... gJfQPD_BwE
kirschen_3808000_1920x1920.jpeg
Quelle: https://www.v-toolstore.com/kirschen-ha ... gLCVPD_BwE#

Die Hobel benutzt man um Leimreste zu entfernen oder um Stoßkanten, die beim Verleimen entstehen können, zu beseitigen.

Nachdem ich mit meinen Hobeleisen gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich kurzer Hand entschlossen mir solche Hobel selbst zu bauen, aber besser:

1. Der Griff von Kirschen lag beim ausprobieren auf der Messe nicht so angenehm in der Hand, da das Griffende nicht verrundet ist. Also habe ich diesen mit der Kantenfräse verrundet
2. Meine Griffen haben einen Anschlag für das Hobelmesser, so kann es sich am Holz abstützen und die Kraft wird nicht alleine von den Schrauben übertragen.
3. Die Griffe von Kirschen sind nur mit zwei Spaxschrauben befestigt. Das hat mir gar nicht gefallen. Wenn man die Schneide nachschärfen will, muß man die Spaxschraube herausdrehen. Ich habe zwei Gewindeeinsätze gesetzt und in die Hobeleisen Senkungen gefertigt, so wie sich das gehört.
4. Für die Griffe habe ich Esche verwendet und keine Buche, obwohl ich Buche zu Hause habe.

Das ist das Ergebnis:
k-IMG_3187.JPG
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Die Hobel sind nicht für mich, so viele brauche ich nicht. Ich behalte nur zwei mit gerader Schneide und einen mit gekrümmter Schneide. Die anderen Hobel bekommen ein Arbeitskollege und ein anderer Bekannter, die schon ihren Bedarf angemeldet haben.
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Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
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Klaus
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Re: Hobeleisen selbst gemacht

Beitrag von Klaus »

Servus Claus,

schöne Teile mit sehr sinnvollen Verbesserungen - und dann gehst Du auch gleich noch in Serie :) Ist eine gute Idee und ich muss mal schauen, ob ich noch irgendwo ein altes Hobeleisen finde :) Wie hast Du denn die grossen Radien am Griff gemacht?
Gruss, Klaus
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Sebastian
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Re: Hobeleisen selbst gemacht

Beitrag von Sebastian »

Hallo Claus,
Du machst keine halben Sachen :lol:
Mit so schicker Maserung bekommt man die Hobel zudem sicher nicht zu kaufen.
Mit deinen Detailverbesserungen würde Kirschen allerdings den Preis deutlich höher ansetzen. Das traurige daran ist, dass das nur wenige dann bereit sind zu bezahlen.

VG
Sebastian
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Claus P
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Re: Hobeleisen selbst gemacht

Beitrag von Claus P »

Guten Morgen Sebastian,

da bin ich voll deiner Meinung. Man glaubt nicht, wie viel Arbeit in solchen Kleinigkeiten stecken. Alleine schon das Herstellen der Bohrungen und Senkungen in dem HSS- Stahl ist nicht zu unterschätzen.

Würde Kirschen den Aufwand betreiben wie ich, würde der Hobel mindestens die Hälfte mehr oder sogar doppelt so teuer werden. Das sind alles zusätzliche Arbeitsgänge, die berücksicht und kalkuliert werden müssen. Trotzdem, bei Werkzeug gehe ich keine Kompromisse ein. Ich liebe es, wenn Werkzeug gut in der Hand liegt und arbeite dann gerne damit. Noch dazu, wenn es selbst hergestellt ist.
Die Hobel kosten im Einzelhandel so zwischen 30 und 35 Euro. Die Marge ist sicherlich nicht besonders hoch.

Meine Arbeit bezahlt mir niemand - verlange ich auch nicht. Ich mach das, weil mir die Arbeit Spaß macht und ich anderen eine Freude bereiten kann. Ein gewisses Maß an Altruismus ist damit schon verbunden. Aber die Leute, für die ich die Hobel herstelle haben mir auch schon den einen oder anderen Gefallen getan und nie nach Geld gefragt. Von einem Benutzer brauch ich ein paar Reste an Mooreiche für meine Butterflys und dafür verlangt er auch nichts. Passt schon.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
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