Backenzahn als Hocker
Backenzahn als Hocker
Guten Morgen,
nachdem mein Schreibtisch endlich fertig ist, brauche ich noch ein passendes Möbel zum sitzen. Mir schwebt hier der Designklassiker E15 (Backenzahn aus Eiche) als Hocker vor. Ich werde nicht so oft auf dem Hocker sitzen. Mir geht es hauptsächlich darum, dass der Hocker sich unter dem Schreibtisch verstauen läßt. Die 875 Euro, die für den Hocker aufgerufen werden, sind schon happig. Noch dazu sind die Schnitte ja einfach herzustellen, wenn die Säge einmal eingestellt ist.
Quelle: https://www.e15.shop/p/backenzahn-tm-ei ... stelltisch
Die Balken habe ich von einem Bekannten gegen ein paar Rollkörner eingetauscht, die ich nicht mehr brauche. Zuerst mußte ich die Balken abrichten, damit sie rechtwinklig sind. Dann hab ich auf der Formatsäge die Seiten eingeschnitten und mit der Bandsäge den Überstand abgetrennt.
Danach mit der Dicke die Balken auf Maß gehobelt: 165x165, damit sie schön vollkantig sind. Leider ist der Splint recht wurmig. Das spielt aber keine Rolle, da die Beine ja verjüngt werden und der größte Teil wegfällt. Man sieht nur bei der Sitzfläche ein kleines Stück vom Splint.
Eigentlich hätte ich gerne den Splint komplett entfernt, aber dann wird der Querschnitt recht klein.
Die Höhe wird 480. Also 3cm höher, als das Original. Außerdem kommt dann später noch ein schönes flaches Kissen auf die Sitzfläche.
Die Mulde ist beim Original als Kugelkalotte ausgearbeitet. Das werde ich nicht machen. Sondern ich werde einen Pyramidenstumpf ansägen, der sich durch Schifterschnitte auf der Formatsäge ergibt. Das Probestück habe ich am Hirnholz schon mal ausprobiert: klappt prima, wenn man die Winkel richtig einstellt.
Die Balken sind auf Länge gesägt und geschliffen. Der eingewachsene Ast an der Stirnfläche sieht, ist leider faul. Spielt aber keine Rolle. Der fällt weg.
Mein Anreißmesser hab ich auch gleich ausprobiert und mich geärgert, warum ich nicht früher auf die Idee gekommen bin. Heiko Rech hat recht. Das Messer ist besser wie jeder Bleistift und man kann damit sehr präzise arbeiten.
nachdem mein Schreibtisch endlich fertig ist, brauche ich noch ein passendes Möbel zum sitzen. Mir schwebt hier der Designklassiker E15 (Backenzahn aus Eiche) als Hocker vor. Ich werde nicht so oft auf dem Hocker sitzen. Mir geht es hauptsächlich darum, dass der Hocker sich unter dem Schreibtisch verstauen läßt. Die 875 Euro, die für den Hocker aufgerufen werden, sind schon happig. Noch dazu sind die Schnitte ja einfach herzustellen, wenn die Säge einmal eingestellt ist.
Quelle: https://www.e15.shop/p/backenzahn-tm-ei ... stelltisch
Die Balken habe ich von einem Bekannten gegen ein paar Rollkörner eingetauscht, die ich nicht mehr brauche. Zuerst mußte ich die Balken abrichten, damit sie rechtwinklig sind. Dann hab ich auf der Formatsäge die Seiten eingeschnitten und mit der Bandsäge den Überstand abgetrennt.
Danach mit der Dicke die Balken auf Maß gehobelt: 165x165, damit sie schön vollkantig sind. Leider ist der Splint recht wurmig. Das spielt aber keine Rolle, da die Beine ja verjüngt werden und der größte Teil wegfällt. Man sieht nur bei der Sitzfläche ein kleines Stück vom Splint.
Eigentlich hätte ich gerne den Splint komplett entfernt, aber dann wird der Querschnitt recht klein.
Die Höhe wird 480. Also 3cm höher, als das Original. Außerdem kommt dann später noch ein schönes flaches Kissen auf die Sitzfläche.
Die Mulde ist beim Original als Kugelkalotte ausgearbeitet. Das werde ich nicht machen. Sondern ich werde einen Pyramidenstumpf ansägen, der sich durch Schifterschnitte auf der Formatsäge ergibt. Das Probestück habe ich am Hirnholz schon mal ausprobiert: klappt prima, wenn man die Winkel richtig einstellt.
Die Balken sind auf Länge gesägt und geschliffen. Der eingewachsene Ast an der Stirnfläche sieht, ist leider faul. Spielt aber keine Rolle. Der fällt weg.
Mein Anreißmesser hab ich auch gleich ausprobiert und mich geärgert, warum ich nicht früher auf die Idee gekommen bin. Heiko Rech hat recht. Das Messer ist besser wie jeder Bleistift und man kann damit sehr präzise arbeiten.
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Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Backenzahn als Hocker
Hallo Claus,
das sind wieder tolle Einblicke in Deine Werkstatt, allein schon diese beeindruckende Größe.
An der Entstehung des Hockers bin ich natürlich auch interessiert.
Das dort hängende Nachthemd lässt darauf schließen, dass Du gelegentlich in der Werkstatt übernachtet.
Schönen Sonntag
das sind wieder tolle Einblicke in Deine Werkstatt, allein schon diese beeindruckende Größe.
An der Entstehung des Hockers bin ich natürlich auch interessiert.
Das dort hängende Nachthemd lässt darauf schließen, dass Du gelegentlich in der Werkstatt übernachtet.
Schönen Sonntag
Re: Backenzahn als Hocker
Guten Morgen Volker,
Das ist kein Nachthemd. Ich verwende alte Bettwäsche (Spannbetttücher und Bettbezüge) zum Abdecken meiner Maschinen. Speziell für die Tische der Hobelmaschinen und auch die Kreissägen sind Überzüge super. So sind die Maschinen vor Staub und Korrosion bestens geschützt. Ich sag ja, bei mir siehts aus wie bei Ikea in der Bettwäscheabteilung.
oldtimer hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 09:33 Das dort hängende Nachthemd lässt darauf schließen, dass Du gelegentlich in der Werkstatt übernachtet.![]()
Das ist kein Nachthemd. Ich verwende alte Bettwäsche (Spannbetttücher und Bettbezüge) zum Abdecken meiner Maschinen. Speziell für die Tische der Hobelmaschinen und auch die Kreissägen sind Überzüge super. So sind die Maschinen vor Staub und Korrosion bestens geschützt. Ich sag ja, bei mir siehts aus wie bei Ikea in der Bettwäscheabteilung.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Backenzahn als Hocker
Ich nehme auch alte Bettwäsche, aktuell sind alle Maschinen abgedeckt. Die Tische sind eingesprüht.
Re: Backenzahn als Hocker
Also zusammen mit der Polsterauflage der Hobelbank bin ich nicht ganz sicher, ob Du nicht doch ab und zu ein Nickerchen in der Werkstatt machstClaus P hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 09:59 Guten Morgen Volker,
oldtimer hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 09:33 Das dort hängende Nachthemd lässt darauf schließen, dass Du gelegentlich in der Werkstatt übernachtet.![]()
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Das ist kein Nachthemd. Ich verwende alte Bettwäsche (Spannbetttücher und Bettbezüge) zum Abdecken meiner Maschinen. Speziell für die Tische der Hobelmaschinen und auch die Kreissägen sind Überzüge super. So sind die Maschinen vor Staub und Korrosion bestens geschützt. Ich sag ja, bei mir siehts aus wie bei Ikea in der Bettwäscheabteilung.
Die Entstehung des Backenzahns werde ich genau verfolgen, schon deshalb weil ich mir auch oft gedacht hab, warum die Teile so teuer sind. Auch ein Blick auf Deine Maschinen ist definitiv wert, geworfen zu werden.
Gruss und gutes Gelingen
Klaus
Re: Backenzahn als Hocker
Also 875€ sind in meinen Augen schon unverschämt, zumal die Konstruktion doch recht einfach ist und sogar mit Handwerkzeugen recht einfach hergestellt werden kann. Ich überlege gerade, ob ich mir mit der Kettensäge passendes Grundmaterial zurechtsäge und dann einnfach trocknen lasse......ich brauche ja auch im Ruhestand Beschäftigung.
Claus, die Idee gefällt mir, da bleibe ich dran.
Claus, die Idee gefällt mir, da bleibe ich dran.
Gruß Dirk
Re: Backenzahn als Hocker
Claus P hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 09:59
Die Entstehung des Backenzahns werde ich genau verfolgen, schon deshalb weil ich mir auch oft gedacht hab, warum die Teile so teuer sind.
Das ist Zahnarzthonorar, sind doch Backenzähne.
Claus, ich habe mir den Beginn der Sitzschale angesehen.
Mir gefällt der Zahn auch sehr, vielleicht werde ich mir auch einen bauen.
Könnte man die Mulde vielleicht mit einem Arbotec ausarbeiten.? Ich stelle mal die Frage an die Arbotecbesitzer.
Gruß
Volker
Re: Backenzahn als Hocker
Hallo Klaus,
Hallo Volker,
Ich habe heute die Schifterschnitte für die Mulde schon angerissen. Dann hab ich noch meine Bäuerle Tischkreissäge mit einem mittelfeinen Sägeblatt vorbereitet. Damit kann ich knapp 160 in der Höhe sägen. Der Rest (2 bis 3mm) wird dann mit Japansäge durchtrennt. Die brauche ich für die Längsschnitte an den Beinen.
In der Werkstatt werde ich komischerweise nie müde. Vielleicht, weil ich immer voller Ideen und am rumwuseln bin. Würde mich meine Frau oder die Kinder nicht zum Essen holen, ich würde dort übernachten.Klaus hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 11:45 lso zusammen mit der Polsterauflage der Hobelbank bin ich nicht ganz sicher, ob Du nicht doch ab und zu ein Nickerchen in der Werkstatt machst![]()
Hallo Volker,
Ja, das geht. Ich habe das auf der Holzhandwerk in Nürnberg gesehen. Das geht gut, anschließend mit einer Flex und einer weichen Fiberscheibe die Riefen verputzen von grob nach fein. Am besten wäre eine mit Drehzahlregulierung Exzenterschleifer könnte funktionieren - oder auch nicht. Nachdem aber die Mulde konkav ist, kann es sein, dass man mit dem Exzenterschleifer und einem harten Teller nicht weit kommt, es sei denn, man nimmt einen weichen, der sich an die Mulde anpassen kann.oldtimer hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 17:06 Claus, ich habe mir den Beginn der Sitzschale angesehen.
Mir gefällt der Zahn auch sehr, vielleicht werde ich mir auch einen bauen.
Könnte man die Mulde vielleicht mit einem Arbotec ausarbeiten.? Ich stelle mal die Frage an die Arbotecbesitzer.
Ich habe heute die Schifterschnitte für die Mulde schon angerissen. Dann hab ich noch meine Bäuerle Tischkreissäge mit einem mittelfeinen Sägeblatt vorbereitet. Damit kann ich knapp 160 in der Höhe sägen. Der Rest (2 bis 3mm) wird dann mit Japansäge durchtrennt. Die brauche ich für die Längsschnitte an den Beinen.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Backenzahn als Hocker
Spannendes Objekt dieser Holzzahn. Mir persönlich ein wenig zu Rustikal, mir sind die meisten Hocker aber auch zu niedrig.
Dennoch schaue ich dir sehr gerne beim ausarbeiten zu.
Dennoch schaue ich dir sehr gerne beim ausarbeiten zu.
live long and prosper
Sebastian
Sebastian
Re: Backenzahn als Hocker
Weiter gehts....
Gestern habe ich die Beine zugeschnitten. Damit der Winkel genau passt, habe ich an meiner Bäuerle- Kreissäge eine kleine Vorrichtung gebaut. Ist nicht dramatisch, nur ein kurzer Balken angespaxt und mit einer Diagonale ausgesteift, damit er sich nicht bewegt. So habe ich einen sauberen Anschlag. Den Winkel habe ich so eingestellt, dass die Risse an der Stirnseite und seitlich mit 1mm Aufmaß zur Schnittkante vom Sägeblatt läuft.
Hat gut geklappt. Scheinbar hat es einen Balken seit der letzten Bearbeitung leicht verzogen und der Querschnitt ist nicht mehr ganz genau rechtwinklig. Ist nicht viel, aber reicht, dass der Schnitt nicht exakt senkrecht zur Seite verläuft.
Also habe ich mit der Abrichte die Flächen nachträglich nochmals korrigiert und mit dem Handbandschleifer die Flächen so beigeschliffen, dass die Kanten von allen vier Beinen sich exakt treffen.
Die Sitzfläche habe ich auf meiner Martin Formatkreissäge per Schifterschnitt (Sägeschnitt mit 2 Winkeleinstellungen) hergestellt. Das Sägeblatt ist auf 6,55° Eingestellt und der Queranschlag auf den Gegenwinkel also 4,45°. Addiert man zu den beiden Maßen jeweils 90° so ergibt sich exakt 180°.
Den senkrechten Winkel vom Sägeblatt habe ich sowohl mit der Gradanzeige an der Maschine als auch mit dem Winkelmesser gemessen: Stimmt exakt. Den Queranschlag hab ich mit der Schmiege eingestellt. Das Maß hab ich vom Winkelmesser als Gegenwinkel einfach über eine ebene Fläche (Auflagetisch Abrichte) eingestellt.
Die Schifterschnitte sind ganz exakt geworden, genau so, wie ich mir das vorgestellt habe.
Danach alles sauber schleifen mit Band- und Exzenterschleifer. Jetzt fehlen nur noch die Dübellöcher und dann sind die Einzelteile fertig zum verleimen. Damit die Einzelteile Stabilität bekommen, habe ich mir vom Baumarkt eine 25er Buchenstange besorgt. Aber mehr dazu nächstes mal. Vielleicht mach ich das heute Abend noch. Aber jetzt gehts erst mal bei den schönen Wetter mit der Familie zu einem Ausflug.
Die Beine habe ich mal provisorisch nur zusammengestellt, damit man erkennen kann, wie der Hocker später aussehen wird. Die Bilder sind von der Reihenfolge her umgekehrt. Man sehe mir bitte nach, dass ich die Beine nicht ganz exakt ausgerichtet habe. An der Sitzfläche erkennt man einen Versatz. Dieser wird danach nicht vorhanden sein. Mir ging es nur darum, die Sitzfläche mit der Vertiefung zu zeigen.
Gestern habe ich die Beine zugeschnitten. Damit der Winkel genau passt, habe ich an meiner Bäuerle- Kreissäge eine kleine Vorrichtung gebaut. Ist nicht dramatisch, nur ein kurzer Balken angespaxt und mit einer Diagonale ausgesteift, damit er sich nicht bewegt. So habe ich einen sauberen Anschlag. Den Winkel habe ich so eingestellt, dass die Risse an der Stirnseite und seitlich mit 1mm Aufmaß zur Schnittkante vom Sägeblatt läuft.
Hat gut geklappt. Scheinbar hat es einen Balken seit der letzten Bearbeitung leicht verzogen und der Querschnitt ist nicht mehr ganz genau rechtwinklig. Ist nicht viel, aber reicht, dass der Schnitt nicht exakt senkrecht zur Seite verläuft.
Also habe ich mit der Abrichte die Flächen nachträglich nochmals korrigiert und mit dem Handbandschleifer die Flächen so beigeschliffen, dass die Kanten von allen vier Beinen sich exakt treffen.
Die Sitzfläche habe ich auf meiner Martin Formatkreissäge per Schifterschnitt (Sägeschnitt mit 2 Winkeleinstellungen) hergestellt. Das Sägeblatt ist auf 6,55° Eingestellt und der Queranschlag auf den Gegenwinkel also 4,45°. Addiert man zu den beiden Maßen jeweils 90° so ergibt sich exakt 180°.
Den senkrechten Winkel vom Sägeblatt habe ich sowohl mit der Gradanzeige an der Maschine als auch mit dem Winkelmesser gemessen: Stimmt exakt. Den Queranschlag hab ich mit der Schmiege eingestellt. Das Maß hab ich vom Winkelmesser als Gegenwinkel einfach über eine ebene Fläche (Auflagetisch Abrichte) eingestellt.
Die Schifterschnitte sind ganz exakt geworden, genau so, wie ich mir das vorgestellt habe.
Danach alles sauber schleifen mit Band- und Exzenterschleifer. Jetzt fehlen nur noch die Dübellöcher und dann sind die Einzelteile fertig zum verleimen. Damit die Einzelteile Stabilität bekommen, habe ich mir vom Baumarkt eine 25er Buchenstange besorgt. Aber mehr dazu nächstes mal. Vielleicht mach ich das heute Abend noch. Aber jetzt gehts erst mal bei den schönen Wetter mit der Familie zu einem Ausflug.
Die Beine habe ich mal provisorisch nur zusammengestellt, damit man erkennen kann, wie der Hocker später aussehen wird. Die Bilder sind von der Reihenfolge her umgekehrt. Man sehe mir bitte nach, dass ich die Beine nicht ganz exakt ausgerichtet habe. An der Sitzfläche erkennt man einen Versatz. Dieser wird danach nicht vorhanden sein. Mir ging es nur darum, die Sitzfläche mit der Vertiefung zu zeigen.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
