Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Von der Bohrmaschine bis zur Oberfäse - Testberichte, Vorstellung, Besprechung
Dikado
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Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Dikado »

Hallo Holzwürmer

Schon vor langer Zeit hat Guido Henn, den vermutlich hier alle kennen werden, eine Fräse der besonderen Art gebaut, also weniger die Fräse, als das Gestell. Gereizt hat mich das Teil schon sehr lange und als ich ihn dazu angeschrieben habe, sagte er mir, dass ich mit dem Bau noch warten soll, denn jetzt kommt eine überarbeitete Version heraus. Also hab ich noch gewartet und nun erschien sein neues Buch "Vorrichtungen für die Oberfräse". Für alle die, die nicht wissen, wovon die Rede ist, gibt es hier mal einen Videolink vom Guido. Ab 05:40 bekommt man einen kleinen Einblick, was man damit machen kann.
https://www.youtube.com/watch?v=jYnO0zR1MUQ
es ist wirklich nur ein kleiner Einblick, denn mit der Maschine kann man noch vieles mehr machen, z.B. Rahmenteile dübeln, Hoffmann Schwalben einfräsen, Zinken, Schwalbenschwänze, Lochreihen etc. pp.
Im Buch gibt es einen Link, da kann man sich dann alle Vorrichtung anschauen. Gerne würde ich den Link mit euch teilen, aber das wäre unfair gegenüber Guido, der sich mit dem Buch viel Mühe gegeben hat. Auf Holzwerken findet ihr aber auch noch ganz vieles über den Dreiachser, denn er tüftelt daran schon seit 14 Jahren oder so.
Ich war am Überlegen, ob ich einen kompletten Baubericht darüber schreibe oder euch Stück für Stück mitnehme und ihr beim Bau quasi live dabei seid. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Wann das Teil fertig wird kann ich nicht sagen, könnte aber auch länger dauern. Also, wenn nichts von mir kommt, dann bin ich auch noch nicht weiter ;)
am Anfang stand das Studium des Buches die Feststellung, dass ich es als Vorlage nehme, aber meine eigenen Veränderungen einfügen werde. Das fängt schon mal damit an, dass ich meinen Unterschrank nicht aus Multiplex bauen will, sondern ihn aus 40 x 40 Aluprofilen herstellen werde, denn das dürfte für mich deutlich günstiger sein. Zu den Linearschienen gibt es auch einen Link von ihm, aber die waren mir zu teuer und so habe ich mich für andere entschieden. Die Längen der Schienen waren gleich, aber die Linearwagen haben andere Maße und so musste die Abstände und Löcher etwas verändert werden, was aber kein Problem darstellte. Etwas was mir gar nicht gefallen hat war, dass er, um die Linearlager am Multiplex festzuschrauben, Senkkopfschrauben empfohlen hat. Im Buch wird darauf extra darauf hingewiesen, dass man mit einem Bohrständer und Abstandsklötzchen arbeiten soll. Die Senkkopfschrauben zentrieren sich automatisch und justieren geht dann nicht mehr, also muss man sehr genau bohren. Da ich eine Shaper mein Eigen nenne wäre das für mich kein Problem gewesen, trotzdem entschied ich mich für die, aus meiner Sicht, bessere Art.
Angefangen habe ich dann, wie im Buch beschrieben, mit der Zwischenplatte. Auf Maß gesägt, mit 16 Löchern versehen und die Linearwagen angeschraubt. Danach kam dann die Grundplatte dran.
Es wurden 16 mm Löcher mit einer Tiefe von 5,6 mm gefräst und das Durchgansloch dann mit 7 mm anstelle von 6 mm. Der Vorteil der Shaper besteht z.B. darin, dass der Fräser gleich oder kleiner als das Loch sein muss, dann kann man alles fräsen, egal ob 6 mm oder 600 mm..... es geht alles mit einem Fräser. Als Schrauben nahm ich dann Inbusschrauben mit extra flachem Kopf und einer Unterlegscheibe.
Die Anschläge, die Guido aus Multiplex gebaut hat, habe ich einfach gedruckt, selbst die Spannhebel kommen aus dem 3D Drucker, nur die Schrauben und die Muttern, kamen aus meinem Schraubenlager.
Und nun ein paar Fotos.......
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Gruß Dirk
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Zwackelmann
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Zwackelmann »

Moin Dirk,

sehr interessantes Projekt! :Daumen:
Da bleibe ich auf jeden Fall am Ball.

LG Dirk
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Klaus
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Klaus »

Hmm, sieht nach einem interessanten Projekt aus, ich leg mein Handtuch auch mal gleich auf einen Liegestuhl in der ersten Reihe :)

Gruss, Klaus
Dikado
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Dikado »

Es freut mich doch, dass es Foristen gibt, die es interessiert.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie präzise doch mein selbstgebauter MFT ist, übrigens, die Löcher habe ich mit dem System von UJK gebohrt. Nicht preiswert, aber seinen Preis wert. Da sind die Winkel auch wirklich genau 90°.
20260807_114035.jpg
Was wichtig ist, dass man die Wellen der X- und Y - Achse, genau im rechten Winkel ausrichtet. Dazu habe ich mir, das weiße Teil auf dem Foto, auf dem Drucker gedruckt. Es ist nur ein Anschlag für den Winkel, damit lassen sich nun die Wellen sehr exakt ausrichten. Sollte ich irgendwann mal merken, dass irgendwas nicht mehr im Winkel ist, kann ich die Linearlager jederzeit lösen und neu ausrichten, was mit den von Guido beschriebenen Senkkopfschrauben, nicht möglich wäre, jedenfalls nicht so einfach.
20260806_193620.jpg
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Gruß Dirk
Dikado
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Dikado »

Weiter geht es mit dem Motorschlitten. Die Seitenteile dafür haben eine Rundung von r170 mm. Früher hätte ich dann erst mal überlegt, wie ich das mache. Im Grunde genommen ist es nur eine Ausfräsung, damit man später an die Fräse und den 43-mm-Eurohals herankommt. So ließe sich das auch anders lösen, also r170 ist da nicht zwingend vorgeschrieben, aber es passt von der Optik ganz gut ins Bild. Man könnte das Brett zuschneiden und dann mit dem Kreisschneider sägen, dazu wäre ich aber mittlerweile zu faul und so wählte ich die CNC-Methode.
Zuerst mit Fusion 360 eine 2D-Zeichnung gemacht, auf den Stick kopiert und dann in die Shaper und ...... fertsch. Pro Teil dauert das Fräsen ca. 8 Minuten. Die Präzision beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Beide Teile sind absolut deckungsgleich.
20260807_131125.jpg
20260807_141101.jpg
20260807_143855.jpg
Die nächste Änderung, die ich machen werde, ist, dass ich ganz bestimmt keine Kekse verwende. Ich finde Kekse nicht so präzise wie die Dominos. Vermutlich hat Guido das mit der Flachdübelfräse gemacht, damit es möglichst viele Leute nachbauen können; mit Dominos hätte er wohl so einige verschreckt, weil sie keine Domino-Fräse haben.

Was mir noch einfällt, im Buch hat er C-Profile mit 17x10 mm verwendet, meine haben jedoch 17x11 mm, die waren günstiger. Die lassen sich auch prima auf der Kappsäge trennen, auch ohne spezielles Metallblatt.

Mal schauen, wie es weitergeht, jetzt muss ich erst mal einkaufen. Mir fehlen noch so einige Teile, z. B. die Linearstangen, Blöcke und Lager, der Stoßdämpfer und die Fräse mit Fräslift. Hier werde ich wie im Buch beschrieben den Suhner-Motor
https://www.sautershop.de/fraesmotor-su ... u-06490704
und den Fräslift
https://www.sautershop.de/sauter-fraesl ... n-sa-fml-a
kaufen. Ich denke, dass das auch Sinn macht, weil ich dann bis 12,7-mm-Fräser spannen kann, und je größer die Spannzange, desto länger sind dann auch die Fräser.
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Gruß Dirk
Wolfgang EG
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Wolfgang EG »

Dikado hat geschrieben: Fr 7. Aug 2026, 12:47 Es freut mich doch, dass es Foristen gibt, die es interessiert.
Dirk, Du kannst Dir meiner Aufmerksamkeit sicher sein!

Wolfgang
Dikado
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Dikado »

Danke, das freut mich, natürlich freue ich mich über die anderen Zuschauer auch ;)

Mir gehen da noch ganz viele Gedanken durch den Kopf, z.B. habe ich überlegt, ob ich die Kanten noch mit grünem Umleimer belege, ich hab ja noch den 2 mm mambagrünen ABS Umleimer da und das Holz dann in hellgrau streiche. Dann ist noch die Frontplatte, also die, wo der Fräser herausragt. In seinen Videos kann man schon erkennen, dass da eine gewisse Abnutzung zu Tage tritt. Vermutlich werde ich die aus Hartpaier machen..... ich habe nämlich noch vier große Platten, die sind 20 mm stark und beschichtet, so wie man das von den käuflichen Frästischen kennt..... ich hoffe ihr wisst was ich meine.
Gruß Dirk
Claus P
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Claus P »

Sehr schöne Arbeit Dirk. So eine gesteuerte Maschine ist einfach eine feine Sache.

Wird bestimmt eine schöne Vorrichtung. Allerdings würde ich keine grünen Kanten machen. Mir gefällt das nicht so gut. Aber zu deinen Festoolmaschinen würde sich wahtscheinlich die Farbe gut machen. Mußt du selbst wissen.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
oldtimer
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von oldtimer »

Hallo Dirk,

ein ganz besonderes Projekt. Als Henn das vorstellte war ich auch fasziniert. Es war war wohl damals eine Anlehnung an die Logosol Tischfräse.

Und was Du mit dem Oberfräsendingens dann an Teilen ausfräst beeindruckt mich.

Also weiter gutes Gelingen.


Gruß
Volker
Wolfgang EG
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Re: Der Dreiachser aus dem Buch von Guido Henn

Beitrag von Wolfgang EG »

Das mit der Shaper ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln ... Faszinierend.

Wolfgang
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