Küchenbau

Fragen vor Planung und Baubeginn
bluezomo
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Küchenbau

Beitrag von bluezomo »

Ich möchte eine neue Küche bauen in meiner Baita auf 1000m in Norditalien.
Welches Holz verwenden?
Auf MDF Platten, etc. möchte ich verzichten, auch im Innern der Schränke. Fichte ist sicher das günstigste und könnte mit Auro u.ä. auch wasser/Schmutz-abstossend behandelt werden, aber es ist weich und für die Küche natürlich nicht resp. nur teilweise geeignet.

Eine Kombination verschiedener Hölzer ist wohl das beste.
  • Fichte, 19mm für die Regale innen, geölt
  • Für die allgemeinen Arbeitsflächen?
  • Küchenspüle resp. Fassung für die Waschbecken?
  • Türen der Schränke?
Kastanie ist in dieser Gegend sehr verbreitet. Lärche auch.
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Holzduebel
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Re: Küchenbau

Beitrag von Holzduebel »

Moin,
Gehe zu Ikea, da bekommst du die 'Korpen' (Korpusse) und von guter Qualität. Die Fronten kannst du dann so gestalte wie du möchtest, warum das Rad neu erfinden?

Esche ist ein tolles Holz, siehst du zB beim Claus aktuell bei seinen Tischen.
Gruß Uli

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bluezomo
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Re: Küchenbau

Beitrag von bluezomo »

Ein Ikeakorpus ist Pressholz mit Kunststoffbeschichtung. Genau das will ich ja diesmal nicht (vor einigen Jahren habe ich Ikea genommen, aber ohne Deckplatte. Als Arbeitsfläche nahm ich 40mm Buchenplatte.)
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Holzduebel
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Re: Küchenbau

Beitrag von Holzduebel »

Du weißt aber schon was der Bau einer Küche für ein Aufwand mit sich zieht, auch brauchst du einen immensen Maschinenpark, Platz, Zeit und einen Haufen Geld.
Was bekommst du dafür zurück, du siehst das innere noch nicht mal und Massivholz im inneren ist auch nicht wirklich abwaschbar/hygienisch.

Wie groß soll denn die Küche werden?

Egal, bin raus aus dem Thread.
Gruß Uli

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Claus P
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Re: Küchenbau

Beitrag von Claus P »

Küchenbau ist - wenn man eine optisch ansprechende Küche haben will - eine Königsdisziplin.

Neben professionellen Maschinen ist die Planung das wichtigste. Wo sollen später Spüle, Spülmaschine, Herd, Kühlschrank stehen. Hierbei gilt es auf 2 Dinge zu achten:

1. Die Einteilung der Arbeitsgeräte folgt der Häufigkeit der Nutzung und dem entsprechend platziert man sie.
2. Die Fronten sollen ein harmonisches Bild ergeben. Man plant keine Gefrierkombination mit Kühlschrank in der Mitte zwischen Herd/ Kochfeld und Spümaschine. So wird die Linie unterbrochen.

Also bevor du dir überlegst, woher du dein Holz bekommst muß klar sein, wie die Küche später funktional genutzt wird und die Einteilung muß passen.
Am besten helfen Küchenplaner oder ich mache so etwas auf CAD, damit ich später die Stückliste als Abfallprodukt bekomme.

Fichte Leimholz aus dem Baumarkt ist ungeeignet.

1. Die Lamellen werden einfach wild zusammengeleimt. Stürzen der Lamellen, wie man es im Möbelbau üblicherweise macht wird bei billigen Leimholz aus dem Baumarkt kaum gemacht. Bei den wechselnden Luftfeuchtigkeiten, werden sich die Fronten unweigerlich verziehen. Da helfen auch eingesetzte oder aufgeschraubte Gratleisten nichts.

2. die Qualität der Leimhölzer aus dem Baumarkt ist sehr unterschiedlich. Teilweise ist die Qulität sehr gut bis hin zu miserabel. Da war nicht mal der Spachtel ordentlich verschliffen und das sieht nicht gut für Fronten aus.

3. Einen Korpus aus Leimholz zu bauen macht man nicht. Ich weiß nicht, wie groß die Küche wird, aber bei einer normal großen Küche kommen da gleich mit Geräten mehrere tonnen Gewicht zusammen. Das wird einfach zu schwer. Normal baut man entweder aus Spanplatte (was ich auch nicht machen würde) oder aus Vollholz und baut eher Würfelskelette. Nur dort, wo eine Seite sichtbar ist, bekommt die Sichtseite eine verleimte Platte.

4. Die Fronten baut man üblicherweise als Rahmen mit Füllung wenn es unbedingt Vollholz sein soll. So hast du weniger Verzug bei den Fronten.

5. Das wichtigste beim Küchenbau ist Präzision. Dadurch, dass später mehrere Korpusse aneinander gestellt werden, fällt jeder mm der abweicht sofort auf. Die Spalte von Schublanden und Front müssen einstellbar sein. Das bedeutet Topfscharniere und einstellbare Blenden. Sonst sieht das hinterher unmöglich aus.

Fichte ist ein sehr günstiges Holz. Stell dir vor, wie die Küche später aussehen wird. Wenn du keine durchlaufende Maserung oder kein harmonisches Bild erhältst, weil das Leimholz eben ist wie es ist, sieht das häßlich aus.

So wie Uli es geschrieben hat, wäre ein guter Ansatz: kauf dir die Korpusse von IKEA fertig und bau dir die Fronten selbst. Das wäre noch einigermaßen sinnvoll. Ansonsten kannst du dir eine komplette Schreinerei einrichten mit Formatkreissäge, Tischfräse, Hobelmaschine(n), Breitband- oder Langbandschleifmaschine, Leimpresse...
Klar kann man auch mit Handkreissäge und Sägeschiene und Oberfräse arbeiten. Aber der Aufwand und die Wiederholgenauigkeit ist nicht unerheblich.

Der Aufwand so ein Projekt durchzuziehen ist nicht ohne. Wenn du einmal begonnen hast, ist der Point of no return sehr schnell erreicht oder du versenkst Geld ohne Ende und bist zum Schluß enttäuscht. Entweder richtig oder gar nicht. Das ist meine Meinung dazu. Wenn du mehrere Möbel gebaut und Erfahrung gesammelt hast, dann mach es. Ich behaupte, wenn Küchenbau so einfach wäre, dann hätte jeder DIY Heimwerker eine eigengefertigte Küche zu Hause stehen. Aber nachdem das nicht die Regel sondern eher die Ausnahme ist, gehört da weit mehr dazu, also nur ein paar Leimhölzer aus dem Baumarkt zusammenzuspaxen.

Mehr schreib ich dazu nicht. Am Ende mußt du selbst wissen, ob du dir das Projet zutraust oder nicht.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
bluezomo
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Re: Küchenbau

Beitrag von bluezomo »

Ansonsten kannst du dir eine komplette Schreinerei einrichten mit Formatkreissäge, Tischfräse, Hobelmaschine(n), Breitband- oder Langbandschleifmaschine, Leimpresse...
also, ich hab da eine Scheppach Stichsäge und einen Einhell Akkuschrauber und ein Schweizer Taschenmesser...

Spass beiseite.
Einerseits habe ich schon fast eine Schreinerei (Precisio 70, Sauter Frästisch mit CMT, TKS mit Schiene, Dickenhobel, Bandsäge, Biscuit, Handfräse, etc.) und andrerseits wird die Küche sehr einfach gehalten werden. Es ist ja ein "Ferienhaus", rustikal, einfach, natürlich.

Die Ikea-Korpus Idee ist gut. Aber ich möchte hier möglichst auf künstliche Materialien verzichten.

Die Küche wird L-förmig, lange Seite 250, kurze Seite 160 cm. Spülmaschine gibt es nicht, der Kühlschrank ist freistehend und kommt auf die rechte Seite. Die Wasserleitungen, Zu- und Ableitung lasse ich machen. Was bleibt ist viel Fläche: für Arbeit, Gaskocher plus die Spüle. Während gute Küchen viele Schränke enthalten, werde ich 2/3 auf offenen Regalen lagern, i.e. weniger Fronten. Zudem werde ich gegen hinten (Wand) offen lassen, um Material und Arbeit zu sparen. (Die Arbeitsplatte werde ich gegen die Wand hin mit Kalk-Lehm verspachteln, das ist wasserfest, schimmelt nicht und sollte die Kakerlaken verhindern.)

Die Arbeit wird ausserdem deutlich einfacher, wenn ein gutes "Fertigholz" verwendet wird, e.g. 3-lagiges Bambus (https://www.jumbo.ch/de/bauen-renoviere ... 9QT1NfMQ==). Wasserfest, verzieht sich nicht, ästhetisch. Aber es ist nicht einheimisch und mit 129.-/m2 etwas teuer ...

Daher meine Frage: Welches Holz verwenden, resp. Welche Hölzer verwenden?
  • Die wasserfeste Deckplatte, die die Spüle beherbergt
  • Die Deckplatte für allgemeine Arbeit
  • die unsichtbaren Regale (anstelle des Ikeakorpus)
  • die Fronten (ich habe noch alte Lärchenbretter und einen Bürstenschleifer...)


Bild: Die Ecke der Küche wird dort sein, wo der Tisch steht. Der Kasten ganz links wird ersetzt, die Kleider rechts kommen natürlich weg.
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Dikado
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Re: Küchenbau

Beitrag von Dikado »

Das sieht sehr rustikal bei dir aus, gefällt mir. Manchmal muss man beim Denken die eingetretenen Pfade verlassen. Warum Holz? .... ich frag nicht ohne Grund. Hast du schon mal daran gedacht, die Küche zu mauern? Meine Empfehlung, kauf dir folgendes Buch:
https://www.amazon.de/Das-grosse-Buch-K ... 381181494X
bekommt man ab 4 Euro gebraucht, neu gibt es das schon lange nicht mehr. Damals wollte
ich meine erste Küche so bauen, ist dann aber doch Holz geworden.
Die haben tolle Ideen gezeigt und gar nicht so schwer. Gemauert wird z.B mit Ytongsteinen.
Küchen im Landhausstiel.... da träume ich heute noch davon.
Gruß Dirk
bluezomo
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Re: Küchenbau

Beitrag von bluezomo »

Du meinst so was: https://www.youtube.com/watch?v=vQjwDHoRgTA

Die Idee ist wirklich gut, insbesondere, da ja der Hintergrund (Wand) auch Stein ist. Aber ich müsste es machen lassen, mit Porenbeton zu arbeiten hat für mich keinen Reiz.

Interessant wäre jedoch eine Küche mit Lehm-Kalkverputz zu kreieren. Insbesondere für die Spüle wäre dies interessant. Auf die Schnelle habe ich jedoch nichts im Internet gefunden zu Küche & Lehm-Kalk.
Fred
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Re: Küchenbau

Beitrag von Fred »

In offenen Regalen hast du aber immer Schmutz und Staub. Willst du jedesmal vor der Benutzung reinigen/abwaschen? Außerdem haben Regale ohne Rückwand auch keine Stabilität, außer du verschraubst wieder massive Winkel oder Drahtkreuze...

Bitte die Regal"lösung" nochmal mit der dienstbaren Küchenkraft diskutieren. Ich hätte jedenfalls da wenig Lust auf gestaubtes Geschirr...
Bitte bedenken; frauen haben da andere pragmatischere Ansichten.
bluezomo
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Re: Küchenbau

Beitrag von bluezomo »

Fred hat geschrieben: So 13. Sep 2026, 19:04 In offenen Regalen hast du aber immer Schmutz und Staub. Willst du jedesmal vor der Benutzung reinigen/abwaschen? Außerdem haben Regale ohne Rückwand auch keine Stabilität, außer du verschraubst wieder massive Winkel oder Drahtkreuze...

Bitte die Regal"lösung" nochmal mit der dienstbaren Küchenkraft diskutieren. Ich hätte jedenfalls da wenig Lust auf gestaubtes Geschirr...
Bitte bedenken; frauen haben da andere pragmatischere Ansichten.
Ja eben, macht ja die Frau, kein Problem für mich. :D ...


Die "dienstbare Küchenkraft" bin ich selber und die Küche wird 95% nur von mir alleine genutzt. Alles, was ich täglich oder fast täglich brauche, verstaubt kaum. Und einen Topf, den ich kurz abspülen muss, weil länger nicht benutzt, ist nicht so tragisch.

Und wenn ich Gäste habe, gehen wir ins Restaurant ... ;)
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