Diesmal auf dem Tisch ein fast 40 Jahre alter Oldtimer, ein Marantz PM-45
Optisch in einem sehr schönen Zustand, er lies sich aber nicht mehr einschalten.
https://youtu.be/lFGDbPAcDCI
Der erste Blick offenbarte noch richtig alte Technik. Kabelanschlüsse in Wire-Wrap-Technik.
Der Fehler war schnell ermittelt, aber trotzdem eher selten. Der dicke Trafo lieferte sekundär keine Spannungen.
Nach einer Messung stand fest, primärseitig hat die Wicklung eine Unterbrechung.
Da hatte ich dann auch schon einen Verdacht, welcher sich auch bestätigt hat.
Die Thermosicherung IM Trafo hatte ausgelöst und war hochohmig.
Wenn es nach den Sicherheitsexperten geht, wäre die Reparatur damit beendet, weil Trafo defekt, kein Ersatz mehr zu bekommen und eine Reparatur am Trafo ist nicht zulässig.
Wäre ja schade um den schönen Marantz. Ich habe mich daher entschlossen, den Trafo trotzdem zu reparieren. Vorher aber noch eine Isolationsprüfung Primär/Sekundär, welche ohne Befund blieb. Optisch und olfaktorisch, war der Trafo ebenfalls unauffällig.
Dazu eine passende Thermosicherung in gleicher Bauform und gleichen technischen Daten besorgt. Einbau erfolgte 1:1 an der Position von der alten Sicherung. Meiner Meinung nach passt das.
Das Ding schaltet wieder ein und da kein Display, genau hinhören, ob das Freischaltrelais der Lautsprecher klickt. Tut es! Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Marantz wieder funktioniert.
https://youtu.be/DzDV-A3AWhU
Ich habe dann die Leiterplatte noch auf kalte Lötstellen untersucht und die wichtigsten Elkos überprüft. Für sein Alter war der Marantz aber in einem Top Zustand.
Anschließend habe ich noch, neben dem kompletten Inneren und der Leiterplatte, alle Potis und Schalter gereinigt. Der Marantz ist zwar schon alt, aber noch nicht so alt, als dass diese Teile problemlos zerlegbar gewesen wären. Ich habe mich dann für eine "Duschkur" entschieden. Zuerst Oxidlöser eingesprüht, dann Reinigung durch Eigenbewegung, spülen mit Kontaktreiniger und nach dem Ablüften, etwas Kontaktschutzöl. Ergebnis war erfolgreich, wobei solch eine Reinigung nicht die Qualität einer Bearbeitung der zerlegten Einzelteile hat.
Abschlussarbeit vor dem Endtest ist, wie immer, das Einstellen des Ruhestromes der Endstufen nach Vorgabe im Servicemanual. In diesem Fall auf 6 mV (Spannungsabfall über Emitterwiderstand) nach dem der Verstärker warm ist, ohne Last und Lautstärke auf Minimum.
Dann der finale Test.
https://youtu.be/Mqj3aMGXHt4
Frage die noch im Raum stand war, warum hat es die Thermosicherung zerlegt. In der Regel liegt ja ein thermischer Grund vor. Defekt durch Alter etc. gibt es zwar auch, aber eher sehr selten.
Also intensivst probelaufen lassen.
Damit keiner meckert, mit Lastwiderständen (Ich muss die mal auf einem Kühlkörper montieren).
Nach 2-3 Stunden, war der Kühlkörper der Endstufe ordentlich warm, ...
der Trafo aber nichtmal handwarm.
Auch die Wärmebildkamera zeigt im Bereich vom Trafo nichts auffälliges.
Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen
- michaelhild
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Marantz PM-45
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- michaelhild
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Technics SU-A600
Der heutige Patient ist ein ebenfalls schon etwas betagter SU-A600 von Technics. Eines der "Class AA" Geräte von Technics mit nicht diskret aufgebauter Endstufe, sondern mit Hybrid-IC für Vor- und Endstufe.
Der Kandidat wollte nicht mehr starten. Er entschied sich lieber für Ein-Aus in Dauerschleife.
https://youtu.be/EDkvayNz0M8
(Video ist während der Reparatur entstanden, deswegen fehlen schon die Endstufen)
Netzteil oder Schutzschaltung war die Frage. Von unten kommt man zum Messen nicht ran und durch die Hybrid Lösung lässt sich auch nicht mal eben die Endstufe abkoppeln.
Ich habe das Ding dann komplett zerlegt und auch die beiden Hybrid-ICs samt Kühlkörper entfernt. So konnte ich es teilweise in Betrieb nehmen. Der Fehler blieb, also kein Kurzschluss der Endstufe und wahrscheinlich ein Problem der Spannungsversorgung.
Beim Abprüfen der Spannungen zeigte sich, dass zwar alle Spannungen soweit vorhanden waren, aber gerade auch die Spannung aus der auch der Prozessor versorgt wird sehr unsauber waren.
Hier schon in der kleinen Ansicht erkennbar. In der "View" Ansicht von meinem neuen alten Spielzeug, deutlich erkennbar. Die Spannung schwankt um mehrere Volts. Kein Wunder, dass das die Kiste wuschig wird. Die Übeltäter waren im Grunde klar, mussten nur alle gefunden werden: Mit der Zeit ausgetrocknete Elkos.
Hier exemplarisch ein 47 µF mit noch sagenhaften 15 µF und viel zu hohem ESR Wert. Nachdem Tausch so gut wie aller Elektrolytkondensatoren, startete der SU-A600 wieder normal mit nur einem Klick vom Netzrelais.
https://youtu.be/axGzm4aSBw4
Endstufe wieder dran und naja. Er spielt Musik, aber es gibt ein Übersprechen bei einigen der Eingangsquellen. Schei**!
Leider habe ich mich mit dem Fehler nicht weiter beschäftigt und einfach auf Verdacht die Umschaltrelais getauscht. Schadet zwar nicht, der Fehler war immer noch da. Im Nachgang habe ich jeden einzelnen Schaltkontakt der Relais geprüft, alles perfekt. Die neuen Relais bleiben aber drin.
Was nun?
Bleibt ja nicht mehr viel (zum Glück kein komplizierter AV-Receiver), entweder Ansteuerung vom Bedienpanel oder was mit dem digitalen Quellenumschalt-IC. Warum Kombination aus IC und Relais, weiß ich nicht.
Nach etwas rumprobieren und messen zeigte sich, dass die negative Versorgungsspannung für das IC verloren geht. Ist schon richtig ausgedrückt, weil am Netzteil ist sie noch vorhanden, am IC nicht mehr.
Erste Vermutung Kurzschluss im IC, welcher die Spannung runter zieht. Beinchen abgelötet, Spannung fehlte immer noch.
Ich bin dann der Spannung auf der Leiterbahn vom Netzteil aus gefolgt, tja und plötzlich war sie weg. Leiterbahnunterbrechung. Instandgesetzt und die Quellenumschaltung funktionierte wieder einwandfrei.
Die Leiterplatte war in keinem guten Zustand, es wimmelte von kalten Löstellen. Nach etlichem Nachlöten, konnte ich die Leiterplatte wieder einbauen und nochmal testen. Funktioniert alles! Wie immer noch größeren Arbeiten, messe ich zumindest den Isolationswiderstand (Obacht bei Geräten mit Schaltnetzteil) und falls Schutzklasse 1 den Schutzleiterwiderstand. Ein Gerätetester nach VDE 0701-0702 habe ich (noch) nicht. Finaler Test im zusammengebautem Zustand. Neben Musikwiedergabe nutze ich jedes Mal auch den Signalgenerator mit einem Sinussweep. So hört man Kratzen von Potis und Probleme im Frequenzgang am ehesten.
https://youtu.be/VLmYLVWJmRM
Das ist das ausgetauschte Elend. Ansonsten wieder Standard, Reinigung Innen/Außen und soweit möglich aller Schalter und Regler.
Viel Arbeit für so ein Gerät. Muss aber sagen, es hat Spaß gemacht, mit Ausnahme, dass sich das Ding ohne Frontplatte nicht in Betrieb nehmen lässt. Ich will nicht wissen, wie oft ich die während der Reparatur an und abgesteckt hatte.
Der Kandidat wollte nicht mehr starten. Er entschied sich lieber für Ein-Aus in Dauerschleife.
https://youtu.be/EDkvayNz0M8
(Video ist während der Reparatur entstanden, deswegen fehlen schon die Endstufen)
Netzteil oder Schutzschaltung war die Frage. Von unten kommt man zum Messen nicht ran und durch die Hybrid Lösung lässt sich auch nicht mal eben die Endstufe abkoppeln.
Ich habe das Ding dann komplett zerlegt und auch die beiden Hybrid-ICs samt Kühlkörper entfernt. So konnte ich es teilweise in Betrieb nehmen. Der Fehler blieb, also kein Kurzschluss der Endstufe und wahrscheinlich ein Problem der Spannungsversorgung.
Beim Abprüfen der Spannungen zeigte sich, dass zwar alle Spannungen soweit vorhanden waren, aber gerade auch die Spannung aus der auch der Prozessor versorgt wird sehr unsauber waren.
Hier schon in der kleinen Ansicht erkennbar. In der "View" Ansicht von meinem neuen alten Spielzeug, deutlich erkennbar. Die Spannung schwankt um mehrere Volts. Kein Wunder, dass das die Kiste wuschig wird. Die Übeltäter waren im Grunde klar, mussten nur alle gefunden werden: Mit der Zeit ausgetrocknete Elkos.
Hier exemplarisch ein 47 µF mit noch sagenhaften 15 µF und viel zu hohem ESR Wert. Nachdem Tausch so gut wie aller Elektrolytkondensatoren, startete der SU-A600 wieder normal mit nur einem Klick vom Netzrelais.
https://youtu.be/axGzm4aSBw4
Endstufe wieder dran und naja. Er spielt Musik, aber es gibt ein Übersprechen bei einigen der Eingangsquellen. Schei**!
Leider habe ich mich mit dem Fehler nicht weiter beschäftigt und einfach auf Verdacht die Umschaltrelais getauscht. Schadet zwar nicht, der Fehler war immer noch da. Im Nachgang habe ich jeden einzelnen Schaltkontakt der Relais geprüft, alles perfekt. Die neuen Relais bleiben aber drin.
Was nun?
Bleibt ja nicht mehr viel (zum Glück kein komplizierter AV-Receiver), entweder Ansteuerung vom Bedienpanel oder was mit dem digitalen Quellenumschalt-IC. Warum Kombination aus IC und Relais, weiß ich nicht.
Nach etwas rumprobieren und messen zeigte sich, dass die negative Versorgungsspannung für das IC verloren geht. Ist schon richtig ausgedrückt, weil am Netzteil ist sie noch vorhanden, am IC nicht mehr.
Erste Vermutung Kurzschluss im IC, welcher die Spannung runter zieht. Beinchen abgelötet, Spannung fehlte immer noch.
Ich bin dann der Spannung auf der Leiterbahn vom Netzteil aus gefolgt, tja und plötzlich war sie weg. Leiterbahnunterbrechung. Instandgesetzt und die Quellenumschaltung funktionierte wieder einwandfrei.
Die Leiterplatte war in keinem guten Zustand, es wimmelte von kalten Löstellen. Nach etlichem Nachlöten, konnte ich die Leiterplatte wieder einbauen und nochmal testen. Funktioniert alles! Wie immer noch größeren Arbeiten, messe ich zumindest den Isolationswiderstand (Obacht bei Geräten mit Schaltnetzteil) und falls Schutzklasse 1 den Schutzleiterwiderstand. Ein Gerätetester nach VDE 0701-0702 habe ich (noch) nicht. Finaler Test im zusammengebautem Zustand. Neben Musikwiedergabe nutze ich jedes Mal auch den Signalgenerator mit einem Sinussweep. So hört man Kratzen von Potis und Probleme im Frequenzgang am ehesten.
https://youtu.be/VLmYLVWJmRM
Das ist das ausgetauschte Elend. Ansonsten wieder Standard, Reinigung Innen/Außen und soweit möglich aller Schalter und Regler.
Viel Arbeit für so ein Gerät. Muss aber sagen, es hat Spaß gemacht, mit Ausnahme, dass sich das Ding ohne Frontplatte nicht in Betrieb nehmen lässt. Ich will nicht wissen, wie oft ich die während der Reparatur an und abgesteckt hatte.
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