Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

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pumuckel
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von pumuckel »

Breattle hat geschrieben: Mi 28. Okt 2026, 16:56 Grüß Euch,

meine bescheidene Meinung zum Schärfen dieser schönen Werkzeuge
Rindenschöpser und Zugmesser mit einer Schlichtfeile und dann mit einem nicht zu feinen und teueren Stein abziehen, Diamant etc war früher auch nicht vorhanden, den Dechsel auch mit einer Halbrundfeile (da kommt man sonst nicht hinein)
der einseitige Schöpser müßte eigentlich einen spiegelgleichen "Partner" haben - vielleicht zur Gewinnung von großflächigen Rindenstücken?
Bitte nicht zu stark entrosten (keine rotierende Bürste, nicht schleifen) und wie früher mit einer Speckschwarte oder Unschlitt (Rindertalg) abreiben.
Das ergibt einen authentischen Charakter.
Und die Werkzeuge blieben ferüher durch Arbeiten und Benützung rostfrei

Habedieehre
Moin
Danke für deine Hinweise, leider kann ich sie zum größten Teil nicht umsetzen, da mir die entsprechenden Werkzeuge, bzw Materialien fehlen.
Dem Hinweis bzgl des Partners werde ich aber mal nachgehen. Vielleicht finde ich da noch etwas heraus.

Gruß Michael
Claus P
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von Claus P »

Alles zusammen 30€

So weit bin ich gar nicht beim lesen gekommen. Ich habe die Bilder gesehen und habe den Preis übersprungen.


Das ist sehr günstig. Das ist das Dechsel alleine schon wert. Die Schäleisen nicht zu scharf schleifen, sonst bleiben sie immer im Splintholz hängen und gehen zu tief ins Holz. Sie sollen ja nur im Bast schneiden.

Wenn du Axtstiele brauchst, kann ich dir Robinie empfehlen. Ich hab meine Axt- und auch Hammerstiele daraus gemacht. So schnell brechen die Stielen nicht mehr. Robinie ist ähnlich Hichory und besser als Esche. Wenn du Holz brauchst gib mir Bescheid dann schicke ich dir was. Robinie habe ich zu Hause.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
pumuckel
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von pumuckel »

Hallo Claus
Ja, den Preis fand ich auch günstig. Auf KA oder Ebay hätte ich in den meisten Fällen sehr viel mehr zahlen müssen, obwohl ich dort auch schon Glück hatte.

Danke für den Hinweis mit den Rindenschälern. Der augenblickliche Fasenwinkel scheint auch sehr groß zu sein. Habe ihn noch nicht gemessen, dürfte aber mindestens 35° sein.

Danke für dein Angebot zu Robinie, aber das ist einfach nicht mein Holz. Reißt zu schnell wenn nicht gut getrocknet oder Drehwuchs und ich finde es mit den Händen auch nicht so angenehm zu greifen, wie Esche oder Hickory.
Ich überlege aber noch welches Holz für die Rindenschäler geeignet wäre.

Gruß Michael
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Mario
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von Mario »

Moin Michael
Da hätte ich glaube auch zugeschlagen, obwohl ich das jetzt nicht wirklich bräuchte. :D

Grüße Mario
Breattle
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von Breattle »

Grüß Dich Michael,

kein entsprechendes Werkzeug vorhanden? Kann ich mir nicht vorstellen, als Holzwerker wird doch Feile und Schleifstein vorhanden sein, zum konservieren muß es ja nicht unbedingt die Schwarte eines Parmaschinkens sein - Öl oder Hartwachs geht ebenso.

Warum ich mir dese Klugscheißerei herausnehme?

Ich bin gelernter Säger und Holzkaufmann (40 Jahre), pensioniert und autodidaktischer Restaurierer, Werkzeugsammler, Bootsbauer, Kleinmöbelherstelle, Waldschrat und zwischendurch pflege ich meine Schellackplattensammlung
Claus P
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von Claus P »

Breattle hat geschrieben: Fr 30. Okt 2026, 08:33 Kann ich mir nicht vorstellen, als Holzwerker wird doch Feile und Schleifstein vorhanden sein, zum konservieren muß es ja nicht unbedingt die Schwarte eines Parmaschinkens sein - Öl oder Hartwachs geht ebenso.
Guten Morgen,

wenn es gute Äxte, Schäl- oder Zugeisen sind, kannst du mit einer Feile leider nicht viel ausrichten. Schärfen geht nur durch Schleifen, am besten mit Bandschleifer oder (Fiber)Schleifscheibe. Aber unbedingt aufpassen, dass die Schneide nicht blau wird, sonst ist der Stahl weichgeglüht. Dann anschließend mit Abziehsteinen noch den Feinschliff erledigen.

Ich hab zwei Schepseisen (so heißen bei uns in der Gegend die Rindenschäler) von Ochsenkopf. Die hab ich auch schon wieder 30 Jahre. Die Schneide ist glashart (irgendwas um die 60 HRC aufwärts). Da geht nichts mit der Feile, da geht nur Schleifen. Bei den Zugeisen genauso.
Die alten Äxte von meiner Oma dürften mindestens 100 Jahre alt sein. die sind noch weich, die könnte man feilen. Aber gute Äxte sind vergütet und da ist Feilen auch nur bedingt möglich.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
pumuckel
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von pumuckel »

Breattle hat geschrieben: Fr 30. Okt 2026, 08:33 Grüß Dich Michael,

kein entsprechendes Werkzeug vorhanden? Kann ich mir nicht vorstellen, als Holzwerker wird doch Feile und Schleifstein vorhanden sein, zum konservieren muß es ja nicht unbedingt die Schwarte eines Parmaschinkens sein - Öl oder Hartwachs geht ebenso.

Warum ich mir dese Klugscheißerei herausnehme?

Ich bin gelernter Säger und Holzkaufmann (40 Jahre), pensioniert und autodidaktischer Restaurierer, Werkzeugsammler, Bootsbauer, Kleinmöbelherstelle, Waldschrat und zwischendurch pflege ich meine Schellackplattensammlung
Es hängt neben den Speckschwarten tatsächlich an den Feilen. Kleinere, um Schlüssel nachzuarbeiten und Sägen oder Profilhobel nachzuschärfen habe ich, aber an größeren nur eine Flachfeile. Ich habe nur eine kleine Kellerwerkstatt und muss mir immer genau überlegen, was ich da reinstopfe, um noch genügend Platz zum Arbeiten zu haben. Und Metallbearbeitung hat mich nie wirklich interessiert. Ich werde aber klarkommen, ein paar Alternativen zur Feile habe ich dann doch. Das Schärfen sehe ich auch nicht als das vorrangige Problem. Eher, wie ich den Rost von der Schmiedehaut runter bekomme, ohne diese zu zerstören. Aus dem Nachbarforum und von einem befreundeten Hobbyschmied habe ich aber inzwischen genügend Ansätze, um auch das in den Griff zu bekommen.

Gruß Michael
Breattle
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von Breattle »

Ich nehme mit Bestürzung zur Kenntnis, daß ich 60 Jahre was falsch gemacht habe :shock:
Bei der Waldarbeit war immer die Möglichkeit, bei Bodenkontakt händisch und ohne Fächerscheibe (die ich auch nicht verachte) die Schneide vom Schöpser und der Axt wieder instandzusetzen. Bei 60° HRC?
pumuckel
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von pumuckel »

Ich war jetzt auch überrascht. Ich weiß nicht, ob es bei größeren Feilen anders ist, aber die kleinen Präzisions- oder Habilisfeilen von Dick, die ich nutze, sind alle mit 66-67HRC angegeben. Aber vielleicht gibt es da Unterschiede.
Gruß Michael
Claus P
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Re: Werkzeug aufarbeiten, Flohmarktfund

Beitrag von Claus P »

Breattle hat geschrieben: Fr 30. Okt 2026, 11:07 Ich nehme mit Bestürzung zur Kenntnis, daß ich 60 Jahre was falsch gemacht habe :shock:
Bei der Waldarbeit war immer die Möglichkeit, bei Bodenkontakt händisch und ohne Fächerscheibe (die ich auch nicht verachte) die Schneide vom Schöpser und der Axt wieder instandzusetzen. Bei 60° HRC?
Nein, du hast gar nichts falsch gemacht. Wenn sich dein Schöpser mit einer Feile schärfen läßt, dann hast du entweder sehr gute Feilen, die noch richtig scharf sind, oder dein Schöpser ist aus einem Stahl mit niedriger Härte, die schneller stumpf werden und deswegen öfter nachgeschärft werden müssen.

HRC ist eine Härteangabe.

Damit du etwas damit anfangen kannst hier ein Beispiel: Streifenhobelmesser HSS Co haben eine Härte so um die 63 bis vielleicht 65 HRC. Versuch die mal mit einer Feile zu schärfen. Da wirst du schnell feststellen, dass das nur sehr schlecht bis gar nicht geht.
Wenn ich über Feilen spreche, dann meine ich keine Diamantfeilen, sondern ganz klassische Metallfeilen (Hieb 1 bis 3).
Stemmeisen von Kirschen oder MHG liegen so um die 61 bis 62 HRC vielleicht ein bisschen mehr.

Die Ochsenkopf Rindenschäler sind extrem hart. Mit der Feile lassen sich die Eisen nicht bearbeiten. Ich habs versucht, keine Chance. Das muß aber nicht heißen, dass das für andere Schäleisen genauso gilt. Die alten Beile von meiner Oma sind auch sehr weich. Sie bekommen viel häufiger Scharten und man muß die Beile öfter Nachschleifen, arbeiten kann man damit auch.

Wenn das Auge vom Schäleisen angeschweißt ist, dann kann man davon ausgehen, dass der Stahl keinen hohen Kohlenstoffgehalt hat und deswegen nicht ganz so hart ist. Alle Stähle, die eine sehr hohe Härte haben, kann man unter normalen Bedingungen nicht schweißen oder muß sie weichglühen und nach dem Schweißen sehr langsam abkühlen. Da die Naht sofort aufhärtet und reißt, wenn die Schweißnaht zu schnell abkühlt. Deswegen sind auch gute Schöpser immer aus einem Stück geschmiedet. Gleiches gilt auf für Zugmesser.


Zum Saubermachen kann ich dir eine feine Zopfbürste in der Bohrmaschine empfehlen. Die entfernt den Rost, aber der Zunder bleibt. Ein Scotchschwamm geht auch. Den hat deine Frau mit Sicherheit in der Küche.

Zum Konservieren einfach Öl verwenden, möglichst ohne Säure. Motorenöl geht gut. Hartwachsöle funktionieren auch. Es muß nicht Balistol sein, aber das funktioniert sehr gut. WD-40 würde ich nicht nehmen, aber zur Not geht das auch. Ist besser als nichts.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
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