Seite 2 von 4

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mo 31. Jul 2017, 01:17
von Mario
Hallo Lothar
Ein schöner und lustig geschriebener Baubericht von Dir. Macht Spaß zu lesen!
Ich will ja nicht schadenfroh sein, trotzdem bin ich irgendwie froh, dass nicht nur ich so`n D..p war. :D Das mit den Magneten meine ich natürlich!
Ich habe da auch nach neuen Magneten auf den von Dir und dem Fred empfohlenen Seiten Ausschau gehalten und auch annähernd passende gefunden. Habe aber auch immer noch den zerborstenen Magneten in der Schiene und lasse das auch erstmal so.
Das Fügen mache ich übrigens mit der TS und Führungsschiene. Zwei zu verleimende Bretter so dicht wie möglich aneinander gelegt, die müssen natürlich eine möglichst gerade Schnittkante haben und dürfen nicht sonst wie ausgefranzt sein, dann so ausrichten, so dass das Sägeblatt auch jede Kante der beiden Bretter schneidet, und schon hat man auch eine gute Leimfuge. Dabei ist es auch völlig unerheblich, ob das Sägeblatt 100% rechtwinklig ist. Hauptsache, man leimt auch genau diese Schnittkanten in dieser Position zusammen.
Das Ganze ist aber auch etwas aufwendiger als einfach an einem Hobel oder halt am Frästisch. Man muss sich da schon ein wenig den Kopf zerbrechen, wie man das Ganze ordentlich fest arretiert ohne das da eine Zwinge oder eventuelle Zulagen im Wege sind.
Ich gehe mal davon aus, Du wirst diese Methode schon kennen, Aber für alle anderen, vor allem Leute die keinen Frästisch und einen guten, großen Fräser + kräftiger Fräse besitzen,ist das vielleicht ein Tipp. Der Heiko Rech hat das ja mal auf seinem Blog recht ausführlich beschrieben, soweit ich das in Erinnerung habe.

Grüße, Mario!

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mi 27. Sep 2017, 20:19
von Bavarian-Woodworker
Im zweiten Teil geht es weiter mit dem Anfertigen der beiden Türen in Rahmenbauweise. Bei einem älteren Projekt von mir ( A Kastl für die Mama ) habe ich mich ja bereits einmal an Türen in Rahmenbauweise versucht. Damals habe ich die Verbindungen der Längs- u. Querfriese mit der Festool-Domino hergestellt. Dieses Mal wollte ich aber einmal die traditionelle Schlitz- u. Zapfenverbindung ausprobieren.
T_B_W_0039_TS.jpg
Dafür habe ich, wie beim Korpusbau, das benötigte Material wieder aus den 24 mm Terrassendielen gefertigt. Nach dem Dickenhobeln blieb noch eine Restdicke von 21 mm übrig.
T_B_W_0040_TS.jpg
Hier alle benötigten Teile für zwei Türen und eine Schubladenfront. Bereits auf Endmaß geschnitten und auf 20 mm Dicke ausgehobelt.
T_B_W_0048_TS.jpg
Nachdem ich mit der Handsäge noch nicht wirklich fitt bin und mir so präzise Schnitte für eine passgenaue Schlitz- und Zapfenverbindung noch nicht zutraue, habe ich mir, nach dem Studium von ein paar YouTube-Videos, eine kleine Vorrichtung für meine Festool CS 50 Zugsäge gebaut.
T_B_W_0049_TS.jpg
Nachdem alles genau eingerichtet war gingen die Schnitte wirklich sehr leicht und vor allem recht zügig von der Hand.
T_B_W_0050_TS.jpg
In ein paar Minuten waren alle Verbindungen sauber und vor allem passgenau geschnitten.

Die nächste "Herausforderung" für mich war das Anfertigen der Füllungen für die beiden Türen mit den Maßen 600 x 400 x 8 mm. Benötigen würde ich also jeweils drei Brettchen mit 140 mm Breite und 650 mm Länge pro Tür. Da ich die 24 mm Dielen nicht auf 8 mm herunter hobeln wollte, musste ich mir überlegen, wie ich die Teile nun am besten auftrennen könnte. Hochkant wollte ich die Lärchen-Dielen zum Aufteilen nicht über meine CS50 schieben - zum einen, weil die Schnitthöhe mit 5,5 cm selbst bei beidseitigem Schnitt nicht ausgereicht hätte und zum anderen weil mir mit über drei Millimeter Sägeblattbreite zu viel Material verloren gegangen wäre.
T_B_W_0051_TS.jpg
Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, meine Makita-Bandsäge aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Das Sägeblatt für Längsschnitte mit sehr wenigen Zähnen war schnelle aufgezogen. Nach einem Probeschnitt in einem Restholz, habe ich dann mit einem leicht mulmigen Gefühl die 140 mm Diele am viel zu niederen Anschlag der Makita entlang geschoben.
T_B_W_0052_TS.jpg
Aber, was soll ich sagen? Es hat wunderbar geklappt. Für den ersten Versuch war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
T_B_W_0054_TS.jpg
Dann alle Brettchen auf die Endstärke von 8 mm ausgehobelt. Klappt auf dem Makita Dickenhobel völlig problemlos. Um sicherzustellen, das beim Dickenhobeln evtl. auftretende Hobelmarken später nicht sichtbar werden, habe ich das Material ein paar Zentimeter länger als nötig belassen.
T_B_W_0055_TS.jpg
Auch hier hat mich das Endergebnis überzeugt. Die Kanten habe ich vor dem Verleimen wieder auf meinem Frästisch gefügt.
T_B_W_0056_TS.jpg
Beim Verleimen der 8mm dünnen Brettchen war etwas Feingefühl angesagt. Ein klein wenig zu viel Druck mit den Besseys und schon flutschten die Füllungen auseinander. Mein erster Gedanke hierzu war ja, wie beim Verleimen der Korpus-Teile, Flachdübel als "Verrutschsicherung" einzufräsen. Aber, bei einer Flachdübeldicke von 4 mm und einer Brettdicke von 8 mm war mir das dann doch ein wenig zu gefährlich. Mit "ein wenig Druck" von oben war aber dann auch dieses Problem schnell bewältigen.
T_B_W_0058_TS.jpg
Nach dem Verleimen werden die Füllungen mit dem Excenter bis 240 hochgeschliffen.
T_B_W_0060_TS.jpg
Dann werden am Frästisch die 8 mm Nuten eingebracht...
T_B_W_0059_TS.jpg
und die Längs- und Querfriese an der Innenseite leicht angefast.
T_B_W_0061_TS.jpg
Die Füllungen sitzen nach dem Schleifen mit umlaufend 5 mm Spiel stramm in den Nuten.
T_B_W_0062_TS.jpg
Hier seht ihr kurz meinen "Verleimaufbau". Die Zapfen habe ich mit leichtem Überstand gefertigt, um sie später passgenau angleichen zu können.
T_B_W_0063_TS.jpg
Die noch rohen Kanten vor dem "Besuch" auf dem Frästisch. Die Zapfen sind hier bereits geschliffen.
T_B_W_0064_TS.jpg
Hier die fertig gerundeten Außenkanten der Türen und Endschliff mit Korn 240.
T_B_W_0041_TS.jpg
Damit ich die Topfbänder für die Türen montieren kann, muss erst noch der Korpus fertig gestellt werden. Es fehlt noch die 12 mm MPX-Rückwand. Zuerst wollte ich auch diese aus Leimholz anfertigen, doch war mir das Auftrennen von 170 cm langen Dielen auf der Bandsäge doch ein wenig zu heikel. Also kurz die Rückwand mit der TS 55 und Führungsschiene auf dem MFT formatiert und ebenfalls bis Korn 240 innen und Korn 180 außen geschliffen.
T_B_W_0044_TS.jpg
Da ich den Schrank ja später mit Keilleisten an der Wand befestigen will, habe ich die Rückwand in einen umlaufenden Falz gelegt, vorgebohrt und die Bohrlöcher mit dem 3,5mm Festool-Bohrsenker angesenkt.
T_B_W_0045_TS.jpg
Verschraubt hab ich sie mit 3,5 x 30er SPAX
T_B_W_0042_TS.jpg
Die Lochreihen für die 4 gewünschten Fachböden habe ich diesmal mit einer kleinen Bohrschablone, die ich vor längerer Zeit mal auf ebay gekauft habe, eingebracht. Um die Bohrsachablone von Hettich für die Topfbänder nutzen zu können, sind die Bohrungen im System 32 angelegt.
T_B_W_0043_TS.jpg
Die Bohrungen werden in Massivholz unter Verwendung eines 5mm Holzbohrers und der Bohrmaschine zwar nicht ganz so sauber, wie mit der Oberfräse und entsprechendem Fräsbohrer, aber, ich wollte den Korpus nicht nochmal komplett zerlegen, um die große Bohrschablone für die Oberfräse passgenau auflegen zu können.
T_B_W_0046_TS.jpg
Zum Abschluss habe ich die Korpus-Aussenseiten ebenfalls noch bis Körnung 240 geschliffen.

Am Wochenende, wenns Wetter "passt" gehts weiter....:-)

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mi 27. Sep 2017, 20:32
von haifisch18
Danke für deinen Bericht.
Was für eine Kante ist das? Und wie fährst du die drauf?
Ich hätte nämlich gerne eine hellblaue in der Werkstatt.

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mi 27. Sep 2017, 20:45
von Bavarian-Woodworker
Hallo Benedikt,

Wenn Du die Kanten der Fachböden meinst, die ich als "Gewicht" benutzt habe, das ist eine Melaminkante zum aufbügeln in RAL 6018 gelbgrün. Geht super mit einem normalen Bügeleisen zu verarbeiten.

Hier in meinem "Systainerschrank-Projekt" kannst Du dir die Verarbeitung ansehen: ( KLICK )

Servus, der Lothar

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mi 27. Sep 2017, 20:57
von haifisch18
Danke, mit Melaminkante kann ich was anfangen.
Ich hätte zwar gerne eine dickere in der Werkstatt drauf, das ist aber zu viel Arbeit. :D

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Do 28. Sep 2017, 20:55
von Klaus
Hallo Lothar,

wie immer ein sehr interessanter und lehrreicher Bericht. Rahmen mit Zapfen stehen bei mir auch noch auf der Liste, war als schön zu sehen, wie Du das machst. Und Lärche ist einfach ein wunderschönes Holz :)

Gruss, Klaus

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Fr 29. Sep 2017, 08:19
von Strubsch
Ich schließe mich sehr gern den anderen an. Es ist sehr angenehm deine Berichte zu lesen es
mach mir immer wieder sehr viel Spaß. :D

Gruß Felix

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: So 8. Okt 2017, 16:45
von Jana
Hallo Lothar,

vielen Dank für den tollen Bericht! Mal wieder sehr sauber und detailliert dokumentiert.

Grüße,
Jana

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mo 6. Nov 2017, 16:39
von RudiHB
In der Tat ein perfekt bebildertes und beschriebenes Projekt. Wie alle Deine Projekte!

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Di 26. Dez 2017, 11:05
von Manfred
Hallo Lothar!
Wahnsinn ein toller Bericht und alles schön mit Bildern gezeigt.
Wobei ich sagen muss, mit gutem Werkzeug kann man auch gute Arbeit machen.
Hier in Bayern sagt man nicht umsonst, Wer Ko der Ko :lol:
Aus jedem Bericht kann man sich was abschauen und lernen.

Servus, der Manfred!