Hallo Klaus,
vielleicht mal die "Fehlerquellen" nacheinander ausschließen.
1.) Die Rolle vorher gut in warmen Wasser auswaschen. Ausschlagen (die Rolle auf den Stiel nach dem Waschen und am Stiel richtig heftig an der Handfläche runterziehen) und an einem staubfreien Ort trocknen lassen. Dabei ist es egal, ob die Rolle aus Niederflor besteht oder eine Schaumstoffwalze ist. Die sind nicht in einem Reinraum hergestellt, sondern kommen voller "Schmodder" aus der Fabrik.
2.) die Trocknungszeiten der Grundierung auf Wasserbasis beachten. Lieber 12 Stunden länger als zu schnell mit lösemittelhältigem Treppenlack (Dein genannter Lack ist eben ein solcher) auf nicht ausgetrockneter Wasserbeize arbeiten. Gerade bei Hartholz zieht die Beize nicht tief ein, sondern trocknet eher an der Oberfläche.
3.) Den Lack nicht direkt aus der Dose nehmen. Vor dem Anstrich ein sauberes Gefäß nehmen (gut ausgewaschenes Marmeladenglas) und den Lack per Lackfilter reinigen (->: als Beispiel:
https://www.amazon.de/Schnellsieb-Lacki ... B008HFWT86). Nur die Menge durchfiltern, die auch benötigt wird.
4.) Restlack gerne wieder in die Originaldose zurück, aber vor dem nächsten Anstrich wieder durchfiltern. Das geht in Windeseile.
4a.) Den Lackfilter nur einmal benutzen. Die kosten so wenig, das ist keine Verschwendung.
5.) Liegende Flächen beim Lackieren, so weit es geht, vermeiden. Der meiste Staub kommt von oben. Daher mit Hilfskonstruktionen arbeiten und, wenn möglich, die Werkstücke hinstellen
6.) Das Verdünnen beim ersten Anstrich ist unnötig bei mechanisch nicht belasteten Werkstücken. Das ist Zeit- und Geldverschwendung. Zudem das Lösemittel die Pigmente der Wasserbeize vielleicht bündelt.
7.) Wenn der Lack umgerührt wird, nicht einen frisch geschnittenen Rührstab aus Fichte/ Tanne nehmen. Einen Rest lackiertes Holz z.B.. Oder einen Kunststoffrührstab, den man vorher feucht abwischen kann. Einen ausrangierten Küchenlöffel. Die Vielfalt ist durchaus vorhanden.
8.) Wenn die Werkstatt sauber ist, ist auch die Lackierung sauber. Das "Durchpusten" vor dem Lackieren machen, aber danach mit einer ausgedehnten Kaffeepause den Staub sich setzen lassen. Auch das Benetzen des Bodens mit einer Gartenspritze und Wasser kann letzte Partikel binden.
9.) Das Werkstück vor dem Lackieren gut entstauben. Mit einem Staubbesen. Abpusten mit Druckluft reicht nicht aus. Zusätzlich reibe ich die meisten Werkstücke mit einem Microfaser-Tuch und einem Staubbindetuch ab (
http://www.staubfix.com/index.php/produ ... ndetuecher). Je Lackierung ein Staubbindetuch oder das eine vorher durchschneiden und die einzelnen Teile benutzen.
10.) Die Öffnung der Lackdose sauber halten. Gerade am Rand getrockneter Lack bröselt gerne in die Dose. Zudem die geschlossene Dose auf dem Deckel vor dem Öffnen einmal abpusten. Auf "Wie öffnet man eine Lackdose staubfrei" verzichte ich jetzt. Das ist zuviel an Klugscheißerei...
Und als letzten Tipp noch: kaufe Dir eine Rolle "vernünftige" Abdeckpappe, anstatt das "Wochenende" an Zeitung als Unterlage zu nehmen. In der Zeitung ist Druckerschwärze, die z.B. auf einer frisch lackierten Fläche unter Umständen hässliche Spuren hinterlässt. Klar, man hat gleichzeitig Lektüre. Aber hier ist das völlig unnötig.