Klaus hat geschrieben:Hallo Oliver,
ganz so nihilistisch seh ich das jetzt dann doch nicht. Alles muss immer billiger werden, da bleibt logischerweise die Qualität auf der Strecke. Eine Festplatte ist heutzutage Verbrauchsmaterial. Beruflich betreue ich weltweit IT-Projekte für die Flugsicherung, da ist eine genügende Anzahl von Spare-Platten selbstverständlich. In Verbindung mit einem RAID kann man Downtimes, die hier katastrophal sind, minimieren. Ein vernünftiges Backup und ggf. eine Archivierung ersetzt das natürlich nicht, das ist auch so ein verbreiteter Fehlglaube.
Die Kapazitäten der Festplatten wachsen aber immer noch in einer Geschwindigkeit, mit der kein bezahlbares Backup-Medium mithalten kann. Auf was soll man denn eine 10TB Platte sichern? Leider kann ich mir für daheim keine LTO Library leisten ... Online Speicher hört sich erst mal gut an, die Evaluation für geschäftliche Zwecke bestätigt aber Zweifel an der Zuverlässigkeit der Anbieter im billigeren Bereich. Eine Garantie auf die Daten oder selbst auf eine zuverlässige Datensicherung wird in Verträgen erst dann zugesichert, wenn die Beträge doch in ordentliche Sphären wandern.
Das mit dem Formatieren von Sticks hatte ich bei meinem MacBook Air zum Glück noch nicht, da werd ich in Zukunft besser aufpassen. Allerdings fristet das Teil eh nur ein Randdasein - Apple liegt mir absolut nicht.
Den Stecker ziehen tu ich aber trotzdem nicht. Wie früher tausende von Fotos in Diakästen speichern? Ausbelichten und ins Album kleben? Doch wohl eher nicht. Die Möglichkeiten übersteigen die Risiken für mich bei weitem und an der Risikominimierung muss man halt arbeiten. Deshalb ist der Bericht von mir auch nicht als Beschwerde gedacht, sondern soll einfach mal wieder aufzeigen, was so alles passieren kann. Wie geschrieben, in dieser Heftigkeit hatte ich das noch nie in den 40 Jahren in der IT bisher.
Gruss and keep on typing
Klaus
Hallo Klaus,
Ich habe deinen Beitrag auch wirklich nicht als Beschwerde aufgefasst. Meiner ist - vielleicht lustiger weise - auch keine.

Ich kann prima mit dem IST-Zustand leben und setze meine Prioritäten mittlerweile eben einfach anders.
Nur eines, es muss für mich ja eben nicht billig sein. Wenn ich mir für 1,3k ein Laptop kaufe, für fast 300,- eine 2TB TimeCapsule - lassen wir die restliche Hardware und laufende Kosten für diverse Abos (Cloud, Software...) mal aussen vor - dann ist das für mich als Semi-Privatanwender nicht gerade die "billig"-Schiene. Das man da als prof. IT-ler drüber lacht kann ich verstehen - ändert aber nichts daran das ich bei diesen Produkten etwas erwartet habe.
Scheinbar passt meine Erwartungshaltung aber nicht. Das habe ich auch gemerkt als ein anderer guter Freund von mir trouble mit einem nicht gerade billigen, größeren Synology NAS hatte. Da hätte ich auch erstmal angenommen das ist - für privat - "Bomb proof". Pustekuchen.
Und das ich als Semi-Privatperson mal mit 4 Backups hantiere wovon eins sogar noch an einem anderen Ort aufbewahrt wird, das hätte ich mir vor 10 Jahren auch nicht erträumt - aber genau hier ziehe ich für mich auch die rote Linie. Wenn das nicht mehr reicht ist halt Schluss.
Für mich ist es einfach so das mir die Lust fehlt mich noch tiefer und ausgiebiger mit der Materie zu beschäftigen als ich es bisher getan habe - und wenn das nicht mehr reicht um "sicher" durchs digitale Leben zu kommen, dann lasse ich es halt sein. Für mich hängt auch nichts (mehr) davon ab.
Eine ähnliche rote Linie ist für mich z.B. die Zwei-Faktor-Authentifizierung - wird die irgendwo zum Zwang ist für mich dort Schluss.
Hier kommt jetzt eine kleine "Beschwerde"
Unser Bürgermeister, oder besser die von ihm beauftragte Firma, bastelt jetzt an einer "Pass"-App für die Stadt.
Erstmal nur als "Bücherei-Ausweis" und zum ausleihen der städtischen E-Bikes. Weiterhin als "Bezahl-App" für städtische und örtliche Belange.
In einem Interview tauchte dann auf einmal, völlig Zusammenhanglos folgender Satz auf:
"Der Datenschutz, so versichert ********, würde in allen Bereichen sehr penibel berücksichtigt. So könne etwa nur der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes sehen, wann der ******** zuletzt falsch geparkt hat. "Das wäre dann wie jetzt auch""
Auf Nachfrage gab es dann die Antwort:
"Das langfristige Ziel ist es, einzelnen Bürger/-innen innerhalb ihres geschützten *******-Pass-Logins ausnahmslos alle Daten anzubieten, die bei der Stadt oder städtischen Töchtern über sie vorhanden sind."
Freude kommt da bei mir keine auf.
EDIT: Evtl. in dem Zusammenhang noch ganz interessant und quasi "Druckfrisch" ->
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... tegie.html
Ich sag mal lieber nicht was ich davon halte. *lach*
Viele Grüße,
Oliver