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Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: So 1. Mär 2026, 07:48
von Holzduebel
Moin,
Der Armreif hat eine Wandstärke von 2,5mm, es ist Schmuck und ein Erinnerungsstück an den vor 20 Jahren gefällten Pflaumenbaum der bei ihr lange im Garten stand.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: So 1. Mär 2026, 08:02
von Claus P
Sowas habe ich auch gedrechselt. Ist allerdings schon gut 10 Jahre her. Meine Frau hat sich einen Armreif und einen Ring gewünscht. Holz hatte ich nur Buche zu Hause, also ist es ein Ring und ein Armreif aus Buche geworden.
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Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: So 1. Mär 2026, 08:13
von Holzduebel
Ein Reif ist schnell gemacht.
Warum hast du das Drechselhobby nicht weiter gemacht?
Dein Reif ist schön dünn geworden, mir etwas zu breit aber das ist Geschmacksache.
Deine Frau hält ihn in Ehren sonst wären Beschädigungen zu sehen.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: So 1. Mär 2026, 08:42
von Claus P
Guten Morgen Uli,
ich drechsle schon auch, aber nicht nur. Drechseln ist immer noch ein Hobby von mir, aber nicht das einzige. Aufgegeben habe ich das Hobby nie. Dafür ist es einfach zu abwechslungsreich.
Wenn man richtig gute Drechselarbeiten machen will, braucht man Zeit. Ich habe Holz garantiert schon 10 Jahre bei mir im Holzschuppen liegen, woraus ich Schalen drechseln will. Immer kommt was dazwischen. Momentan baue ich ja einen Schreibtisch.
Die Schalen müsste ich auch erst vordrechseln und dann noch ein paar Monate trocknen, damit sie wirklich "stehenbleiben" und sich nicht mehr verziehen. Ein Rohling liegt im Heizraum von meiner Mutter. Den müßte ich schon lange fertig machen. Ich weis gar nicht, ob der dort noch steht, oder ob sie ihn schon eingeheizt hat.
Den Armreif wollte meine Frau so. Ich hab auch noch mehr gemacht. Die Kinder wollten dann auf einmal auch solche Armreife und auch Ringe. Die habe ich dann mit Edelsteinen verziert, weil ich was neues ausprobieren wollte.
Im Internet gibts ja zahlreiche Videos dazu, da habe ich mir abgeschaut, wie man sowas macht. Die sind fürs erste Mal ganz gut geworden. Ich habe einfach Rosenquarz gekauft und hab den dann auf dem Amboss klein geklopft, damit ich nur noch Splitter und feines Material hatte. Die Splitter habe ich dann mit Sekundenkleber in eine Rille geklebt. und mit HM- Drechseleisen bearbeitet. Ob es den/die Armreif(e) noch gibt, weiß ich nicht. Die Kinder waren damals noch klein und ich bin mir sicher, dass die Armreifen und auch die Ringe inzwischen zu klein sind.
Vielleicht hast du meinen Post von den Locheisen verfolgt. Die Hefte dazu sind alle selbst gemacht. Ist ja nicht viel dabei. Alles was ich an Griffen (Hefte) brauche, mache ich selbst.
Ich weis ja nicht, wie es dir geht. Aber bei mir ist immer der Reiz etwas neues ausprobieren. Meist gelingt mir die Arbeit oder ich muß improvisieren. Dann ist die Neugier und der Reiz auch schon vorbei. Trotzdem habe ich die Lust nicht verloren. Momentan sind meine Prioritäten aber etwas verschoben.
Hätte ich mehr Zeit, dann würde ich Drechseln auf jeden Fall intensivieren. Das ist ein wunderschönes Hobby und man kann tolle Sachen machen. Deswegen frage ich auch manchmal so doof. Die Anregungen sind bei mir immer im Hinterkopf und wenn mich mal wieder das Närrische packt, dann mach ich einfach was, was mir gerade in den Sinn kommt.
Ich liebe, wenn ich tun und lassen kann was ich will und mir keiner vorschreibt was ich gerade machen muß. Das ist für mich Hobby. Alles andere artet dann in Arbeit aus.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: Mi 4. Mär 2026, 10:59
von Holzduebel
Moin Claus,
Danke für den ausführlichen Bericht, ja, drechseln macht Spass und es wird nicht langweilig.
Es braucht viel Erfahrung und verschlingt auch einies an Zeit und Groschen für den Marschienenpark und Zubehör.
Thema Schärfen ist noch garnicht besprochen worden, wie machst Du das bei Dir?
Ich habe einen Doppelbock, Langsamläufer der ca 1200U/min dreht, eine CBN Scheibe und das Oneway Auflagesystem denn nur ein scharfes Eisen macht Spass zum arbeiten, das ist im Möbelbau auch nicht anders als beim drechseln.
Wie so oft will man ja gleich immer gut ausgestattet sein aber das Zeitproblem hat wohl jeder.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: Mi 4. Mär 2026, 19:31
von Claus P
Servus Uli,
ich schärfe unterschiedlich. Meine Schalenröhren schleife ich auf dem (Metall)Bandschleifer. Hier ist die Gefahr nicht so groß, dass die Scheide ausglüht und ich kann durch Schwenken des Drechseleisens einen Fingernagelschliff ohne Vorrichtung realisieren. Ich habe mir angewöht immer einen 4000er Stein auf der Werkbank liegen zu haben. Wenn die Schärfe nachläßt ziehe ich die Röhre ein paar mal über den Abziehstein und sie ist wieder scharf. Das mache ich so oft, bis der Widerstand am Eisen so groß ist, dass die Schärfe nicht mehr durch Abziehen hergestellt werden kann. Dann gehe ich entweder an den Doppelschleifer mit einem feinen Stein. Dort schärfe ich vorsichtig nach, damit ja die Schneide nicht blau wird. Allerdings hat der Doppelschleifer den Nachteil, dass man kaum einen wirklich guten Schliff bei einer Schalenröhre ohne Vorrichtung hinbekommt. Deswegen mach ich das nur ein paar mal (3 bis 5x), dann gehe ich wieder auf den Bandschleifer und schleife die Schalenröhre wieder, dass die Schneide (Fingernagelschliff) wieder passt. Dann geht das Spiel wieder von vorne los.
Abstecher schleife ich unterschiedlich, mal auf dem Bandschleifer, an der Umlenkrolle, oder auch am Doppelschleifer. Hier ist die Gefahr, dass die Spitze ausglüht nicht so groß, als bei Schalenröhren. Absteher ziehe ich nicht ab. Allerdings achte ich darauf das die Schneide vorne leicht schräg ist und sich an einer Seite eine Spitze ausbildet. Mit der Spitze steche ich am Werkstück ab, so bleibt kein bzw. nur ein ganz kleiner Butzen stehen, den man wegschleifen kann.
Meißel und Schruppeisen (Schaber) schleife ich auch mal am Doppelschleifer und wenn es dann weiter fehlt gehe ich auf den Bandschleifer. Mit dem Bandschleifer kann ich eine sehr sehr feine Schneide herstellen. Wenn ich 5 bis 6 mal über einen feinen Abziehstein ziehe, ist das Eisen wieder rasiermesserscharf.
Breite Meißel zum Schlichten schleife ich ausschließlich am Bandschleifer, da man die Schneide über die gesamte Breite im richtigen Winkel schleifen kann. Dann noch ein paar mal über einen 4000er und 8000er Stein abziehen und der Meißel ist rasiermesserscharf. Im Prinzip nichts anderes, als bei einem Hobeleisen, nur mit dem Unterschied, dass die das Hobeleisen auf der Flachschleifmaschine schleife. So wir die Schneide exakt im 25° Winkel, eben und rechtwinklig.
Schruppröhre schleife ich mal so mal so. Manchmal am Doppelschleifer, ab und zu am Bandschleifer. Abgezogen wird die Schruppröhre, je nach Laune und Zeit. Manchmal ziehe ich sie ab, manchmal nicht. Aber Abziehen ist definitiv besser, da die Schneide einfach schärfer wird.
ABER!
Ich habe mir unterschiedliche HM- Wendeplatten zum Drechseln besorgt. Die halten sehr sehr lange, bis die stumpf werden. Ich habe mir mal bei Amazon einen Satz Wendeplattenhalter gekauft, auch gekröpfte zum Innendrehen. Ein Griff zum Wechseln war dabei. Ich hab mir dann selbst Hefte gedrechselt und aus Alu einen Einsatz, mit dem der Halter geklemmt werden kann. So muß ich nicht dauernd den Griff wechseln und das Heft liegt viel angenehmer in der Hand.
Bei den HM- Platten nehme ich hauptsächlich das "runde Eisen" mit der runden Wendeplatte. Damit kann man alle Arbeiten erledigen, analog zu einer Schalenröhre. Allerdings hab ich nur einen Durchmesser, das einer mittleren Schalenröhre entspricht.
Die "Schifferl" Wendeplatte nehme ich um schlanke Formen auszuarbeiten.
Die Rechteckplatte kann man wie einen Meißel verwenden und extrem glatte Oberflächen herstellen. Nachschleifen ist nicht mehr erforderlich. Allerdings muß man sehr aufpassen, dass man keinen Holländer fabriziert. Deswegen nutze ich die Rechteckplatte eher ungern, da sie nur 10mm breit ist. Zum Feinschlichten ist mir ein breiter Meißel lieber.
Zu den Kosten.
Meine Drechselbank ist - wie fast alle meine Maschinen - ein Dinosaurier. Ich habe sie von einem Drechslermeister, der im Erzgebirge seine Werkstatt hat, gekauft. Das ist bestimmt schon 10 Jahre her.
Die Kosten für die alte Maschine waren überschaubar. Ich habe vor 10 Jahren habe ich 300 Euro bezahlt. Die Drehseleisen sind in Summe teurer gekommen, als die Drechselbank
Die Drehzahl wird - wie früher üblich - über Riemen in festen Stufen verstellt. Die niedrige Stufen nehme ich nur zum Schruppen, wenn ich die grobe Form herausgearbeitet habe und der Rohling rund läuft wechsle ich meist auf die schnellste Stufe. Das gehnt natürlich nur bei schlanken Teilen, wie deine Gewürzmühlen.
Für Schalen ist die Drehzahl viel zu hoch. Ich bin da inzwischen sehr vorsichtig, nachdem es mir mal eine Schale zerrissen hat und ein Teil einen Dachziegel durchschlagen hat. Passiert ist mir zum Glück nichts, aber ich mußte mich erst mal setzen und den Schrecken verdauen. Im ersten Moment hab ich gar nicht realisiert, was passiert ist.
Deswegen gehe ich bei Teilen mit großen Durchmessern höchstens auf mittlere Drehzahl und drücke bei dünnen Schalen praktisch kaum noch.
Mir macht Drechseln sehr großen Spaß. Als die Kinder noch klein waren, hab ich ihnen auch kleine Flöten gedrechselt und alles mögliche, was den Kindern eingefallen ist. Inzwischen haben sie eher das Interesse an den Sachen verloren und verlangen nach ganz speziellen Möbeln. Deswegen kommt das Hobby zu kurz.
So, jetzt weist du was ich wie so mache.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: Sa 7. Mär 2026, 07:22
von Holzduebel
Moin Claus,
Mit einem Schleifband würde ich zu viel Eisen auf einmal abnehmen, auch die Winkel bei zB Röhren würde ich schnell verstellen.
Durch das Oneway System und der CBN kann ich wiederholgenau und nur minimal die Eisen rattenscharf bekommen bei minimalen Abtrag, die werden wirklich nur kurz angehalten und gedreht. Ich werde auch bei täglichen drechseln meine Eisen nie mehr aufbrauchen.
Auch ein ausglühen ist ausgeschlossen bei dem System.
Keramik oder Glassteine haben den Nachteil das sie oft geplant werden müssen, auch die Wasserspiele in der Werkstatt sind nicht meins.
Der Schleifbock steht in der Werkstatt und ein nachschärfen ist in Sekunden erledigt, da braucht es keine wirklichen Vorbereitungen.
Abrichten musst du normale Steine auch auf dem Bock, das bleibt dir an der CBN erspart.
Wendeplatteneisen habe ich auch aber die sind mir zu aggressiv, es ist zwar nur ein billiges Set aus Asien aber die Platten sind scharf und zum probieren reichte mir das.
Ich fange demnächst mal mit negativen Schabern an, da kann man auch gute schnelle und saubere Ergebnisse erzielen. Ich hab auch schon eins aber mit dem schärfen muss ich mich noch auseinander setzen.
Fest eingestellte Riemenscheiben ging immer aber ein Frequenzumrichter mit Anzeige ist wirklicher ein Fortschritt den ich nicht missen wollte. Bei großen Schalen die viel Drehmoment brauchen kann ich aber auch die maximale Drehzahl runter setzen, das passiert aber relativ selten.
Euch noch ein schönes Wochenende.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: Sa 7. Mär 2026, 08:14
von Claus P
Guten Morgen Uli,
eine CBN Schleifscheibe nutze ich nur für HM- Sägeblätter. Aber ich gebe dir recht. CBN wäre für solche Aufgaben hervorragend, wenn man wenig Material abtragen und totzdem eine saubere Schneide haben möchte.
Dafür drechsel ich zu wenig.
Die HM- Stähle sind auch aus China, aber für meine Arbeiten sind sie in Ordnung. Das Finish mach ich aber trotzdem mit normalen Eisen. Die HM- Stähle schaben ja nur und richtig, kann ich bestätigen, dass sie sehr aggressiv sind. Vor allem bei weicheren Holz sind die nicht so gut, da sind die normalen Drechseleisen besser. Für das bisschen, was ich mache komme ich zu recht.
Vielleicht wirds ja mal mehr, wenn meine anderen Projekte abgeschlossen sind.
Ja, ein FU ist natürlich eine ganz andere Liga. Da brauchen wir gar nicht drüber sprechen. Die Möglichkeit hätte ich ja immer noch. Der Motor an der Drechselmaschine ist ja recht klein. Ich habe noch nicht nachgesehen, aber mehr wie 1 kW hat der nicht. Ein FU wäre schnell angebaut. Aber dafür müßte ich mehr machen. Ansonsten ist die alte Maschine in Ordnung. Die ist schwer und einfach gebaut. Da kann nicht viel daran kaputt gehen. Deswegen liebe ich sie. Was ein bisschen nervt ist die Verstellung vom Reitstock. Unten die Platte, die gegen das Bett drückt hat etwas Spiel und verdreht sich beim Verschieben. Das ist nervig. Aber man könnte so viel verbessern und ändern. Irgendwann ist es auch mal gut.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: Mi 11. Mär 2026, 10:27
von Holzduebel
Moin,
Für die Mühlen brauche ich einen dünneren Abstecher um die Maserung zwischen Kopf und Körper möglichst gering zu halten. Normale dünne Abstecher sind 1,8mm stark.
Einen alten Zahnspachtel hatte ich noch, er misst nur 0,5mm und sind eigentlich sehr hart, er wurde kurzerhand beflext und passend geschnitten.
Die Bandsäge hat auch ein 0,5mm Breites drauf und das passte gut.
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Ein Reststück schönes Holz ist in jeder Restekiste und so wurde noch ein Griff mit 2k eingeklebt.
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Zwei 6mm Messingstifte halten das Messer damit es in Position bleibt.
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Etwas schmirgeln und Öl und fertig ist der schmale Abstecher.
Sicher lässt er kein aggressives abstechen zu aber vorsichtiger Vorschub sollte funktionieren.
Re: Drechselobjekte und Werkzeuge die dafür benutzt wurden
Verfasst: Mi 11. Mär 2026, 11:38
von Holzduebel
Klappt super.
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Natürlich wird die Spitze sehr schnell blau aber mit etwas Geduld geht es Stück für Stück.