Re: Der Stammtisch-Läster-Thread
Verfasst: So 25. Sep 2016, 20:44
Hallo liebe Holzwürmer!
Wenn Lothar schon ausdrücklich zu Kritik und Feedback aufruft, dann will ich die Gelegenheit auch nutzen, wenngleich ich finde, das sollte besser nicht in der Öffentlichkeit, sondern im geschlossenen Kreis der Nutzer geschehen.
Vorab möchte ich sagen, dass ich viel Spaß am Forum habe und schwer begeistert bin, weil hier massenhaft Fachwissen eingebracht wird, die allermeisten freundlich und hilfsbereit miteinander umgehen und ich hier viel lernen kann. Meistens ist es ein reines Vergnügen, die Beiträge zu lesen. Geradezu umwerfend finde ich es, wenn ein Mitglied ein anderes ihm persönlich unbekanntes Mitglied einlädt, bei ihm Werkzeuge auszuprobieren. So ein Forum empfinde ich als Bereicherung, die ich nicht missen möchte!
Einzelne Beiträge bereiten mir aber auch Verdruss.
Einer der Gründe, dieses Forum ins Leben zu rufen und am Leben zu erhalten, war doch gerade, sich von anderen Foren abzugrenzen, weil den Vätern dieses Forums die Umgangsformen in anderen Foren missfielen. Deshalb finde ich es sehr schade, dass die beiden Väter dieses Forums (Heiko als derjenige, der das Baby zur Welt gebracht hat, und Lothar als derjenige, der es großzieht) sich jetzt offenbar entzweit haben. Wenn in diesem Forum die gleichen Zankereien stattfinden wie anderswo, bleibt das Besondere dieses Forums auf der Strecke. Es sollte Nutzer anziehen durch interessante und exklusiv dargebotene Berichte, hilfreiche Tipps und angenehme Umgangsformen, in denen sich jeder wohl fühlt.
Man wird sicherlich lange darüber streiten können, was ein akzeptabler Ton ist und was nicht. Wir werden uns vermutlich schnell einig, dass „könntest Du bitte mitteilen, ob Du die Klemmzwingen oder die Schraubzwingen meinst?“ eine höflich gehaltene und sachlich berechtigte Frage wäre, während „Du stinkender hirnloser Penner bist wieder mal zu dämlich, Dich präzise auszudrücken“ krass unhöflich wäre. Nun kann man sich zahlreiche Nuancen dazwischen denken. Wo genau die Grenze zwischen Ist-Noch-Höflich und Ist-Nicht-Mehr-Höflich liegt, weiß ich auch nicht. Eine exakte Grenze gibt es vielleicht auch gar nicht, weil das vermutlich jeder anders empfindet. Der eine pflegt eine etwas deftigere Sprache und stört sich an gewissen Formulierungen nicht, während sie dem anderen unangenehm aufstoßen.
Ich glaube auch, dass es ein Unterschied ist, ob man nur als unbeteiligter Dritter den Streit von anderen beobachtet, oder ob man selber betroffen ist, weil man sich selber persönlich angegriffen fühlt. Mir geht es jedenfalls so. Im Beruf bin ich schon richtig heftig verbal attackiert worden. Ich hatte früher gedacht, das würde mich nicht anfechten. Tat es aber doch, als es dann passierte. Ich konnte richtig spüren, wie das Adrenalin durch den Körper schoss, der Puls stieg und sich der dringende Wunsch einstellte, es dem anderen heimzuzahlen. Manchmal habe ich den Ärger sogar mit nach Hause genommen und konnte abends nicht gut einschlafen. Deshalb finde ich, dass man es nicht mit einem „Stell Dich nicht so an, war doch nicht so schlimm“ abtun sollte, wenn sich jemand angegriffen fühlt. Für den Betroffenen ist es eben doch schlimm, auch wenn ein Außenstehender das nicht immer so nachvollziehen kann.
Deshalb fände ich es schön, wenn sich jeder, der etwas schreibt, vornähme und sich bemühte, niemanden zu verletzen und so freundlich und sachlich wie möglich zu bleiben.
Das ist sicher nicht immer so einfach. Wir können hier nur schriftlich miteinander kommunizieren und uns deshalb nur über Wörter verständlich machen. Das ist viel schwieriger als eine Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, bei der ja die Botschaft auch durch die Stimme, den Ton, die Mimik und die Gestik rübergebracht wird. Außerdem sieht man im persönlichen Gespräch sein Gegenüber. Wenn sich dessen Miene verfinstert, weil er etwas anders versteht als ich das gemeint habe, bemerke ich das und kann sofort gegensteuern. Das alles entfällt hier. Hinzu kommt, dass wir nicht so präzise und gewählt formulieren können wie Thomas Mann und auch nicht die Zeit haben, jedes Wort sorgfältig abzuwägen. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich nicht optimal ausdrückt und damit jemanden anders verärgert.
Deshalb fände ich es auch schön, wenn jeder Leser, der sich über etwas ärgert, versuchen würde, sich selber zu beschwichtigen und sich zu sagen, der andere habe es bestimmt nicht so gemeint. Man kann auch versuchen, der Sache heitere Aspekte abzugewinnen. Gelegentlich wohnt solchen Beiträgen ja eine unfreiwillige Komik inne. Ich musste jedenfalls schon schmunzeln, wenn Leute, die sich mit rigiden Meinungen und hohen Ansprüchen an andere zu Wort gemeldet haben, gleich danach krachend an ihren eigenen Ansprüchen scheiterten. Der Hochmut kommt eben manchmal vor dem Fall.
Sollte das alles nicht helfen, kann man sich auch einfach sagen, was kümmert‘s den Mond, wenn der Hund bellt. Man muss nicht jeden Fehdehandschuh aufnehmen, der einem hingeworfen wird. Eine Dame reagiert nicht aufs Pfeifen und ein Herr braucht nicht auf Kritik zu reagieren. Nicht umsonst heißt es, Reden sei Silber, Schweigen jedoch Gold.
Das wäre einfacher, wenn man technisch die Möglichkeit hätte, die Beiträge bestimmter Autoren für sich selber unsichtbar zu machen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Einmal jemanden als gesperrt kennzeichnen und sich nie wieder ärgern. Ob das technisch überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Ich finde es auch eigentlich ein bisschen unfair gegenüber dem Gesperrten, weil der vielleicht gar nicht bemerkt hat, wie rüpelhaft er rüberkommt. Dem könnte man durch einen kleinen Hinweis in einer persönlichen Mitteilung entgegenwirken – in höflicher Form natürlich. Und ob der andere den Hinweis aufnimmt, bleibt selbstverständlich ihm selber überlassen.
Wenn ich wie im Märchen drei Wünsche frei hätte, dann wünschte ich mir, dass
1. jeder Schreiber sich am Grundsatz „Im Zweifel für die Höflichkeit“ orientiert,
2. jeder Leser an den Satz „Der meint das sicher nicht böse“ glaubt und
3. keiner jemals einen Beitrag bloß deshalb verfasst, um es einem anderen heimzuzahlen.
Kann sich von den nicht mehr ganz knackig Jugendlichen noch jemand an die Anfang der 70er Jahre ausgestrahlte Fernsehserie „Die Zwei“ mit Roger Moore als Lord Brett Sinclair und Tony Curtis als Danny Wilde erinnern? In der ersten Folge trafen die beiden mehr oder weniger zufällig an einer Bar zusammen und gerieten in einen heftigen Streit über die weltbewegende Frage, ob in einen speziellen Drink eine oder zwei Oliven gehören. Das artete dann zu einer handfesten Prügelei aus, weil jeder von beiden auf seinem Rezept beharrte und meinte, den jeweils anderen mit seiner Version beglücken zu müssen. An diese Szene musste ich bei manchen Disputen denken. In der Fernsehserie haben die beiden Helden sich schließlich zusammengerauft. Es würde mich freuen, wenn das hier auch gelänge.
Viele Grüße
Heike
Wenn Lothar schon ausdrücklich zu Kritik und Feedback aufruft, dann will ich die Gelegenheit auch nutzen, wenngleich ich finde, das sollte besser nicht in der Öffentlichkeit, sondern im geschlossenen Kreis der Nutzer geschehen.
Vorab möchte ich sagen, dass ich viel Spaß am Forum habe und schwer begeistert bin, weil hier massenhaft Fachwissen eingebracht wird, die allermeisten freundlich und hilfsbereit miteinander umgehen und ich hier viel lernen kann. Meistens ist es ein reines Vergnügen, die Beiträge zu lesen. Geradezu umwerfend finde ich es, wenn ein Mitglied ein anderes ihm persönlich unbekanntes Mitglied einlädt, bei ihm Werkzeuge auszuprobieren. So ein Forum empfinde ich als Bereicherung, die ich nicht missen möchte!
Einzelne Beiträge bereiten mir aber auch Verdruss.
Einer der Gründe, dieses Forum ins Leben zu rufen und am Leben zu erhalten, war doch gerade, sich von anderen Foren abzugrenzen, weil den Vätern dieses Forums die Umgangsformen in anderen Foren missfielen. Deshalb finde ich es sehr schade, dass die beiden Väter dieses Forums (Heiko als derjenige, der das Baby zur Welt gebracht hat, und Lothar als derjenige, der es großzieht) sich jetzt offenbar entzweit haben. Wenn in diesem Forum die gleichen Zankereien stattfinden wie anderswo, bleibt das Besondere dieses Forums auf der Strecke. Es sollte Nutzer anziehen durch interessante und exklusiv dargebotene Berichte, hilfreiche Tipps und angenehme Umgangsformen, in denen sich jeder wohl fühlt.
Man wird sicherlich lange darüber streiten können, was ein akzeptabler Ton ist und was nicht. Wir werden uns vermutlich schnell einig, dass „könntest Du bitte mitteilen, ob Du die Klemmzwingen oder die Schraubzwingen meinst?“ eine höflich gehaltene und sachlich berechtigte Frage wäre, während „Du stinkender hirnloser Penner bist wieder mal zu dämlich, Dich präzise auszudrücken“ krass unhöflich wäre. Nun kann man sich zahlreiche Nuancen dazwischen denken. Wo genau die Grenze zwischen Ist-Noch-Höflich und Ist-Nicht-Mehr-Höflich liegt, weiß ich auch nicht. Eine exakte Grenze gibt es vielleicht auch gar nicht, weil das vermutlich jeder anders empfindet. Der eine pflegt eine etwas deftigere Sprache und stört sich an gewissen Formulierungen nicht, während sie dem anderen unangenehm aufstoßen.
Ich glaube auch, dass es ein Unterschied ist, ob man nur als unbeteiligter Dritter den Streit von anderen beobachtet, oder ob man selber betroffen ist, weil man sich selber persönlich angegriffen fühlt. Mir geht es jedenfalls so. Im Beruf bin ich schon richtig heftig verbal attackiert worden. Ich hatte früher gedacht, das würde mich nicht anfechten. Tat es aber doch, als es dann passierte. Ich konnte richtig spüren, wie das Adrenalin durch den Körper schoss, der Puls stieg und sich der dringende Wunsch einstellte, es dem anderen heimzuzahlen. Manchmal habe ich den Ärger sogar mit nach Hause genommen und konnte abends nicht gut einschlafen. Deshalb finde ich, dass man es nicht mit einem „Stell Dich nicht so an, war doch nicht so schlimm“ abtun sollte, wenn sich jemand angegriffen fühlt. Für den Betroffenen ist es eben doch schlimm, auch wenn ein Außenstehender das nicht immer so nachvollziehen kann.
Deshalb fände ich es schön, wenn sich jeder, der etwas schreibt, vornähme und sich bemühte, niemanden zu verletzen und so freundlich und sachlich wie möglich zu bleiben.
Das ist sicher nicht immer so einfach. Wir können hier nur schriftlich miteinander kommunizieren und uns deshalb nur über Wörter verständlich machen. Das ist viel schwieriger als eine Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, bei der ja die Botschaft auch durch die Stimme, den Ton, die Mimik und die Gestik rübergebracht wird. Außerdem sieht man im persönlichen Gespräch sein Gegenüber. Wenn sich dessen Miene verfinstert, weil er etwas anders versteht als ich das gemeint habe, bemerke ich das und kann sofort gegensteuern. Das alles entfällt hier. Hinzu kommt, dass wir nicht so präzise und gewählt formulieren können wie Thomas Mann und auch nicht die Zeit haben, jedes Wort sorgfältig abzuwägen. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich nicht optimal ausdrückt und damit jemanden anders verärgert.
Deshalb fände ich es auch schön, wenn jeder Leser, der sich über etwas ärgert, versuchen würde, sich selber zu beschwichtigen und sich zu sagen, der andere habe es bestimmt nicht so gemeint. Man kann auch versuchen, der Sache heitere Aspekte abzugewinnen. Gelegentlich wohnt solchen Beiträgen ja eine unfreiwillige Komik inne. Ich musste jedenfalls schon schmunzeln, wenn Leute, die sich mit rigiden Meinungen und hohen Ansprüchen an andere zu Wort gemeldet haben, gleich danach krachend an ihren eigenen Ansprüchen scheiterten. Der Hochmut kommt eben manchmal vor dem Fall.
Sollte das alles nicht helfen, kann man sich auch einfach sagen, was kümmert‘s den Mond, wenn der Hund bellt. Man muss nicht jeden Fehdehandschuh aufnehmen, der einem hingeworfen wird. Eine Dame reagiert nicht aufs Pfeifen und ein Herr braucht nicht auf Kritik zu reagieren. Nicht umsonst heißt es, Reden sei Silber, Schweigen jedoch Gold.
Das wäre einfacher, wenn man technisch die Möglichkeit hätte, die Beiträge bestimmter Autoren für sich selber unsichtbar zu machen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Einmal jemanden als gesperrt kennzeichnen und sich nie wieder ärgern. Ob das technisch überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Ich finde es auch eigentlich ein bisschen unfair gegenüber dem Gesperrten, weil der vielleicht gar nicht bemerkt hat, wie rüpelhaft er rüberkommt. Dem könnte man durch einen kleinen Hinweis in einer persönlichen Mitteilung entgegenwirken – in höflicher Form natürlich. Und ob der andere den Hinweis aufnimmt, bleibt selbstverständlich ihm selber überlassen.
Wenn ich wie im Märchen drei Wünsche frei hätte, dann wünschte ich mir, dass
1. jeder Schreiber sich am Grundsatz „Im Zweifel für die Höflichkeit“ orientiert,
2. jeder Leser an den Satz „Der meint das sicher nicht böse“ glaubt und
3. keiner jemals einen Beitrag bloß deshalb verfasst, um es einem anderen heimzuzahlen.
Kann sich von den nicht mehr ganz knackig Jugendlichen noch jemand an die Anfang der 70er Jahre ausgestrahlte Fernsehserie „Die Zwei“ mit Roger Moore als Lord Brett Sinclair und Tony Curtis als Danny Wilde erinnern? In der ersten Folge trafen die beiden mehr oder weniger zufällig an einer Bar zusammen und gerieten in einen heftigen Streit über die weltbewegende Frage, ob in einen speziellen Drink eine oder zwei Oliven gehören. Das artete dann zu einer handfesten Prügelei aus, weil jeder von beiden auf seinem Rezept beharrte und meinte, den jeweils anderen mit seiner Version beglücken zu müssen. An diese Szene musste ich bei manchen Disputen denken. In der Fernsehserie haben die beiden Helden sich schließlich zusammengerauft. Es würde mich freuen, wenn das hier auch gelänge.
Viele Grüße
Heike