Hobelbank aus Esche

Zweckmäßiges für unsere Werkstätten
Dikado
Beiträge: 446
Registriert: So 31. Mai 2020, 22:17

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Dikado »

Klaus hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 12:49 Meine Bank wird so um die 150kg wiegen
Das halte ich mal für ein Gerücht.
Wenn meine kleine Hobelbank mit einer Länge von 1,2 m, 10 cm Bankplatte und einem Schraubstock schon 150 Kg wiegt, ich hatte damals die einzelnen Teile gewogen, dann dürftest du wohl deutlich über 200 Kg kommen. Ich habe Buche genommen, aber dein Holz dürfte auch nicht leichter sein.
Gruß Dirk
Benutzeravatar
Klaus
Beiträge: 7745
Registriert: So 3. Jul 2016, 13:39
Wohnort: Wohmbrechts (Bayern)

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Klaus »

Also ich hab eine Mischung aus "gewogen" und "berechnet", die 650kg/m³ sind von https://www.anzugsmoment.de/werkstoffe/holz-gewicht/

Code: Alles auswählen

Teil		Breite	Länge	Stärke	Volumen m³	spez. Gewicht kg/m³	Gewicht kg	

Platte breit	0,27	2	0,06	0,0324		650			21,06	berechnet
Platte schmal	0,25	2	0,06	0,03		650			19,5	berechnet
Tischbeine	0,13	0,86	0,09	0,010062				20,8	gewogen
Zargen lang									13,2	gewogen
Zargen kurz									4	gewogen
Zangenführung									18	techn. Daten

Gesamt										96,56
Dazu kommt dann noch das Gewicht der Schränke unter der Bankplatte, die ich mit 50kg schätze.
Dikado
Beiträge: 446
Registriert: So 31. Mai 2020, 22:17

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Dikado »

Ich sehe gerade, deine Platten sind zwar lang aber schmal. Ich erinnere mich noch gut, dass ich mir an meiner Platte fast einen Bruch gehoben habe, obwohl die nur 120 x 60 x 10 cm war. Die wog gefühlt schon eine halbe Tonne. Ich müsste die mal freiräumen, dann könnte ich mal ein Foto einstellen.
Gruß Dirk
Claus P
Beiträge: 714
Registriert: Mi 9. Apr 2025, 08:14
Wohnort: Oberpfalz/Bayern

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Claus P »

Ja, das Gewicht ist so eine Sache. Da verschätzt man sich gerne schnell mal. Das hab ich leidlich erfahren.

Als ich vor 8 Jahren die Eschen geholt habe war ich mit einem 1,8 tonner Tandem Hänger unterwegs. Ich hab die Bohlen gesehen und mir gedacht, ach das haben wir gleich....
Wieviel m³ das waren kann ich nicht genau sagen, aber 2 bis 3m³ werden es schon gewesen sein. Die 50er Bohlen waren 3 m lang und an einem Ende teilweise bis zu 1m breit. Der Hänger war gut geladen und dann ab auf die Autobahn. Da hab ich gemerkt, dass ich wahrscheinlich deutlich überladen hatte. Bei 100 km/h fing der Hänger zu schlingern an und meinen Benz hat das Heck gewackelt, obwohl genug Gewicht auf der Deichsel war. Das Abladen wäre alleine ohne Frontlader nicht möglich gewesen. Ich würde eine Bohle so um die 70 bis 80 kg schätzen und es waren bestimmt 20 Stück, wenn nichts sogar mehr.

Ich kann nur sagen, das war kein Spaß. Ich habe zum Glück den Hänger abfangen können und es ist nichts passiert, aber das war mir aber eine Lehre.

Seitdem bin ich sehr sehr vorsichtig, was das Gewicht von Holz angeht. Letztes Jahr im Januar habe ich Esche auftrennen lassen. Die hat mir mein Cousin mit dem Rückeanhänger gefahren. Das waren genau 3 fm Eschenholz aufgeteilt in 3 Stücken. 1x 800 kg 1x1000 kg und 1x1.200 kg. Wir haben das Gewicht auf einer genauen LKW Waage gewogen. Also kann ich sagen: grüne Esche wiegt der m³ ziemlich genau 1 tonne. Wenn sie getrocknet ist bist du bei ungefähr 650 bis 700 kg. Die Werte aus der Literatur sind nur Anhaltswerte und können variieren.

Ich glaube deine Hobelbank wird eher schwerer als leichter. Ich habe jetzt mal grob meine Bankplatte überschlagen:
Dicke 130mm
Länge 2800mm
Tiefe 850mm
Spezifisches Gewicht 700 kg/dm³

Das wären dann 217 kg. Das glaube ich sofort. Wenn ich die Abschätzung weiter hochrechne sind die 500 bis 600 kg für meine Hobelbank nicht so abwägig. Das ist schon eine Hausnummer!
Zuletzt geändert von Claus P am So 11. Jan 2026, 16:04, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
Benutzeravatar
Klaus
Beiträge: 7745
Registriert: So 3. Jul 2016, 13:39
Wohnort: Wohmbrechts (Bayern)

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Klaus »

Claus P hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 15:27 Das ist schon eine Hausnummer!
Allerdings :)

Als wir meine Esche nach dem aufschneiden gestapelt haben, war jede Bohle (auch 50mm) ein Kraftakt. Nach gut zwei Jahren sind die DEUTLICH leichter geworden. Klar - Wasser wiegt halt 1t / m³. Die zwei schmalen Platten sind gerade noch so alleine handhabbar. Hab aber auch schon meinen Leistenbruch maulen hören ;)

Gruss, Klaus (dem 150kg Hobelbank durchaus reichen)
Benutzeravatar
Sebastian
Beiträge: 1083
Registriert: Mi 14. Dez 2016, 15:04
Wohnort: Dußlingen

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Sebastian »

Claus P hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 15:27 Der Hänger war gut geladen und dann ab auf die Autobahn. Da hab ich gemerkt, dass ich wahrscheinlich deutlich überladen hatte. Bei 100 km/h fing der Hänger zu schlingern an und meinen Benz hat das Heck gewackelt, obwohl genug Gewicht auf der Deichsel war. Das Abladen wäre alleine ohne Frontlader nicht möglich gewesen. Ich würde eine Bohle so um die 70 bis 80 kg schätzen und es waren bestimmt 20 Stück, wenn nichts sogar mehr.

Ich kann nur sagen, das war kein Spaß. Ich habe zum Glück den Hänger abfangen können und es ist nichts passiert, aber das war mir aber eine Lehre.
Physik is a bitch. 100 km/h mit Anhänger ist bereits Glücksspiel. Wenn ich mir ansehe, dass heute auf der Autobahn dich einer mit Anhänger bei 130 km/h für ein Hindernis hält und überholen muss wird mir Angst und Bange.
live long and prosper
Sebastian
Benutzeravatar
Klaus
Beiträge: 7745
Registriert: So 3. Jul 2016, 13:39
Wohnort: Wohmbrechts (Bayern)

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Klaus »

A bisserl was geht wieder vorwärts :)

Die Löcher für die Zangenführungen müssen ja auch noch gebohrt werden, wenn möglich an der richtigen Stelle. Also mit dem hinteren Abschluss die Mittelpunkte der drei Löcher auf Papier ermittelt ...
Hobelbank_20260116_0002.jpg
... und anschliessend auf eine Sperrholzschablone übertragen. Lochdurchmesser ist 25mm für die zwei Stangen aussen und 30mm für die Spindel.
Hobelbank_20260116_0003.jpg
Durch die Schablone dann die Platte für die Hinterzange bohren
Hobelbank_20260118_0001.jpg
Hobelbank_20260118_0002.jpg
Sieht dann so aus und passt
Hobelbank_20260118_0004.jpg
Für die Vorderzange muss ich das Gestell teilweise wieder zusammen bauen und Mass nehmen
Hobelbank_20260118_0005.jpg
Bohren mit dem Wikingerarm als Stütze, die Dinger machen sich immer mehr nützlich :)
Hobelbank_20260118_0006.jpg
Um schon mal lustigen Kommentaren vorzubeugen ... der Saustall wird dann mit den ganzen Umräumaktionen beseitigt (hoffentlich) ... ;)

Auch vorne sieht es passend aus, zum Glück muss ich keine neue Zarge machen :D
Hobelbank_20260118_0007.jpg
Hobelbank_20260118_0008.jpg
Dann noch ein paar Feinarbeiten. Die Holzteile für's Gestell werden alle nochmal mit P120 geschliffen und die Kanten mit der altbewährten Hobelmethode grosszügig gebrochen
Hobelbank_20260118_0009.jpg
Die Löcher für die Zangenführungen bekommen noch eine 2mm Abrundung
Hobelbank_20260118_0010.jpg
Und zum Abschluss des Tages werden noch die beiden Gestellteile links und rechts verleimt
Hobelbank_20260118_0011.jpg
Mal schauen, wie weit ich die Aufräumaktion noch rauszögern kann 8-) Ein paar Teile sind gestern schon auf dem Werkstoffhof gelandet, ein Anfang ist also zumindest gemacht :)

Gruss, Klaus
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Baumbart
Beiträge: 2414
Registriert: Mi 3. Aug 2016, 19:30

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Baumbart »

Hallo Klaus,

das ist kein Saustall, sondern eine kreative Ablage :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Gruß Christian
Sauberes Werkzeug, saubere Arbeit :lol:
Claus P
Beiträge: 714
Registriert: Mi 9. Apr 2025, 08:14
Wohnort: Oberpfalz/Bayern

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von Claus P »

Sehr schön Klaus,

es macht einfach Spaß deine Bilder anzuschauen. Alles sehr sauber gearbeitet. Dass es in der Werkstatt mal unordnetlich ist, ist normal. Das ist bei mir auch so.

Wenn die Arbeit dann getan ist, wird wieder aufgeräumt und dann passt das. Schlimmer ist es, wenn der "Saustall" ein Dauerzustand ist. Das mag ich auch nicht. Aber dafür arbeitet man ja.

Zu deiner Bank. Jetzt zahlt sich aus, dass du sehr sauber gearbeitet hast. Alles passt. Sehr schön, so muß das sein.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
oldtimer
Beiträge: 9642
Registriert: Do 30. Jun 2016, 16:29

Re: Hobelbank aus Esche

Beitrag von oldtimer »

Hallo Klaus,


Danke für die saubere Darstellung. Sollte ich jemals eine Hobelbank bauen würde ich bei Klaus und Claus nachlesen.

Aber keine Angst, ich werde keine Hobelbank bauen.


Schönen Restsonntag
Volker
Antworten

Zurück zu „• Werkstatt-Ausstattung“