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Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Mi 31. Jan 2018, 22:05
von Bavarian-Woodworker
So meine lieben Holzwürmer,

jetzt geht es bei mir auch mal wieder ein Stückchen weiter mit meinem Terrassenschrank. Ich wünsche (hoffentlich) gute Unterhaltung... :lol:

Als nächster Schritt stand die Montage der Türen an...
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Mit der Multi Blue Bohrschablone von Hettich war das schnell erledigt. Die Schablone einfach mittels der zwei Kunststoffzapfen in die System 32 Bohrungen am Korpus einhängen...
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...dann die Türe an die Schablone heranschieben. Somit ist schon mal ein gleichbleibender Abstand zwischen Tür und Korpus gewährleistet. Die Türe dann noch in der Höhe ausrichten und an den vorgesehenen Stellen an der Schablone die Ø 36 mm Bohrungen für die Topfbänder markieren.
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Auf dem WABECO-Bohrständer mit Tiefenanschlag und dem FAMAG Bohrmax Forstnerbohrer werden dann die drei Löcher pro Tür gebohrt. Eigentlich hättten für diese Türhöhe auch zwei Topfbänder gereicht. Ich wollte hier aber ein wenig auf Nummer Sicher gehen, damit die Türen besser "in Form" bleiben, da es nicht ganz auszuschließen ist, das der Schrank am Rand der Terrasse ein wenig mehr Feuchtigkeit abbekommt. Ob sich diese Vorgehensweise bewährt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
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Vor dem ölen montiere ich "zur Probe" alle Beschlagteile,
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nicht das es hinterher noch ein ungewolltes "Hoppala" gibt. Topfbänder, Böcke und Fachbodenträger sind aus dem HETTICH-Sortiment.
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Dann ging es an die Herstellung von Leimholz für die Deckelplatte. Diese habe ich auch wieder, wie schon das Material für den Korpus, aus 24 mm Terrassendielen gefertigt. Aushobeln, verleimen, Dickenhobeln...aber, das hatten wir ja schon...
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...geschliffen bis Korn 240...
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...runde Ecken mit einem Radius von 40 mm auf der Vorderseite und leichte Rundungen an den umlaufenden Kanten an der Oberseite waren gewünscht . Damit ist auch dieses Teil bereit, geölt zu werden.

Da ich für die sechs Einlegeböden in 12 mm Stärke nicht wirklich 24er Dielen zerschneiden wollte, habe ich mich dazu entschlossen, einfach 12 mm Birke-MPX zu verwenden und auf der Vorderseite Echtholz-Umleimer in Lärche anzubringen. Das wollte ich ja schon länger mal ausprobieren. Nur....es war kein 12 mm MPX mehr zu finden, das von der Größe her gepasst hätte...
Zum Holzhändler meines Vertrauens wollte ich jetzt wegen der einen Platte auch nicht fahren, zumal ich meinen großen Kastenanhäger schon winterfest eingemottet hatte.
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Also, Augen zu und durch...und ab in den nächsten Baumarkt. Und was soll ich sagen? Ich wurde, mal wieder, nicht enttäuscht... Nachdem ich dem Cowboy an der "guten Striebig Säge" erklärt hatte, was ich den von Ihm will, begann er sein grausiges Handwerk...
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als er nach einer gefühlten Ewigkeit mit seinem "Werk" fertig war, musste ich leider meine Bedenken anmelden, was seinen Umgang mit der "Striebig" anbelangt. Von meinem Vorschlag, ein neues Sägeblatt einzulegen, wollte er partou nix wissen... Nach einem saftigen Preisnachlass hab ich die angekokelten Teile dann mitgenommen. Gut nur, das ich die Maße umlaufend um 2 cm größer gewählt hatte, so konnte ich daheim noch die schlimmsten Stellen nachsägen.
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Nach diesem lehrreichen Intermezzo im Baumarkt meines Mißtrauens, wieder zu Hause angekommen, habe ich erstmal aus einem 22 mm Lärchen-Reststück mit der TKS einige Streifen in 5 mm Stärke abgeschnitten.
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Dann wieder, wie gewohnt, der "Verleimaufbau". Nur noch zum Verleimen benötigte Teile befinden sich im unmittelbaren Arbeitsbereich. Das erspart Stress und Sucherei...mir zumindest...:-)
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Zum Anbringen der Umleimer verwende ich meine Bessey-Korpuszwingen. Um die Umleimer später schön am Frästisch bündig fräsen zu können, sollten sie auf beiden Seiten des Einelgebodens überstehen. Wenn ich jetzt meine 72 + 1 Bessey-Einhandzwingen verwenden würde, müsste ich hier erst kleine Abstandshalter unter den Fachboden legen.
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Bei den Korpuszwingen erledigen das die mitgelieferten Abstandsklötzchen, die sonst entweder die Zwinge auf dem Tisch stabilisieren oder das zu verleimende Werkstück von der Schiebeschiene trennen sollen.
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Noch eine "fette" Beilage dazugepackt und schon funktioniert die Verleimerei vollkommen stressfrei. Auf diese Art gibt es auch kein Verrutschen des Umleimers. So kann ich immer 2 Fachböden auf einmal "bestücken". So im Nachhinein betrachtet hätte ich auch immer zwei Fachböden auf einmal verleimen können. Manchmal sieht man einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht...:-) Nach jeweils 30 Minuten Trockenzeit kommen die nächsten zwei usw.
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Irgendwie hab ich vom bündigfräsen kein Bild gemacht, aber, das könnt ihr euch bestimmt auch so vorstellen. Die Fachböden haben hier noch 10 mm "Überbreite", die ich später noch mittels der TKS auf Endmaß getrimmt habe, damit auch die Abschlusskanten "sauber" aussehen.
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Dann noch schnell, ebenfalls auf dem Frästisch, die Kanten der Umleimer noch ein wenig runder gestaltet und schon sind wieder ein paar Teile fertig für die letzte Ölung.
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Dann musste ich mich noch mit einem anderen Problem, das die Füllungen meiner Türen betraf, beschäftigen. Leider hat Lärcheholz einen hohen Harzanteil, der sich in unschönen Einschlüssen bemerkbar macht. Ich habe natürlich versucht, diese "Fehlstellen" so gut es ging auf die Innenseiten der Türen zu bringen. Leider ist es mir nicht immer gelungen. Wenn man diese Stellen nun unbehandelt lässt und einfach "drüberölt", gibt das sehr unschöne Farbverfälschungen durch die sehr unterschiedliche Ölaufnahme an diesen Stellen. Also, raus mit dem passenden Schabwerkzeug...
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und die betroffenen Stellen gründlich ausgeschabt. Es sollte sich, wenn möglich, keinerlei Harz mehr in den Vertiefungen befinden.
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Weil diese ausgeschabten Stellen oder evtl. herausgefallene Astteile nicht gerade dekorativ aussehen, verwende ich hier meist die Holzpaste von CLOU.
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In diesem Fall habe ich statt der Lärchen-Paste, den Farbton Kiefer verwendet, weil der farblich besser gepasst hatte. Sollten die Fehlstellen zu tief sein, kann es vorkommen, das man die Spachtelmasse mehrmals auftragen und schleifen muss, um wieder eine ebene Oberfläche zu erhalten.
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Bis die gespachtelten Stellen durchgetrocknet waren, habe ich mich ein wenig mit den verschiedenen Farbtönen beschäftigt. Zur Auswahl standen das Möbel-Hartöl, farblos, von Natural-Farben, dann noch Holzlasur in Lärche oder in Zeder. Damit sich die beste alles Ehefrauen ein besseres Bild davon machen konnte, hab ich ihr mal drei Farbmuster angefertigt.
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Die Wahl viel dann letztendlich auf das farblose Hartöl.
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Ich fülle mir hierzu immer eine kleine Menge aus dem großen Gebinde in ein kleineres Behältnis, um unnötige Verschmutzung des Öls bestmöglich zu vermeiden. Aufgetragen habe ich das Öl mit einem Schwamm von Natural-Farben. Es funktioniert aber mit einem Handelsüblichen Haushaltsschwamm genau so gut.
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Zuerst tragen ich im Inneren des Korpus das Öl satt auf, warte ein paar Minuten, bis die ersten leicht trockenen Stellen sichtbar werden und öle dann noch einmal satt nach. Das wiederhole ich so lange, bis das Holz an keiner Stelle mehr Öl aufnimmt. Irgendwie passt die Maserung der Birke-MPX Rückwand recht gut...
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Ebenso verfahre ich mit der Außenseite des Korpus. Das Lärchenholz nimmt das Öl sehr zügig auf. Hätte ich wegen dem doch recht hohen Harzanteil nicht vermutet.
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Die Oberfläche wird durch das Hartöl nicht zu fest angefeuert. Nach ca. 30 Minuten habe ich den kompletten Korpus innen und außen mit fußelfreien Baumwolllappen abgerieben.
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Weil das ganze ja ein "Hängeschrank" werden soll, habe ich dann noch eine Keilleiste oben und eine Abstandsleiste unten angebracht. Die Beschläge für die Türen und die Fachbodenträger wurden wieder montiert und aus Platzgründen wurde der Korpus ohne Türen und Schublade erstmal zum überwintern unter das Terrassendach verfrachtet. Bevor ich den Schrank im Frühjahr montiere (die Chefin muss da erst noch den rechten Platz dafür schaffen) werde ich den Korpus noch einmal komplett ölen und mit Natural Pflegewachsöl nachpolieren.
Servus, der Lothar

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Do 1. Feb 2018, 08:22
von Bobbl
Hallo Lothar,

schöner Schrank und schöner Bericht mit vielen Fotos dazu. Der Schrank gefällt mir sehr gut vor allem mag ich das Lärchenholz sehr gerne. Die Idee den Schrank aus Terassendielen zu bauen finde ich gut. Bei mir scheitert's nur leider an der Hobelmaschine.

Bin schon gespannt wie der fertige Schrank aussieht wenn er an seinem Platz hängt.

Gruß,
Christoph

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Do 1. Feb 2018, 13:08
von tmaey
Schöner Bericht von einem schönen Schrank.
Die Lasuren und Öle von Narural-Farben sind auch meine Favoriten. Tolle Produkte.

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Do 1. Feb 2018, 14:35
von michaelhild
Ich verwende sie auch sehr gerne.
Sie brauchen zwar länger zum trocknen als andere Mittel. Die Oberflächen werden aber Hammer.

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Do 1. Feb 2018, 15:49
von tmaey
michaelhild hat geschrieben:Ich verwende sie auch sehr gerne.
Sie brauchen zwar länger zum trocknen als andere Mittel. Die Oberflächen werden aber Hammer.
Die dir hatte ich sie auch das erste Mal gesehen. ;)

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Do 1. Feb 2018, 23:29
von Mandalo
"...Baumarkt meines Mißtrauens..." :lol: So einen habe ich auch!

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Fr 2. Feb 2018, 06:10
von RudiHB
Guten Morgen Lothar,

Deine Bauberichte sind jedes Mal ein Schmankerl. Detailliert, die Beschreibung entspricht immer dem, "wie es gerade gelaufen ist". Und die Lärche nach dem Ölen sieht fantastisch aus.

Eine Frage habe ich zu dem Öl: sicherlich ist das ein Terrassenschrank, der zurzeit nicht an seinen Bestimmungsort kommt. Wie lange braucht das Hartöl ca. bei Werkstatt-Temperatur (was hast du, 17-20 Grad?), um trocken zu werden?

Wenn das so wunderbar ist, wie ihr schreibt, würde ich mir zum Sommer hin auch etwas bestellen wollen.

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Fr 2. Feb 2018, 08:19
von Bavarian-Woodworker
Schönen guten Morgen Holzwurmgemeinde,

danke für euer positives Feedback.

@RudiHB
Zur Zeit (und auch als ich den Schrank geölt habe) waren es in meiner Werkstatt so um die 20 Grad.
Was die Trockenzeit angeht, war das nicht mal recht lang. Ich wollte ja, wegen den schwankenden Bedingungen auf der Terrasse, sicher gehen, das jede Feuchtigkeit so gut es eben geht, dem Holz fernbleibt. Nachdem ich das Öl dreimal aufgetragen hatte, war das Holz dann endlich soweit gesättigt, das es nach ca. 20 Minuten keinerlei "trockene" Flecken mehr gab. Danach habe ich den ganzen Korpus wirklich sehr gründlich mit Lappen "trocken gerieben".

Das war schon später am Abend. Am nächsten Morgen konnte man den Korpus schon anfassen, ohne Spuren in der Oberfläche zu hinterlassen, oder die Finger ölig zu bekommen. Einzig der ölige Geruch, der aber nicht wirklich unangenehm ist, war noch genau so stark, wie am Vortag. Nach zwei oder drei Tagen ist aber auch dieser vollständig verschwunden. Der Korpus steht nun schon seit ca. 2 Wochen in einer geschützten Ecke auf der Terrasse. Jedes Mal, wenn ich dran vorbeigehe, muss ich einfach kurz "drüberstreicheln", weil sich die Oberfläche wirklich super angenehm anfühlt. Bei meinem anderen Projekt, einem kleinen Vorratsschrank aus Fichte, hat dieser "Prozess" deutlich länger (so um die 2-3 Tage) gedauert. Obwohl es bei Fichte eigentlich schneller gehen sollte...

In den nächsten Tagen werde ich noch die Türen, die Einlegeböden und den Schrankdeckel ölen, damit ich dieses Projekt dann in ein paar Wochen, wenn es draußen nicht mehr so ungemütlich ist, endlich zum Abschluss bringen kann.

Servus, der Lothar

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Fr 2. Feb 2018, 14:37
von RudiHB
Hallo Lothar,

vielen Dank für die Rückmeldung. Bei den Temperaturen ist das gute Trocknen von Öl das eine, so manches Mal habe ich nach 3 Wochen noch was für die Spurensicherung auf dem Holz hinterlassen. Dann folge ich Thomas im Sommer und werde mal "'ne Pulle" über Michaels Links bestellen.

Re: Hängeschrank für die Terrasse

Verfasst: Sa 3. Feb 2018, 16:21
von Klaus
Hallo Lothar,

wieder ein gewohnt spannender und detailierter Bericht - vielen Dank dafür. Die geölte Lärche sieht wunderschön aus und bei den Bildern muss man sich zurückhalten um nicht drüber streichen zu wollen :)

Wie sehen denn die gespachtelten Stellen nach dem Ölen aus? Sieht man die noch arg?

Gruss, Klaus