Seite 6 von 10

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: Mo 19. Nov 2018, 15:00
von Klaus
Hallo Matthias,
Matthias hat geschrieben:Wird sicher einige geben die das interessiert :lol:
Da kannst Du aber ganz sicher sein :)

Hab gestern auch zum ersten Mal Schnittholz hergerichtet und auch senkrecht aufgetrennt, von daher war Dein Bericht ein kleines Deja-Vù. Bei der Zwetschge war die Ausbeute aber deutlich geringer (enttäuschend gering) als bei Deiner Esche. Na dann bin ich mal gespannt, was aus den Brettern mal wird, wenn sie gross sind.

Gruss, Klaus

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: Mo 19. Nov 2018, 21:58
von Matthias
Servus Klaus,
Klaus hat geschrieben:Bei der Zwetschge war die Ausbeute aber deutlich geringer (enttäuschend gering) als bei Deiner Esche.
Hab zwar mit Zwetschge noch nicht getischlert, aber schon gedrechselt. Wird wahrscheinlich um einiges mehr verdreht gewesen sein als meine Esche. Hast du die Zwetschge irgendwo privat gekauft oder gibts das bei nem Holzhändler auch. Den letzten Zwetschkenbaum letzten Winter hätten sie sich im Sägewerk gerne behalten. Der war aber auch nicht wirklich drechwüchsig und nirgends verfault. Die Farbe ist auch wunderschön :D

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 20:42
von Klaus
Hallo Matthias,

war bei dem Holzhändler gerade verfügbar, als ich mal zur Besichtigung hingefahren bin. So ist zu meinem ersten Schnittholz geworden, das ich verarbeite. Ist teilweise ordentlich verdreht aber hat ein ganz tolle Färbung. Allerdings auch etliche morsche Stellen, die weiter an der Ausbeute nagt. Ich will an dem Holz auch meine erste handgezinkte Verbindung herstellen, da bin ich allerdings noch am üben - mit billigerem Holz allerdings ;)

Demnächst muss ich noch nach Ahorn Ausschau halten. Über der Grenze in Österreich sind die Preise möglicherweise deutlich niedriger, bei dem erwähnten Händler muss ich 1.800 Euro + 19% für den Kubikmeter rechnen. Hast Du da irgendwelche Erfahrungswerte?

Gruss, Klaus

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:48
von Matthias
Hallo Klaus,

stimmt, Zwetschge hat ne wunderschöne Farbe, wird aber mit der Zeit teilweise sehr dunkel. Ich hab nen Kugelschreiber aus Zwetschge, der ist wenn ich mich nicht irre schon um die 8 Jahre alt, und der ist extrem dunkel geworden, fast schon schwarz. Weiß na nicht was du unter nem billigen Holz versehst, aber spare da nicht zuviel. Fichte ist zB nicht optimal zum Zinken.

Hab bis jetzt nur einmal Schnittholz gekauft und das waren die 2 Bretter Esche die mir abgegangen sind. Dein Preis kommt mir aber trotzdem irgendwie ziemlich hoch vor. Ich habe ne Preisliste von nem Holzhändler in der Nähe liegen. Die ist aber von 2016 und wahrscheinlich stimmt die nicht mehr ganz. Da steht Bergahorn mit 750 - 810€ plus 20 % MwSt -2% Skonto bei bezahlung innerhalb 8 Tagen.
Bei der Preisliste schaue ich gerne Preise nach. Der Holzhändler ist aber irgendwo bei Wien. Hier habe ich auch noch ne Preisliste gefunden. Der ist in der Nähe von Salzburg.

Ahorn hätte ich auch noch was liegen, kannst ja vorbeischauen :lol: :P

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 15:05
von Klaus
Hallo Matthias,

vielen Dank für die Preislisten. Die von Himberg kannte ich schon und die vom Hopferwieser bestätigt meinen Eindruck. Die Preise pro m3 liegen da um mindestens 1.000 Euro unter denen, die ich bekomme. Wenn nur nicht der lange Anfahrtsweg wäre (gilt auch für Oberösterreich ;)).

Zumindest bis ich mehr Erfahrung hab, werde ich wohl bei meinem Händler bleiben. Da kann ich die Bohlen vor Ort aussuchen und bekomm auch den einen oder anderen Tipp.

Gruss, Klaus

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: Sa 24. Nov 2018, 00:11
von Mario
Hallo Matthias
Finde ich sehr interessant mit dem Nachdunkeln von Zwetschgenholz, wusste ich bisher noch nicht. Ich habe mir vor einigen Jahren ein paar Stücke eingelagert und die länger nicht zu Gesicht bekommen, sprich , die lagen nicht bei mir zuhause. Nach Jahren hab ich ein Stück mitgenommen und mich über dessen dunklem Aussehen gewundert, hatte ich anders in Erinnerung.
Hab ich mich also doch nicht getäuscht!?

Grüße, Mario!

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: So 25. Nov 2018, 21:33
von Matthias
Hallo Klaus
Klaus hat geschrieben:Zumindest bis ich mehr Erfahrung hab, werde ich wohl bei meinem Händler bleiben. Da kann ich die Bohlen vor Ort aussuchen und bekomm auch den einen oder anderen Tipp.
Wenn du mit deinem Händler zufrieden bist passts ja optimal. In der Nähe hätte ich auch ne Whiskeybrennerei, das würde sich doch sicher super kombinieren lassen ;) :lol:


Hallo Mario
Mario hat geschrieben:Hab ich mich also doch nicht getäuscht!?
Muss nicht umbedingt sein. Zwetschge gibts ja von hell lila bis dunkel rot. Wenn ich nicht vergesse mache ich dir die Tage mal ein paar Fotos von verschiedenen Stücken die ich zuhause finde.

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: So 25. Nov 2018, 22:19
von Matthias
Weiter gings mit den Ladenböden und Rückwänden.
Los gings mit dem Zuschneiden. Einmal Tischlerplatte in 14mm Stärke für die Rückwände und Birkensperrholz mit 6,5mm Stärke für die Ladenböden. Habe jeweils eine Platte bestellt, ging sich ganz leicht aus.
Wichtig zu wissen, auf ner großen Säge sieht alles kleiner aus. Dachte schon ich habe mich bei der Rückwand verschnitten bis ich sie aufgestellt habe. Hat dann doch gestimmt :lol:
IMG_20181120_175054.jpg
Damit ihr mal seht wie einfach der Zuschnitt mit ner Formatkreissäge oder Handkreissäge ist. So hats bei den Ladenböden beim Zuschneiden ausgeschaut.
IMG_20181120_175548.jpg
Platten sind mit Übermaß zugeschnitten, weiter gings mit der Furnier. Erstmal ins Furnierlager und was passendes suchen.
Was da so rum liegt, ist wahrscheinlich teilweise schon 40 Jahre alt. Ausgesucht hab ich mir den Bund der in der Mitte am Boden liegt. Der ist schön breit, da geht das Furnierzusammensetzen schnell ;)
IMG_20181120_181047.jpg
6 Furnierblätter und ein paar kurze Reste habe ich gebraucht.
IMG_20181120_181710_1.jpg
Bei der Furnier gehts im Prinzip fast wie beim Massivholz.
Erstmal ablängen. Geht entweder mit ner große Schere wenn man nur ein oder zwei Blätter auf einmal schneidet oder wenns mehr ist mit der Furniersäge.
IMG_20181120_182557.jpg
IMG_20181120_183619.jpg
Und dann noch eine Längskante beschneiden und die zweite Parallel dazu. Der Vorteil bei Furnier. Hinter der Säge fährt gleich der Hobel nach.
IMG_20181120_184034.jpg
Hier gibts noch die Ausbeute nach dem Zuschnitt.
Das reicht für meine 2 Rückwände und 6 Ladenböden. Ein paar kurze Stücke sind übrig geblieben. Aber besser zu viel als zu wenig :D
IMG_20181120_194302.jpg

Jetzt kommt was, das freut sicher den ein oder anderen hier im Forum. Wir haben nämlich auch ne Dose Kitt rumstehen. Aber gleich mit nem Kilo drinnen. Dann noch jede Menge 1 Komponenten Kitt in Tuben in allen Möglichen Holzfarben, aber die brauch ich jetzt nicht.
Mit dem Kitt wurden alles Astlöcher und Risse ausgekittet.
IMG_20181121_171749.jpg
Während der Kitt trocknet, hab ich die Furnier zusammengestetzt. Geht entweder mit ner Zusammensetzmaschine oder wenns nicht viel ist auch einfach mit Klebeband. In der Arbeit haben wir nur das ganz normale Malerband. Geht zwar auch, ist aber nicht ganz optimal. Besser wäre das gelbe Malerband das es gibt. Das löst sich später besser.
Zuerste kurze Stücke über die Fuge, die die Fuge zusammenziehen. Wenn man ne schön glatte Furnier hat reicht das schon. Da meine Furnier etwas wellig war habe ich noch längs die Fugen auch noch überklebt damit die Fugen schön dicht werden.
IMG_20181121_174557.jpg
IMG_20181121_174616.jpg
Furnier ist somit fertig. Vorm furnieren gehören nur noch die Trägerplatten einmal durch dir Breitband, damit alles schön gleich dick ist und der Kitt wird somit auch gleich verschliffen.
Zuerst ein Band mit Korn 60 rein, Dicke einstellen und dann alles einmal durch, Dicke umstellen und das zweite mal durch.
IMG_20181121_183134.jpg
IMG_20181121_183301.jpg
IMG_20181121_183511.jpg
Furnieren geht einerseits mit ganz normalem Weißleim oder mit Harnstoffleim, wobei zweiteres günstiger kommt. Dafür gehört der jedesmal frisch abgemischt und was man zuviel macht, kann man nicht mehr verwenden. Also erstmal Wasser in nen Kübel und noch ca 10% Weißleim zum Wasser dazu. Der ist damit der Leim etwas flexibler wird. Sonst ist er extrem Spröde. Der Leim ist dann ein weißes Pulver was dann gemischt nen braunen Leim ergibt.
IMG_20181121_184736.jpg
IMG_20181121_184852.jpg
Leim in den Leimroller und los gehts.
IMG_20181121_191543.jpg
Zuerst die Platten abblasen damit der ganze Staub herunten ist. Dann gleichmäßig den Leim auftragen und Furnier auflegen. Auf den Bildern sieht man, dass sich die Furnier durch die einseitige Nässe des Leims nach oben biegt. Dagegen hilft ne Sprühflasche mit Wasser. Einfach ein bisschen befeuchten und die Furnier geht wieder nach unten.
IMG_20181121_191538.jpg
IMG_20181121_191631.jpg
IMG_20181121_191648.jpg
Auf der zweiten Seite nochmal das Selbe und dann rein in die Presse.
IMG_20181121_191938.jpg
IMG_20181121_191959.jpg
Die Presse hat gut 60°. Da reichts wenn die Stücke ein paar Minuten in der Presse sind.
Solange die Platten noch warm sind, muss das Klebeband runter. Wenn man zu lange wartet, geht das Klebeband nicht mehr runter, ohne das Stücke der Furnier mit runtergerissen werden.
IMG_20181121_192622.jpg
Bei den Rückwänden konnten die Überstände mit dem Bündighobel abgeschnitten werden. Die Ladenböden sind dafür zu dünn. Da gings mit der einen Kante auf die Kantenschleife und die restlichen Überstände wurden beim finalen Beschneiden beseitigt.
IMG_20181121_194803.jpg
Damit die Platten auskühlen können ohne dass sie sich verziehen, gehören die ne Weile luftig aufgestellt.
Bei mir wars glaub ich etwas zu kurz oder es lag an den Platten, aber alles hat sich mehr oder weniger Verzogen. Dazu muss man aber auch sagen, das die Tischlerplatte von Haus aus extrem rund war.
IMG_20181121_200436.jpg
Da die Platten etwas rund waren, hab ich mich nicht getraut, die Furnier mit der Breitband zu schleifen. Deshalb wurde nur noch auf der Plattensäge auf Endmaß geschnitten und geschliffen wird dann mit dem Exzenter.

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: So 25. Nov 2018, 22:27
von Matthias
Zuhause wurde die große Rückwand gleich noch eingebaut, weil der Kasten sowieso noch in der Werkstatt steht.
Geteilt wurde die Rückwand einmal beim Zwischenboden, weil ich die sonst nicht ins Auto gebracht hätte. Da die eine Seite des Kastens schräg ist, wurde zuerst die Handkreissäge gestartet. Maß wurde am lebenden Objekt genommen.
IMG_20181124_191233.jpg
Die Rückwandnut hat 12mm. Die Rückwand 14mm. Also gehört auf die Rückseite der Rückwand ein Falz mit 2mm. Damits überall schön gleichmäßig in die Nut passt, wird auf der Tischfräse der Falzkopf so montiert, dass darunter genau die 12mm frei sind. So kann die Rückwand schön gleichmäßig abgeplattet werden.
Wichtig ist einerseits der Durchgehende Anschlag und das ganze mit dem Vorschub zu machen. Bei so ner großen Platte mit nem kleinen Tisch bekommt man das sonst nicht hin. Wenn man ein bisschen verwackelt, hat man gleich zu viel weggefräst.
IMG_20181124_210727.jpg
IMG_20181124_191717.jpg
Dann kann die Rückwand schon eingebaut werden und der Kasten in den Winkel gedrückt werden.
IMG_20181124_193948.jpg
Das wars dann auch schon wieder für heute. Nächste Woche gehts dann mit den Schubladen weiter.

Noch kurz was zum Furnieren. Gebraucht habe ich für das ganze mit Zuschnitt 5 Stunden wenn ich grad nichts falsches im Kopf habe.

Re: Kasten und Schubladenschrank in Esche und Rüster

Verfasst: So 25. Nov 2018, 22:31
von Mario
Hallo Matthias
Das ist natürlich nich schlecht, wenn man auf solche Ressourcen und "Maschinchen" auch mal ab und an zurückgreifen kann. 8-)

Achja, hab mal `nen Foto von meinem Stückchen Zwetschge oder vielleicht auch Pflaume, wird wohl nicht viel Unterschied sein, nehme ich mal an, gemacht.
D56_2797.JPG
D56_2798.JPG
Grüße, Mario!