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Marantz PM-45

Verfasst: Mo 14. Sep 2026, 12:42
von michaelhild
Diesmal auf dem Tisch ein fast 40 Jahre alter Oldtimer, ein Marantz PM-45

Optisch in einem sehr schönen Zustand, er lies sich aber nicht mehr einschalten.
https://youtu.be/lFGDbPAcDCI

Der erste Blick offenbarte noch richtig alte Technik. Kabelanschlüsse in Wire-Wrap-Technik.
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Der Fehler war schnell ermittelt, aber trotzdem eher selten. Der dicke Trafo lieferte sekundär keine Spannungen.
Nach einer Messung stand fest, primärseitig hat die Wicklung eine Unterbrechung.

Da hatte ich dann auch schon einen Verdacht, welcher sich auch bestätigt hat.
Die Thermosicherung IM Trafo hatte ausgelöst und war hochohmig.
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Wenn es nach den Sicherheitsexperten geht, wäre die Reparatur damit beendet, weil Trafo defekt, kein Ersatz mehr zu bekommen und eine Reparatur am Trafo ist nicht zulässig.

Wäre ja schade um den schönen Marantz. Ich habe mich daher entschlossen, den Trafo trotzdem zu reparieren. Vorher aber noch eine Isolationsprüfung Primär/Sekundär, welche ohne Befund blieb. Optisch und olfaktorisch, war der Trafo ebenfalls unauffällig.
Dazu eine passende Thermosicherung in gleicher Bauform und gleichen technischen Daten besorgt. Einbau erfolgte 1:1 an der Position von der alten Sicherung. Meiner Meinung nach passt das.
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Das Ding schaltet wieder ein und da kein Display, genau hinhören, ob das Freischaltrelais der Lautsprecher klickt. Tut es! Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Marantz wieder funktioniert.
https://youtu.be/DzDV-A3AWhU

Ich habe dann die Leiterplatte noch auf kalte Lötstellen untersucht und die wichtigsten Elkos überprüft. Für sein Alter war der Marantz aber in einem Top Zustand.
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Anschließend habe ich noch, neben dem kompletten Inneren und der Leiterplatte, alle Potis und Schalter gereinigt. Der Marantz ist zwar schon alt, aber noch nicht so alt, als dass diese Teile problemlos zerlegbar gewesen wären. Ich habe mich dann für eine "Duschkur" entschieden. Zuerst Oxidlöser eingesprüht, dann Reinigung durch Eigenbewegung, spülen mit Kontaktreiniger und nach dem Ablüften, etwas Kontaktschutzöl. Ergebnis war erfolgreich, wobei solch eine Reinigung nicht die Qualität einer Bearbeitung der zerlegten Einzelteile hat.

Abschlussarbeit vor dem Endtest ist, wie immer, das Einstellen des Ruhestromes der Endstufen nach Vorgabe im Servicemanual. In diesem Fall auf 6 mV (Spannungsabfall über Emitterwiderstand) nach dem der Verstärker warm ist, ohne Last und Lautstärke auf Minimum.
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Dann der finale Test.
https://youtu.be/Mqj3aMGXHt4

Frage die noch im Raum stand war, warum hat es die Thermosicherung zerlegt. In der Regel liegt ja ein thermischer Grund vor. Defekt durch Alter etc. gibt es zwar auch, aber eher sehr selten.

Also intensivst probelaufen lassen.
Damit keiner meckert, mit Lastwiderständen (Ich muss die mal auf einem Kühlkörper montieren).
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Nach 2-3 Stunden, war der Kühlkörper der Endstufe ordentlich warm, ...
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der Trafo aber nichtmal handwarm.
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Auch die Wärmebildkamera zeigt im Bereich vom Trafo nichts auffälliges.
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