So...
...jetzt habe ich diesen Thread ja schon eine Weile verfolgt und auch bereits einmal meinen "Senf" dazu gegeben.
Ein Thema wurde ja schon diskutiert: Diejenigen, die die DSLR empfehlen, haben schon reichlich Fotoerfahrung und oftmals selbst mit "was Kleinerem" angefangen. Auch wenn DSLRs inzwischen bezahlbarer geworden sind, besteht IMHO doch das Risiko, dass man als Anfänger von der Komplexität der Materie überfordert wird und resigniert, was dann im "besten" Fall mit dem Automatik-Modus endet.
In vielen Fällen ist der Weg zum Foto-Hobby ein etwas längerer und nicht immer weiss man schon am Anfang, ob es "das" Hobby wird, oder nur eine "Laune" bleibt.
Der Aufwand, den man für "gute" Fotos investieren muss, darf nicht unterschätzt werden, und der ist oft unabhängig von der verwendeten Kamera (ok, wenn die Kamera "nichts" kann, bleibt der Aufwand zwangsläufig gering). Zunächst geht es nämlich darum, dass man lernt, "richtig" zu fotografieren. Das beginnt mit dem Kennenlernen der Technik, dem Verständnis für grundlegende Einstellungen (Blende etc.) und geht dann weiter, wenn es darum geht, etwas mehr als nur "Schnappschüsse" zu machen. Licht ist immer ein beliebtes Thema und eine Wissenschaft für sich. Fotografiere "nie" bei Gegenlicht, oder gerade bei Gegenlicht? Wie reagiert meine Kamera auf hohe ISO-Werte? Nutze ich das Sensor-Rauschen als Stilmittel oder betreibe ich Aufwand, dieses zu vermeiden?
Unendlich viele Themen fallen mir dazu noch ein... Im Wesentlichen will ich darauf hinaus, dass das Beherrschen der Technik nicht das Ende, sondern erst der Anfang des Hobbys ist.
Neben der Arbeit mit dem Fotoapparat gibt es dann noch den großen Bereich der Bildbearbeitung.Das ist Fluch und Segen gleichermaßen. Dank digitaler Technik kann man *viele* Fotos für *wenig* Geld machen. Das ist auch schön, kann man doch gerade am Anfang so einfach mal schauen, was für einen Effekt bestimmte Einstellungen haben.
Und natürlich kann man nach dem Fotografieren noch gaaaaaaanz viel mit dem Foto "anstellen".
Zwar wird durch die digitale Nachbearbeitung nur selten aus einer schlechten Aufnahme ein gutes Bild, aber man kann schon viel machen.
Das bringt mich auf das Thema RAW-Format, also das Abspeichern der "vollständigen", meist unveränderten (daher RAW) Bilddaten. Insbesondere die DSLRs können das, aber auch viele höhenwertige Kompakt-Kameras.Dank RAW-Format kann man dann auch im Nachhinein (im ggs zum jpg) verlustfrei den Weissabgleich und vieles Andere bearbeiten.
Vorteil: Im Idealfall das perfekte Bild
Nachteile:
- Raw-Format und die danach folgenden Schritte erfordern viel Speicherplatz
- Jedes Foto muss zumindest "einfach gewandelt" werden, um es weiterzuverwenden.Das ist kein Hexenwerk und oft auch in gewissem Rahmen "automatisierbar" (dann hat man dasselbe Ergebnis, als wenn man die DSLR im Automatik-Modus betreibt und als jpg abspeichern), aber es bedeutet einen zusätzlichen Arbeitsschritt
- Digitale Nachbearbeitung muss man auch erstmal lernen. Selbst computeraffine Fotografen brauchen eine Weile, bis sie in die Tiefen von Lightroom/Photoshop oder ähnlichen Programmen hinabgestiegen sind.
All dieser Aufwand hat auch seinen Reiz. Aber kostet Zeit (und Geld). Ich würde daher eher dazu raten, sich zunächst eine "bessere" Kompakt-Kamera zu leisten, die auch manuelle Eingriffe erlaubt (z.B. Die
SONY RX 100 oder auch die
Canon SX720).
Beide Beispiele sind nur mögliche Optionen. Ich besitze beide NICHT; es geht mir nur darum zu zeigen, in welche Richtung man suchen könnte.
Wenn man dann merkt, dass Fotografieren wirklich DAS Hobby wird, kann man seine gesammelte Erfahrung für die Auswahl der Nachfolgekamera nutzen. Vorteil: Das Risiko eines teueren Fehlkaufs wird reduziert. Und auch die "alte, Kompakte" verliert nicht ihren Wert (naja, materiell gesehen schon, ist ja Technik...), sondern kann immer dann eingesetzt werden, wenn der "große Gerätepark" nicht mitgeschleppt werden kann/soll.
Soviel dazu von mir - vielleicht konnte ich mehr helfen als verwirren?
Dirk
Nachtrag: Ich habe einige Jahre das Fotografieren recht intensiv als Hobby betrieben und einen "netten" Gerätepark aufgebaut. Ich beherrsche Lightroom + Photoshop und habe im Laufe der letzten Jahre ca. 2 TB an Bilddaten "angesammelt". Angefangen habe ich mit einer Kompakt-Kamera (
SONY DSC V1.