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Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 11:01
von Klaus
Claus P hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 11:01 Aber soviel zu deiner Frage IMG_2861.jpeg
Hehe - konnte ja nicht anders sein 8-) :D

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 13:52
von Claus P
So kurzes Update, bevor es dann nach einem Mittagsschlaf wieder in die Werkstatt geht:

@Klaus

ja, die Zapfen habe ich mit der Stichsäge ausgesägt. Wichtig! Aufpassen, dass der Fuß wirklich im rechten Winkel zum Sägeblatt steht, sonst wird alles krumm und buckelig.
Beim Grund habe 2mm Aufmaß gelassen und dann bin ich mit der Oberfräse und einem T- Nutenfräser drüber gegangen. So ist gewährleistet, dass die Tiefe wirklich exakt ist. Hier habe ich 0,5mm Aufmaß dazu gegeben. Das heißt, die Zapfen sind 0,5 länger, als die Plattendicke. Nach dem Auskeilen schleife ich den Überstand bei, damit das schön aussieht.

@Sebastian

Den Winkel habe ich gar nicht gemessen. In der Ecke steht heute mein kleiner Schreibtisch, den hab ich so positioniert, dass das Eck von der Tischplatte genau im Eck von der Mauer steht. Ich habe mit einem Meterstab an der Tischplatte vorne angehalten und weiter bis zur Mauer gemessen. So hatte ich einen Schenkel vom Winkel. Die Tiefe der Tischplatte ergibt den zweiten Winkel.
Diese Maße habe ich auf die Tischplatte übertragen. Ich habe heute Vormittag noch schnell den Winkel gemessen. Maß siehe Foto.
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Dann ging es mit den Zapfenlöchern weiter. Die große Bohrung hab ich ja schon gestern gesetzt. Die Mickeymaus Ohren heute. Eigentlich wollte ich die Löcher mit dem Kettenstemmer ausstemmen, aber die normale Stemmgarnitur ist zu groß und die Stemmgarnitur von der Stationärmaschine passt nicht in den mobilen. Also war Handarbeit angesagt. Ging besser als erwartet. Bis zum Mittag waren die Löcher gestemmt. Ein bisschen nacharbeiten muß ich noch, da die Beine zwar alle anschnäbeln, aber sie lassen sich nur mir großer Kraft fügen. Da spielen 1/10 bis 2/10 oft schon eine große Rolle.
Macht aber nix, es soll ja passen.
Damit mir auf der Oberseite beim Durchstemmen die Kanten nicht ausbrechen und ich auch nicht in die Tischplatte von der Werkbank Macken schlage, habe ich ein Opferholz untergelegt. Da war noch ein Fichtenbrett übrig, das ich für solche Zwecke nutze.
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Bei der Gelegenheit hab ich auch meine Locheisen ausprobiert. Fazit: Funktionieren prinzipiell. Allerdings sind sie für die Arbeit zu filigran. Ich möchte ja eine breitere Fläche abarbeiten und da ist das 6er Eisen zu schmal.
Deswegen nutze ich zwei Eisen ein 25er und ein 35er.

Bis 25 mm hab ich zwei Sätze Stemmeisen. Normale handelsübliche Stemmeisen, bei denen seitlich die Schneide nicht spitz ausgearbeitet ist und Schreinerstemmeisen bei denen die Seitenschneide ausgezogen ist und scharf geschliffen ist.
Die ersten nehme ich um die Flächen abzustemmen. Die Schreinerstemmeisen um die Ecken auszuarbeiten. Das geht damit viel besser. Die Stemmeisen mit den seitlichen Schneiden sind aber empfindlich, wenn man hebelt, deswegen nutze ich die sehr ungern für grobe Arbeiten.
Auf dem Bild, bei dem die Schneiden der beiden Eisen abgebildet sind, sollte der Unterschied erkennbar sein.

Wenn beim Arbeiten die Schneiden abstumpfen ziehe ich zwischendurch immer wieder leicht über den Abziehstein. Ein 1000er reicht. Ein paar mal drüber gezogen und die Schneide ist immer rasiermesserscharf. So kann man auch Stechen, ohne dass man mit dem Klüpfel arbeiten muß. Das ist wichtig wenn man die Flächen verputzen möchte.
Damit sich ein schöner Schmirgel bildet, nehme ich als Bindemittel, was gerade da ist. In dem Fall Getriebeöl. Das ist allerdings etwas dick, deswegen verdünne ich es ein wenig mit Isopropanol. So ergibt sich eine schöne schmierige Schmirgelschicht, die gut abträgt.


Letzte Reihe
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Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 18:18
von Klaus
Servus Claus,

das ist ja eine ganz hervorragende Handwerkerleistung, die Du uns hier zeigst, ich bin begeistert! Durchgestemmte Zapfen, Isopropanon/Getriebeöl-Mischung zum schleifen, Stechbeitel mit richtig geschliffenen Seiten - ganz grosses Kino :) Und das alles schön geschrieben mit aussagekräftigen Bildern, vielen herzlichen Dank für den Blick über die Schulter :)

Gruss, Klaus

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 18:51
von Claus P
Klaus hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 18:18 Servus Claus,

das ist ja eine ganz hervorragende Handwerkerleistung, die Du uns hier zeigst, ich bin begeistert! Durchgestemmte Zapfen, Isopropanon/Getriebeöl-Mischung zum schleifen, Stechbeitel mit richtig geschliffenen Seiten - ganz grosses Kino :) Und das alles schön geschrieben mit aussagekräftigen Bildern, vielen herzlichen Dank für den Blick über die Schulter :)

Gruss, Klaus
Klaus,

vielen Dank. Freut mich, dass dir meine Berichte gefallen. Leider hab ich heute Nachmittag eine böse Überraschung erlebt. Eigentlich hab ich unter die Zapfenlöcher extra ein Opferbrett untergelegt, damit nichts ausreißt.
Dann ist es aber an einigen Stellen doch passiert, teilweise ziemlich tief.
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Ich hab mich ziemlich geärgert, aber was solls, ist schon passiert....

1. Idee: Spachteln mit Leim und Schleifstaub, damit es farblich zum Holz passt. Das ist aber Murks und sowas will ich eigentlich überhaupt nicht. Also überlegt,

2. Idee: Ich mache um die Zapfenlöcher Zierleisten aus Mooreiche und hebe so die Zapfen hervor. Mooreiche hab ich aber nicht zu Hause. Da kam mir die Idee, ich habe ja letztes Jahr von der Nachbarin eine Zwetschge gefällt. Die hat einen schönen Kern.
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Aber die Äste sind eigentlich Brennholz und trocken ist das Holz auch nicht. Also wieder überlegt: ich könnte mir Kantel aus dem Kern schneiden und dann für 2 Stunden bei 60° in den Ofen legen. Dann sollte die Restfeuchte niedrig genug sein um die Kantel verarbeiten zu können.

Dann kam mir noch eine Idee:

Idee 3: Ganz einfach. Ich lass alles so wie es ist. Dann bau ich den Schreibtisch zusammen und verzapfe und verkeile alles so wie ursprünglich geplant. Dann wird die Oberfläche einfach nochmal über die Abrichte geschoben, ganz langsam damit nichts ausreißt.
Ob die Tischplatte nun 34 oder nur 32 mm hat ist im Endeffekt egal.

Damit ist das Problem gelöst.

Na ja, nicht ganz. Ich will ja noch in den Fuß links, wo das Eck ist ein Regal für Leizordner und meine Laptoptasche. Die Regalbretter sollten auch eingestemmt werden. Aber das werde ich wahrscheinlich lassen und eher mit einer Schwalbenschwanzverbindung arbeiten. Das hat den Scharm, dass ich die Regalbretter freitragend machen kann.

Es gibt für alles eine Lösung.


Off Topic:
Nachdem ich momentan nicht weiterarbeiten kann, hab ich heute Nachmittag noch schnell den Anlasser vom GT raus gerissen und geschaut was ihm fehlt. Der Anlasser spurt ab und zu nicht sauber ein.

Also schnell mal Anlasser ausgebaut, geht ja recht schnell in einer 1/2 Stunde war das Teil ausgebaut. Man kommt schön hin. Ritzel sieht gut aus, Zahnkranz auch. Also kann nur Dreck im Magnetschalter sein.
Alles zerlegt und siehe da Fehler gefunden. Der Freilauf hat in eine Richtung nicht mehr sauber gesperrt. Dadurch drehte das Ritze nach dem Einspuren frei durch. Also alles mit Isopropanol mehrfach sauber gemacht und mir Pressluft ausgeblasen. Dann mit Kriechöl eingeölt. Jetzt geht er wieder.
Kein Problem und 500 Euro gesprart.

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Zum Einbauen hab ich heute keine Lust mehr. Das kann bis Freitag warten.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 19:13
von Sebastian
Hallo Claus
Es ist sehr spannend dir zuzuschauen.
Die Ausrisse sind durchaus ärgerlich aber du hast ja eine gute Lösung gefunden. Ich habe zum Kaschieren Furnier für mich entdeckt. Wenn zwischen zwei Bauteilen eine hässliche dünne Lücke klafft, nehme ich eine dünne Säge, mache einen Schlitz in den Stoß und dann wird ein Streifen rotes oder schwarzes Furnier eingeklebt. So gibt der „Fehler“ ein Highlight.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 19:22
von Claus P
Sebastian hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 19:13 Hallo Claus
Es ist sehr spannend dir zuzuschauen.
Die Ausrisse sind durchaus ärgerlich aber du hast ja eine gute Lösung gefunden. Ich habe zum Kaschieren Furnier für mich entdeckt. Wenn zwischen zwei Bauteilen eine hässliche dünne Lücke klafft, nehme ich eine dünne Säge, mache einen Schlitz in den Stoß und dann wird ein Streifen rotes oder schwarzes Furnier eingeklebt. So gibt der „Fehler“ ein Highlight.
Hallo Sebastian,

das ist einge gute Idee. Allerdings sind die Chips, die ich füllen müßte 2 mm tief und teilweise 8 bis 10mm breit. Ich lass das mal so wie es momentan ist. Lösungsansätze gibts und das ist das wichtigste. Ob zum Schluß doch um die Zapfen Füllungen mache, oder die Tischplatte komplett abhoble, ist egal. Aber ich sehe es entspannt und positiv. So hab ich wieder was gelernt und ein zweites mal passiert mir das nicht.
Früher hab ich mich über sowas fürchterlich aufgeregt. Heute mach ich das nicht mehr.
Bringt nichts und die Situation ändert es nicht.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 8. Feb 2026, 19:50
von Klaus
Servus Claus,

ärgerlich mit den Ausbrüchen aber ist halt Holz. Deine Lösungsansätze gefallem mir sehr gut, auch das "betone, was Du nicht reparieren kannst" :)
Die Idee von Sebastian hatte ich auch, "einfach" Umleimer mit 2mm einsetzen. Ist aber halt schon ein erheblicher Mehraufwand. Wenn das mit dem runterhobeln machbar ist, sicher die schnellste und auch sauberste Methode. Holz im Backofen zu trocknen, da hätte ich Bedenken dass Du ordentliche Risse fabrizierst.

Und zwischendurch wird noch schnell einen Anlasser repariert - ein universeller Handwerker halt :)
Claus P hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 18:51 Es gibt für alles eine Lösung.
Das ist wirklich das Schöne am Holz, irgendwie kriegt man seinen Murks immer wieder eingefangen :mrgreen:

Gruss, Klaus

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 9. Feb 2026, 19:54
von Heike
Hallo Claus,

es machr Spaß, Dir beim Arbeiten zuzuschauen!
Das mit den Ausrissen bei den Zapfenlöchern ist sehr ärgerlich. Ich habe es übrigens so gelernt, dass man von beiden Seiten anreißt und von beiden Seiten nur bis zur Mitte des Holzes stemmt, und zwar genau aus dem Grund, damit nichts ausreißt.

Viele Grüße und weiterhin frohes Schaffen
Heike

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 9. Feb 2026, 20:19
von Claus P
Hallo Heike,

ja, da geb ich dir recht. Es ist ja nicht, dass ich da nicht wüßte. Es war einfach reine Bequemlichkeit und auch Dummheit. Ich hab ja noch die beiden Regalbretter für meine Laptoptasche und die Ordner.
Die werde ich so anfertigen. Anzeichnen, an beiden Seiten und dann von der Unterseite 1/2 bis 3/4 durchstemmen und dann von der Oberseite (Sichtseite) nacharbeiten, bis das Zapfenloch passt. Spielt aber keine Rolle. So einen Ziehrrahmen mach ich dann dort auch, sonst ist die Arbeit nicht stimmig.
Ach was solls. Ich bin kein Profi und da darf man ruhig auch mal Lehrgeld bezahlen. Das schöne ist, dass mir das mit Sicherheit nicht ein 2. mal passiert.

Trotzdem freue ich mich sehr, dass dir meine Berichte gefallen.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Di 10. Feb 2026, 10:00
von Klaus
Claus P hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 20:19 Ach was solls. Ich bin kein Profi und da darf man ruhig auch mal Lehrgeld bezahlen. Das schöne ist, dass mir das mit Sicherheit nicht ein 2. mal passiert.
Wem noch nichts derartiges passiert ist werfe die erste Eschenbohle :) Und es ist einfach schön, das man hier sowas posten kann ohne zerrissen zu werden. Damit können alle anderen auch an der Erfahrung teilhaben.

Gruss, Klaus