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Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: So 12. Apr 2026, 20:14
von pumuckel
Nochmal ein paar Bilder dazu:
20260412_1956.jpg
Das wäre so ein Bausatz. Auf die Messinghülsen wird die vorgebohrte Holzkantel verklebt.
20260412_1957.jpg
Das sind verschiedene Hilfen, mit denen man die Hölzer auf die gewünschten Durchmesser des Bausatzes drechseln kann.
20260412_195801.jpg
20260412_1958.jpg
Hiermit werden die verklebten Kanteln auf die Länge der Hülsen gefräst und der Kleber entfernt.
20260412_2001.jpg
Dann kommt alles auf den Mandrel und es kann losgehen.
Gruß Michael
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: So 12. Apr 2026, 20:28
von Sebastian
Wahnsinn, du arbeitest wahrhaftig auf hohem Niveau.
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: So 12. Apr 2026, 21:24
von pumuckel
Sebastian hat geschrieben: So 12. Apr 2026, 20:28
Wahnsinn, du arbeitest wahrhaftig auf hohem Niveau.
Danke für die Blumen, aber das ist zu viel des Guten. Stiftes drechseln ist wirklich nicht schwierig. Das macht man ein paarmal und dann ist das mit den heute verfügbaren Hilfsmitteln kein Hexenwerk. Eine Schale gleichmäßig dünn auszudrechseln ist da wirklich schwieriger und für mich auch immer noch eine Herausforderung, die gerne mal schiefgeht.
Gruß Michael
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: So 12. Apr 2026, 21:33
von Claus P
Sowas hab ich auch noch nicht gesehen. Die Werkzeuge dafür sind irre. Ich hätte nie gedacht, dass man da so einen Aufwand betreiben muß und wäre die Sache viel einfacher angegangen. Aber das ist schon sehr sehr sehr professionell.
Die Werkzeuge und Spannhülsen würde ich mir selbst machen. Drehmaschine ist ja da.
Michael, ich sehr schon, ich werde dich irgendwann um Rat fragen, wenn ich das Projekt angehe.
Eine Schale dünn drechseln ist nicht das Problem. Du brauchst nur die richtigen Taster, dann kannst du die Dicke überall messen.
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: So 12. Apr 2026, 21:56
von oldtimer
Was für ein interessanter Einblick in filigrane Arbeiten und das Ergebnis ist wunderbar.
Gruß
Volker
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 07:50
von pumuckel
Mario hat geschrieben: So 12. Apr 2026, 19:01
Sehr schön!
Aufgeklappt siehts nen bisschen aus wie ein Bettchen.
Grüße Mario
Sagt meine Frau auch immer
Bei der nächsten "Serien"fertigung werde ich das Design etwas verändern. War jetzt auch die letzte Box. Ich hatte mir aus 1,50m langen Leisten gleich mehrere gemacht. Spart Zeit.
Gruß Michael
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 07:55
von pumuckel
Claus P hat geschrieben: So 12. Apr 2026, 21:33
Eine Schale dünn drechseln ist nicht das Problem. Du brauchst nur die richtigen Taster, dann kannst du die Dicke überall messen.
Das Messen nicht, aber die Schalenröhre macht nicht immer das, was sie soll. Mir fehlt aber wahrscheinlich auch etwas die Übung. Die ersten zwei Jahre nach Kauf der Drechselbank habe ich fast nichts anderes gemacht, außer Drechseln. Inzwischen hat es sich normalisiert und ist nur noch ein Teil des Hobbys.
Gruß Michael
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 08:07
von Claus P
Guten Morgen Michael,
das Geheimnis liegt in der Schärfe vom Meißel. Wenn die Schalenröhre mehr schabt, alsdass sie schneidet, mußt du zu viel Druck ausüben. Das kann dazu führen, dass die Schale reißt und sich dann durch die Fliehkraft in alle Richtungen zerlegt.
Wichtig ist auch, wie man die Schalenröhre hält. Theoretisch erklären kann ich da nicht viel, das bekommt man mit der Zeit raus.
Denk dir nix, ist mir auch schon passiert, dass es eine Schale zerreißt. Als meine Drechselbank noch im Holzschuppen stand, ist mir ein Rohling durchs Dach geflogen und hat mir 2 Dachziegel kaputt gemacht. Seitdem bin ich da vorsichtig.
Bei der Drehzahl muß man auch aufpassen. Bei dünnen Teilen nicht zu schnell drehen lassen, sonst wird die Fliehkraft zu groß und das kann schon reichen, dass die Schale springt.
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 09:04
von pumuckel
Hallo Claus
Schalenröhren benutze ich niiiie schabend, außer vielleicht mal außen, wenn der letzte ziehende Schnitt nicht hundertprozentig geklappt hat.
Zur Erklärung, warum ich manchmal Probleme mit einer dünnen gleichmäßigen Wandung habe. Ich habe noch eine ältere Drechselbank, an der sich der Spindelstock nicht zur Seite drehen lässt. Gerade wenn die Form der Schale Richtung hinterschneidend geht, muss ich dann zwangsläufig sehr weit hinters Bankbett greifen. In dieser Haltung habe ich nicht mehr soviel Gefühl und sehen tue ich dann schon lange nichts mehr. Inzwischen begnüge ich mich dann mit Wandungsstärken knapp unter einem cm, bevor die ganze Arbeit umsonst war und ich einharke. Man sieht es ja nicht, das die Wandung hier etwas stärker ist. Sonst versuche ich bei einfacheren Formen möglichst auf oder unter 0,5cm zu kommen.
Was meinst du mit Meißel. Bei Schalen benutze ich den eigentlich nur, um mal eine Kante zu brechen. Außer sie sind ganz winzig klein.
20260212_161221.jpg
Wobei das ja eigentlich keine Schale mehr ist. Das war ein Prototyp für mehrere Knöpfe für unsere Auflagen. Da wurden die Knöpfe aber dann noch kleiner und hatten nur zwei Knopflöcher, weil ich es nicht hinbekommen habe, die vier Löcher gleichmäßig zu bohren.
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Gruß Michael
Re: Aus Pumuckels Werkstatt
Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 11:09
von Klaus
Servus Michael,
die Liege sieht toll aus, sowohl die Konstruktion als auch nach der Renovierung.
Das Schreibset mit Umverpackung zieht aber natürlich sofort alle Blicke auf sich. Ganz toll gemacht, von der Holzauswahl angefangen bis zum perfekten Finish. Ein Baubericht wäre natürlich super, vor allem für das Gehäuse.
Den Fachsimpeleien zum Thema Drechseln kann ich nur fasziniert folgen
Gruss und vielen Dank
Klaus