Hallo Dieter,
hmmmm....kommt mir irgendwie sehr bekannt vor, dieses Szenario...
Dieses von mir beschriebene "genießerisch-anspruchsvolle" Zusammensitzen bezieht sich bei uns auch auf einen sehr kleinen Kreis.
Meist läuft es so ab: die ersten kommen um 18 Uhr, fangen meist sofort an, irgendwelche Sachen in sich rein zu stopfen, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen, was den eigentlich alles für Köstlichkeiten auf dem Tisch stehen. Kurzer Kommentar - bahhh..der
Bavaria Blue (neee...die Sorte kennen sie ja nicht mal) der Schimmelkäse - muss der so stark "schimmeln"? Sind nach 20 Minuten, sorry dafür, "vollgefressen" und sitzen dann meist nur noch bei nem Bier auf der Couch im Wohnzimmer.
Wenn das nächste Rudel anrückt, wird schon mehr "geguckt" und ausgesucht. Auch mal, wie Du schon geschrieben hast, die Nase gerümpft, wenn ein gutes Stück Livarot aus Frankreich auf dem Teller sein Aroma verbreitet. Für „Pfui Teufel“ sind sie dann aber, Gottlob“ zu gut erzogen (oder sie befürchten, nicht mehr eingeladen zu werden) Die suchen dann meist nach den Sorten, die sie auch aus dem Supermarkt kennen. Ein Stück Emmentaler, Butterbrot mit Weintrauben und ein wenige Schwarzgeräuchertes - das wars dann schon, bis man halt satt ist. Dauert auch keine halbe Stunde und ab auf die Couch zu den Biertrinkern.
Dann passiert eine Weile nichts. Hatte der Gastgeber doch bei Ankunft mitgeteilt, dass die "Käsebande" erst kurz aus der Kühlung raus ist und sich gerne noch ein wenige "akklimatisieren" möchte. Also, wartet der Rest geduldig, bis der Gastgeber alle seine "neuen" Sorten Käse und Schinken vorgestellt und meist eine kleine Anekdote über den Beschaffungsweg zum Besten gegeben hat. Langsam wird dann zuerst ein klein wenig von den Schinkensorten probiert – frisch vom Messer des Gastgebers, wobei man sich hier schon ein wenig "seine" Favoriten für das spätere "Zusammensitzen" aussucht. Gleiches gilt dann auch nach verstrichener Aufwärmzeit für die präsentierte Käsebande. Nix is schlimmer, als frisch-kalter Käse aus der Kühlung. (Doch - ne warme, kaltgewordene Leberkässemmel, mit scharfem Senf drauf) Also immer schön warten, bis die vielen verschiedenen Sorten ihre Düfte im Esszimmer verströmen. Das ist dann der Zeitpunkt, wo sich meist immer „der harte Kern“ auf die Eckbank verkrümelt – aber, ja nicht zu weit von der Spezialitätentheke entfernt, die meist zwischen Wohn- und Esszimmer aufgebaut ist.
Hier hocken wir dann meist, Stunde um Stunde, plauschen – essen – plauschen – essen. Die „Dosis“ entscheidet hier über den Verlauf und vor allem die Dauer des restlichen Abends. Mal wieder ein kleines Stückchen Käse, gefolgt von einem Scheibchen Salami vom französischen Schaf (wie ihr merkt, ist mein Onkelchen ein wenig Frankreich lastig) und ein paar blauen Trauben. Meist ist der Rest der „Bande“ schon auf dem Weg ins heimische Bettchen, wen wir immer noch die Eckbank drücken und die Uhr schon lange 12 geschlagen hat. Das seltsame, oder besser, das Beste daran ist eigentliche, dass man den ganzen Abend über nie so richtig satt wird, wenn man alles in kleinen Portiönchen genießt.
Ich bin schon sehr gespannt, welche Quellen“ Onkelchen“ dieses Jahr im Frankreich-Urlaub wieder aufgetan hat. Evtl. denk ich ja dran, ein paar Bilder zu machen…
Servus, der Lothar (der, glaub ich, jetzt mal schnell in die Kücke muss...)
ps. Thommy: sieht alles sehr lecker aus - wenn Du schon unterwegs bist, kannst Du ja einen "kleinen" Umweg machen..
