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Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 1. Mär 2026, 14:18
von Klaus
Servus Claus,

wieder ein sehr interessanter Bericht mit tollen Bildern. Wenn man den Schreibtisch jetzt so komplett sieht, bin ich nicht ganz sicher ob der sich wirklich "klein" nennen darf ;)

Die Zapfen mit den Keilen in beide Richtungen kannte ich so noch nicht, auch sehr spannend zu sehen. Die Schubladen sind offensichtlich klassisch geführt, machst Du das mit Lauf-/Streif-/Kippleisten oder kommen da Nuten in die Schubkästen, in denen die Leisten auf den Seitenteilen laufen?

Ich bin da ganz sicher, dass das ein Schmuckstück geben wird. Deshalb tendiere ich auch zu dem Rat, die Ausbrüche gleich richtig wegzuhobeln. Je nach Oberflächenbehandlung könnten die "Flickstellen" doch immer sichtbar bleiben. Und das wäre Deinem handwerklichen Können unwürdig :)

Gruss, Klaus

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 1. Mär 2026, 16:01
von Claus P
Hallo Klaus,

die Schubläden werden klassisch gefertigt und auch so geführt. Von meinem Papa ist noch ein Schreibtisch da vom Reichsnährstand von 1935. Da sind die Führungen auch so aufgebaut.

Die Ecken werden die gezinkt, so wie sich das eben gehört. Dann wenn die Schubläden fertig sind wird mittig eine Nut eingefräst. Darin läuft der Schubladen. Ich mach dann Bilder, ist sowieso klar.
So sind die Schubläden von meiner Hobelbank auch gebaut. Die laufen absolut leicht, obwohl da eine Menge an Gewicht drin liegt.

Ich warte jetzt von dem Experiment das Ergebnis ab und entscheide dann was ich mache.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: So 1. Mär 2026, 18:14
von Claus P
Hab den Spachtel noch abgeschliffen, weil mich das Ergebnis interessiert hat. So schlecht ist das Ergebnis nicht geworden, aber nicht gut genug.
k-IMG_2975.JPG
k-XSFZ2276.JPG
Also wird am Freitag der Schreibtisch über die Abrichte geschoben, dann sollte das Ergebnis passen.


Problem ist, dass bei den tiefen Stellen der Leim gequollen ist und dadurch kleine Poren entstanden sind. Bei PU- Leim ist das normal. Aber ich hab mal die KI von Chrome befragt. Es gibt auch PU- Kleber für Holz, der nicht quillt. Den Kleber nimmt man her um z. B. Metall mit Holz zu verkleben.

Dann bin ich fündig geworden. Der Hersteller heißt Ottocoll. Da gibt den Ottocoll P85 - PU- Leim für professionelle Reparaturen. Er wird extrem fest und ist für Holz und Metall geeignet. Ich habe mir zwei Varianten bestellt: 1x transluzent. Ich gehe mal davon aus, dass der Kleber milchig - farblos wird. Und einmal den Farbton beige.
Wenn das tatsächlich so ist, dass der Kleber in 20 min verarbeitet werden muss, dann härtet er sehr schnell aus. Das wäre für Holzspachtel gut. Der Transluzente Kleber wäre gut, da man dann den Farbton anpassen kann wie man möchte.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 09:02
von Klaus
Servus Claus,

ja, klassische Schubladen sind hier genau richtig. Bei der Führung gibt es halt zwei Varianten, einmal mit den drei Leisten und einmal mit der Nut in den Seitenteilen. Bin auf Deine Fotos gespannt, kann mir aber schon gut vorstellen wie das aussehen wird :)

Auf Deinen Test mit dem Ottocoll bin ich auch gespannt, sowas kann man ja immer mal wieder brauchen. Bin trotzdem der Meinung, dass dieser Tisch besseres verdient hat ;)

Gruss und frohes Schaffen
Klaus

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 10:29
von Sebastian
Hallo Claus,
ich kann nachvollziehen, dass der Spachtel mit Schleifstaub und PU-Leim unbefriedigend ist. Da du die Möglichkeit hast es über die Abrichte zu schieben ist das sicher die beste Lösung.

Was ist denn der Grund, dass du diese Spachtel mit PU Leim anrühren möchtest? Ich habe bisher immer nur Weißleim verarbeitet. Für PU Leim habe ich aufgrund der sensibilisierenden Wirkung der Isocyanate bisher noch keinen ausreichenden Handlungsdruck verspürt diesen in Erwägung zu ziehen. Dazu Siehe DGUV-Information 213-078 "Polyurethane" Gerade der Ottocol ist nach Sicherheitsdatenblatt eher mit Vorsicht zu Behandeln => Atemschutz (Gasfilter Typ A1 nach EN 14387) und geeignete Handschuhe (Nitril mit einer Dicke >0,4 mm).

VG
Sebastian

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 10:55
von Klaus
Sebastian hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 10:29 Für PU Leim habe ich aufgrund der sensibilisierenden Wirkung der Isocyanate bisher noch keinen ausreichenden Handlungsdruck verspürt diesen in Erwägung zu ziehen. Dazu Siehe DGUV-Information 213-078 "Polyurethane" Gerade der Ottocol ist nach Sicherheitsdatenblatt eher mit Vorsicht zu Behandeln => Atemschutz (Gasfilter Typ A1 nach EN 14387) und geeignete Handschuhe (Nitril mit einer Dicke >0,4 mm).
Vielen Dank für die Info, Sebastian - sehr interessant!

Gruss, Klaus

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 10:59
von Claus P
Hallo Sebastian,

der Grund für PU ist leicht erklärt. Meine Werkstatt ist nicht beheizt und Weißleim bindet bei Temperaturen unter 0 Grad nicht ab. Bei PU ist das egal, da er auf Feuchtigkeit reagiert und nicht auf Temperatur.

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 12:13
von Sebastian
Klaus hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 10:55
Sebastian hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 10:29 Für PU Leim habe ich aufgrund der sensibilisierenden Wirkung der Isocyanate bisher noch keinen ausreichenden Handlungsdruck verspürt diesen in Erwägung zu ziehen. Dazu Siehe DGUV-Information 213-078 "Polyurethane" Gerade der Ottocol ist nach Sicherheitsdatenblatt eher mit Vorsicht zu Behandeln => Atemschutz (Gasfilter Typ A1 nach EN 14387) und geeignete Handschuhe (Nitril mit einer Dicke >0,4 mm).
Vielen Dank für die Info, Sebastian - sehr interessant!

Gruss, Klaus
Gerne. Isocyanate sind ein fieses Zeug, da sie, als bisher einzig bekannte Stoffgruppe, Atemwegsallergien auch bei Hautkontakt auslösen können.
Claus P hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 10:59 Hallo Sebastian,

der Grund für PU ist leicht erklärt. Meine Werkstatt ist nicht beheizt und Weißleim bindet bei Temperaturen unter 0 Grad nicht ab. Bei PU ist das egal, da er auf Feuchtigkeit reagiert und nicht auf Temperatur.
Ich vergaß, dass du ja im Schuppen werkelst. Ja, dann ist der Einsatz von PU Leim die einzige Möglichkeit. Wobei dass mit der Feuchtigkeit ... Isocyanate bilden erst mit Polyolen (mehrwertige Alkohole) das Polyurethan. Die Reaktion von Isocyanat mit Wasser führt zu einer Bildung eines instabilen Zwischenprodukts (Carbamid) welches wieder mit Isocyanat zu einem Polyharnstoff und CO2 wird, oder einfach zu einem Amin und CO2 Zerfällt. Dieser Schritt ist für das Aufschäumen verantwortlich aber nicht für das Abbinden des Klebers. Spannend ist dann natürlich, wie funktioniert dann der nicht schäumende Kleber... vermutlich fängt da ein Additiv die Feuchtigkeit ab oder die Feuchte-Reaktion ist gehemmt worden.

.... ups jetzt ist der Chemiker in mir wieder durchgegangen :oops: :lol:

VG
Sebastian

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 14:02
von Claus P
Hallo Sebastian,

das ist eine wirklich gute Frage wie der Kleber aushärtet. Das habe ich mich auch gefragt, als ich nach Alternativen gesucht habe.
Das was du schreibst war eine der ersten Antworten die ich für PU Leim bekommen habe nämlich, dass PUR mit Wasser reagiert und dabei CO2 entsteht, das wiederum für das Aufschäumen verantwortlich ist.
Zum Füllen ist das natürlich suboptimal, da man ja gerade keine Poren haben möchte. Zum Verleimen ist der Effekt durchaus erwünscht, da die Fugen gefüllt werden.

Ich habe mich gefragt, wie das Aushärten dann ohne CO2 Bildung funktioniert.
Der P85, den ich bestellt habe schäumt nur leicht bis überhaupt nicht auf. Allerdings ist die Schaumbildung nur sehr gering (zumindest steht das so in der Produktbeschreibung). Allerdings ist das der einzige Kleber, den es transluzet oder in ocker gibt.

Der P83 schäumt gar nicht und wäre sogar noch besser geeignet, wenn nicht das Problem mit der Farbe wäre. Den P83 gibt es nur in weiß oder grau und selten in schwarz. Schwarz wäre okay, schränkt aber die Anwendung sehr ein, ist aber schwer zu bekommen. Weiß oder grau scheidet bei Naturholz aus. Zumindest bei mir.

Ich habe mal interessehalber die KI gefragt, wie die Aushärtung beim P83 erfolgt.

Antwort: der p83 reagiert mit Wasser und hat co2 Fänger (Absorber), die das Gas binden bevor Gasblasen entstehen. Die Reaktion läuft langsamer ab als bei normalen Klebern ohne Absorber, sodass die Reaktion kontrollierter abläuft und das CO2 durch die Klebstoffmatrix langsam nach außen diffundiert und dann entweicht ohne dass sich ein Schaum bildet.

Klingt plausibel!

Aber das Problem ist sowieso ganz einfach gelöst. Ich hoble am Freitag die Tischplatte einfach 1 bis 3 mm ab. Dann muss ich nicht mit dem giftigen Zeug arbeiten und schöner aussehen wird es auch. Die Entscheidung ist schon gefallen. Das Handlingsproblem ist auch gelöst. Mein Neffe hilft mir für 1/2 Stunde den Tisch auf die Abrichte zu bekommen. Ich schätze das Gewicht auf zwischenzeitlich 50 kg. Das Gewicht ist nicht so das Problem, sondern dass einfach der Schreibtisch so furchtbar unhandlich ist. Aber das Problem bekomme ich auch noch gelöst.

Das wäre das erste Mal dass ich an solchen Dingen scheitere. Schließlich habe ich die Tischplatte von meiner Hobelbank auch alleine gehandelt. Dafür habe ich mir für solche Arbeiten extra einen Motorheber gekauft der bei Max Ausladung noch 500 kg hebt. Bei solchen Dingen bin ich recht kreativ. Not macht erfinderisch. :mrgreen:

Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 15:49
von Bavarian-Woodworker
Hallo Claus,

du machst ja wieder schöne Sachen...:-)

Wenn Du am Freitag noch eine helfende Hand brauchen solltest - ich kann in 7 Minuten bei Dir sein...

...kein Scherz, mein ich wirklich so.

Servus, der Lothar