Am Freitagnachmittag war es endlich so weit. Der Dachstuhl kommt auf den Ofen.
Ist ja schnell gemacht. Schlupf um den First und "hoch das Bein". Die Schwellen hab ich an 6 Punkten mit Schwerlastanker befestigt, damit der Stuhl nicht bei Strum abhebt. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, vier Anker hätten auch gereicht. Aber egal. Ich gehe lieber auf Nummer sicher.
Danach wurde das Dach mit Nut- und Federbretter verschalt. Bitte verzeiht. Sebastian wird es die Haare aufstellen, wenn ich mit meinen Sandalen auf der Dachhaut stehe. Das ist nicht zum Nachmachen geeignet und ich rate jeden davon ab ohne Sicherheitsschuhe aufs Dach zu gehen. Warum ich das mache hat aber einen Grund. Die Sohle ist sehr griffig und bei meinen Sicherheitsschuhen eher nicht. Ich fühle mich so einfach sicherer und zugegeben bequemer sind die Schuhe auch.
Am Freitag hab ich nur das Dach verschalt, die Dachpappe aufgelegt und die Konterlatten aufgenagelt. Die Latten ganz am Anfang und am Ende sind nur mit je 2 Schrauben provisorisch befestigt und auch schief. Die kommen aber wieder weg und werden nochmals neu angeschraubt. Es mußte sehr schnell gehen, da es immer wieder geregnet hat. Als die Arbeiten gegen Mittag beendet waren kam ein Wolkenbruch und es hat geschüttet wie aus Eimern. Ein paar Regentropfen hab ich am Anfang noch abbekommen, den großen Wolkenbruch zum Glück nicht mehr.
Leider kam es zu Verzögerungen bei der Auswahl der richtigen Dachziegel.
Problem ist, dass sich der Bauherr fast 3 oder 4 Wochen damit beschäftigt hat, welche Dachziegel er letztendlich decken möchte. Ich hab ihm zu Creaton Turmbiber geraten. Das sind Kleinformat Biberschwänze und machen sich auf so einem kleinen Dach unheimlich gut. Ich hab die selbst auf meiner Hauskapelle 1994 gedeckt.
Die Ziegel gibt es aber nur mit roter Engobe und er wollte aber schwarze Engobe. Diese Ziegel stellt aber Creaton nicht her, also hat sich alles verzögert, bis letztendlich am Freitag die Entscheidung kam. Es werden Elus Kleinformat Biber mit schwarzer Engobe.
Teil 2:
Gestern hab ich die Trauf- und Gibelseiten verschlagen bzw. verschalt. Diese Fummelarbeiten halten unheimlich auf. Für eine Gibelseite mit Wartungstüren und Scharnieren und und und.... hab ich rund 3 bis 4 Stunden gebraucht bis alles passt.
Ganz zufrieden bin ich dann mit der Arbeit doch nicht. Die passenden Schrauben hatten wir nicht. 4,5 x 40 sind ein bischen zu lang und 4,5x30 sind zu kurz. Für 4,5x35 hätte jemand extra wieder zum Baumarkt fahren müssen und so wären die Arbeiten um 2 Stunden verzögert worden. Deswegen hab ich die Spitzen mit dem Bandschleifer weggeschliffen. Nur wenn man die Türen öffnet sieht man den Fehler. Ich selbst hätte die Schrauben geholt, aber dem Bauherren war es absolut egal. Deswegen der Kompromiss.
Für die Vorreiber wären auch 3x16er Schrauben schön gewesen, aber das Leben ist kein Wunschkonzert und ich mußte nehmen, was an Schrauben da war.
Am Ende des Tages waren dann alle 4 Seiten verschalt, die Türen herausgesägt und die Scharniere angebracht. Um 20 Uhr waren die letzten Restarbeiten beendet und bis das Werkzeug aufgeräumt war, war es dann halb neun. Danach gabs noch Brotzeit und ich hab mir ein Bier aufgemacht.
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