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Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 07:57
von Wolfgang EG
Hat schon jemand von euch Erfahrungen mit einem japanischen Kanna-Hobel gemacht? Mich fasziniert die Arbeit mit diesen Hobeln, wie sie in japanischen Videos oftmals gezeigt wird.

Ich würde mir gern solch einen Hobel zulegen, aber die sind nicht gerade kostengünstig. Ein paar Erfahrungswerte außerhalb diverser Internet-Sendungen wären da vorher gut ...

Vielen Dank.
Wolfgang

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 08:43
von pumuckel
Hallo Wolfgang
Interessantes Thema. Spiele auch immer mal mit dem Gedanken, mir noch einen japanischen Hobel zuzulegen. Aber die Kombi, hoher Preis und ohne Erfahrung noch nacharbeiten zu müssen, hat mich bisher immer davon abgehalten. Den Interneterklärungen von Dorian Bracht bei Holzwerken und Peter Lanz bei Dictum kann man aber sicher vertrauen. Ich habe beide kennengelernt und die wissen, wovon sie reden.
Aber es ist dann sicher nochmal was anderes, wenn man sich als Laie an das Einrichten herantraut. Da würden mich Erfahrungsberichte auch interessieren.

Gruß Michael

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 09:55
von Dikado
Hallo Wolfgang, ich habe es mit so einem Hobel mal versucht, aber beim Versuch ist es auch geblieben. Ich bin damit nicht warm geworden. Meine Ergebnisse mit unseren Hobeln war deutlich besser. War kein super teurer Japaner, wohl eher ein Chinese, aber die Art des Hobelns liegt mir nicht, völlig ungewohnt und so landete er einfach in der Tonne.

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 10:00
von Klaus
Servus Wolfgang,

"Erfahrung" ist deutlich zu hoch gegriffen. Hier viewtopic.php?t=3134 hab ich mal meine ersten Gehversuche mit dem Kanna dokumentiert. Vor allem wenn man es das erste Mal und ohne Anleitung macht, ist das schon mühsam. Den Durchbruch im wahrsten Sinne des Wortes hab ich dann erste geschafft, nachdem der 2mm Stechbeitel gekauft war.

Grad neulich mal wieder ausprobiert, wenn man den Hobel richtig einstellt bekommt man eine Oberfläche die wirklich einzigartig ist. Erfordert allerdings schon einige Übung und mit dem ziehenden Gebrauch komm ich auch noch nicht wirklich zurecht. Für mich war der ganze Weg aber schon eine interessante, wenn auch manchmal frustrierende, Erfahrung.

Gruss, Klaus

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 13:42
von Wolfgang EG
Vielen Dank für die schnellen Informationen.

Dass es nicht einfach werden würde, ist mir klar. Genau vor solch einer Situation stand ich, als ich meine erste Japansäge kaufen wollte. Eine Säge, die auf Zug arbeitet ... Gruslige Vorstellung. Aber dann hat die Neugier gesiegt, und heute mag ich die verschiedenen Japansägen nicht mehr missen. Eigentlich arbeite ich fast ausschließlich damit.

Der Hobel – und dies ist mir bewusst – wäre da eine etwas größere Nummer. Es sieht in den Videos immer so easy aus, wenn der Hobel über das Holz gezogen wird und wirklich hauchdünne Späne produziert. Aber bis es so weit ist ...!?

Dirk, so ähnlich könnte es mir auch ergehen. Deshalb sinniere ich eben noch drauf rum, ob ich den kaufe.

Klaus, danke für den Link. Ich hatte nur unter »Kanna« gesucht und deshalb diesen Beitrag nicht gefunden. Den werde ich mir heute am Abend mal reinziehen.

Danke, Männer.
Wolfgang

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 14:02
von Claus P
Hallo Wolfgang,

leider kann ich dir zu dem Kanna- Hobel nicht helfen. Ich kann mich mit einem Hobel auf Zug nicht begeistern, das wäre eine große Umstellung.
Wolfgang EG hat geschrieben: So 5. Jul 2026, 13:42 wirklich hauchdünne Späne produziert.
Aber hierzu kann ich ein bisschen was sagen. Ich arbeite sehr gerne mit den englichen/ amerikanischen Gußhobel von Bailey, Record oder Acorn. Die Hobel lassen sich sehr gut einstellen ähnlich wie die moderneren Reformhobel aus Holz. Ich hab davon alle Größen, außer den 1er, den es praktisch nur als Museumsstück gibt und der nie wirklich in Serie ging. Manche Größen (3er, 4er und 5er) habe ich mehrfach. Der Grund ist, dass ich alle Hobel leicht unterschiedlich eingestellt habe und ich nicht immer verstellen will. Damit kann man auch Oberflächen erzeugen, die man nicht mehr nachbearbeiten muß, vorausgesetzt man hat die richtigen Hobeleisen. Wenn die richtig scharf sind, ist das Arbeiten damit sehr angenehm. Man kann damit Späne prodizieren, durch die man Zeitung lesen kann.

Ich bin überzeugt, dass die Art des Hobels egal ob Kanna, Gußhobel oder Hobel aus Holz nicht so einen großen Unterschied macht, was das Ergebnis anbelangt. Das entscheidende ist ein rasiermesserscharfes Eisen und ein gut eingestellter Hobel. Die Handhabung ist vielleicht unterschiedlich, da gebe ich dir Recht. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die Umstellung auf anderes Werkzeug schwer fällt, wenn man einmal für sich das passende Werkzeug gefunden hat. Insofern bleibt dir nichts anderes übrig, als den Kanna auszuprobieren. Kommst du damit zurecht, gut. Kommst du damit nicht zurecht, dann entweder als gute Erkenntnis bzw. Lehrgeld verbuchen oder solange üben, bis du damit umgehen kannst.

Ich kann dir nur sagen, egal welches Werkzeug du nimmst den Umgang damit muß man meist lernen und das braucht Übung. Mancher bekommt schnell den dreh raus, andere lernen es nie, weil sie zwei linke Hände haben.
Ich habs ja schon öfter gesagt, das beste Werkzeug hilft nichts, wenn man damit nicht umgehen kann. Es gibt einen Spezialisten im Woodworkerforum, der mich mal besucht hat um die Eisenhobel auszuprobieren. Der kauft sich nur das beste Werkzeug, bekommt aber trotzdem keine guten und schöne Möbel geschreinert, weil ihm einfach das handwerkliche Geschick fehlt.
Aber eines ist auch klar, mit gutem Werkzeug geht einem die Arbeit meist etwas besser von der Hand und macht einfach mehr Spaß.

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 19:44
von Rudi O
Hallo Claus,

Wie hieß es in meiner Jugend bei den Schrauberkollegen:

Ein guter Handwerker bekommt mit schlechtem Werkzeug bessere Arbeit hin als ein schlechter Handwerker mit gutem Werkzeug....

Aber zum Thema Hobel. Das A & O bei japanischen Hobeln ist eine rasiermesserscharfe Klinge. Ist diese nicht maximal scharf kann man den Hobel eistellen wie man will, da kommt nix bei raus. Metallhobel oder europäische Bauarten sind da anscheinend nicht ganz so empfindlich obwohl bei denen eine scharfe Klinge auch nicht hinderlich ist.... :D In meinem Bekanntenkreis hatte jemand einen japanischen Hobel. Nachdem der Besitzer rausgefunden hat wie man die Eisen RICHTIG schärft war der Hobel unschlagbar.

Die Erste Hürde scheint das richtige Schärfen des Hobelmessers zu sein

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: So 5. Jul 2026, 21:49
von Klaus
Rudi O hat geschrieben: So 5. Jul 2026, 19:44 Die Erste Hürde scheint das richtige Schärfen des Hobelmessers zu sein
Hmm, für mich war die erste Hürde das einrichten des Hobelkörpers, bin immer noch nicht ganz fertig. Wie im sehr guten Film von Dictum gezeigt, ist das schon nicht ohne. Die Eisen mit einer Schneidlage aus weissem Papierstahl lassen sich schon extrem schärfen, dass hab ich mit den Veritas Eisen (PM V11 oder A2/O2) nicht so gut hinbekommen. Wichtig ist auch die Position des Spanbrechers beim Kanna - nachdem man ihn entsprechend hergerichtet hat.

Ich zieh den Hobel immer mal wieder aus und probier rum. Die Oberfläche, die dabei rauskommt ist schon was besonderes. Von daher werd ich sicher immer mal wieder üben und bekomm ihn in den Griff bevor den Griff des Boindlkramer spüre ;)

Gruss, Klaus

Re: Japanischer Kanna – Wer hat Erfahrung?

Verfasst: Di 7. Jul 2026, 09:39
von Wolfgang EG
Schade, aber ich habe mich gegen den Kanna entschieden. Den Ausschlag gab letztlich der Fakt, dass man für die richtige Einstellung Geduld braucht. Und das ist dass, was mir derzeit so gar nicht liegt. Also werde ich weiter Videos schauen und mir hereinziehen, wie wahre Meister damit hantieren ...

Vielen Dank für die Entscheidungshilfe.
Wolfgang