Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Hier findet ihr Michael's neuste Projekte
Benutzeravatar
michaelhild
Moderator
Beiträge: 4764
Registriert: Di 28. Jun 2016, 20:01
Wohnort: Im sonnigen LDK
Kontaktdaten:

Universum Prologic Amplifier DPL-155

Beitrag von michaelhild »

Eigentlich ein altes "Billigding" von Quelle und auch nicht mehr zeitgemäß, keine Fernbedienung und im Grunde nur drei hintere Kanäle, aber vielleicht bekommt er doch ein weiteres Leben bei einem neuen Besitzer.

Fehlerbeschreibung des DPL-155, war wieder ein "ging plötzlich nicht mehr". Mittlerweile gebe ich da nichts mehr drauf. Was ich da mittlerweile alles für ein Zeug bekommen habe, aber da zu späteren Zeitpunkten mehr.

Er ließ sich auf jeden Fall per Standbytaste nicht mehr einschalten.
Der Amplifier ist recht einfach aufgebaut, ohne Standbynetzteil und so ein Zeug.

Zuerst habe ich die Betriebsspannungen geprüft, waren OK, auch die 5 V welche zum Bedienteil führt.
michas_holzblog_1785130918462.jpg


Warum kommt dann kein Einschaltsignal? OK, kann nicht, am Taster liegt nirgends eine Spannung an.
michas_holzblog_1785130919817.jpg
Großes :?: Aber dann Schuppen von den Augen und :idea: .
michas_holzblog_1785130920670.jpg
Soso, ging ganz plötzlich nicht mehr, jaja.

Ich habe dann die Leiterplatte zuerst mit Sekundenkleber zusammengefügt und anschließend mit 2K-Epoxy verklebt. Die Leiterbahnen mit feinem Fädeldraht geflickt und Plastik 70 drauf.
michas_holzblog_1785130923145.jpg
michas_holzblog_1785130923475.jpg
Mit ist dann noch aufgefallen, dass ne weitere Platine gebrochen war. Hier Epoxy und da ne breite Leiterbahn vorhanden war, Entlötlitze es Bewehrung.
michas_holzblog_1785130924712.jpg
michas_holzblog_1785130925115.jpg
Alles zusammen und ohhhh, funktioniert zwar wieder aber, das Lautstärkepoti kratzt gar jämmerlich.
Leider war das ein 4in1 Poti mit einer speziellen Achse. Gibt es nicht mehr. Kontaktreiniger alleine hat nicht geholfen und ich habe es auch nicht zerlegt bekommen.

Ich habe dann etwas recherchiert und bin auf eine chemische Keule gestoßen.
Zuerst Backofenreiniger, danach "nachwischen" mit Kontakt 60, spülen mit Kontakt WL und anschließend als Schutz das gute Kontakt- und Tunerspray von Teslanol. Vorne liegt das Problemkind.
michas_holzblog_1785130926169.jpg

Viel Hoffnung hatte ich nicht, aber siehe da.
https://youtu.be/7egfHWFGInw
Funktioniert wieder sauber und einwandfrei und das auch noch zwei Wochen später.

Raus kommt auch was.
https://youtu.be/APJ1SSaeAFY
8-)

Jetzt steht er erstmal rum.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Grüße
Micha

Was man tut, kann man auch gleich richtig machen.
Mein Holzblog
Wolfgang EG
Beiträge: 176
Registriert: Sa 4. Jan 2020, 06:32
Wohnort: Brandenburg

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von Wolfgang EG »

:Daumen: :Daumen:
Benutzeravatar
Baumbart
Beiträge: 2414
Registriert: Mi 3. Aug 2016, 19:30

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von Baumbart »

Hallo Micha,

Wahnsinn was für eine Arbeit 😵‍💫.
Wie bekommst du die "grüne Schutzschicht" von den Leiterbahnen ab? Ich hätte da ganz umständlich Drahtbrücken von einer zur anderen Lötstelle gefrikelt, oder wahrscheinlich nach angemessener Wartezeit dem E-Schrott hinzugefügt :|
Gruß Christian
Sauberes Werkzeug, saubere Arbeit :lol:
Claus P
Beiträge: 718
Registriert: Mi 9. Apr 2025, 08:14
Wohnort: Oberpfalz/Bayern

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von Claus P »

Genau das hab ich mich auch gefragt.

Micha! Wirklich meine Hochachtung. Was du da machst, ist wirklich top. Besser kann man es nicht machen.

Ich könnte das nicht. Zum einen hab ich nicht die Geduld und zum anderen keine so ruhige Hand.

Das muß man können!
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
Woswasi
Beiträge: 2119
Registriert: Mi 26. Sep 2018, 06:24

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von Woswasi »

Faszinierend, hätte nicht gedacht, dass sich so eine Leiterplatte reparieren lässt.
Das waren aber schon etliche Stunden Aufwand oder?
LG Gerald
Benutzeravatar
michaelhild
Moderator
Beiträge: 4764
Registriert: Di 28. Jun 2016, 20:01
Wohnort: Im sonnigen LDK
Kontaktdaten:

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von michaelhild »

Die Leiterplatte war nicht weiter schlimm.
Ich habe hier noch einen Fall (auch wieder so einer, der von nix was wusste, obwohl schon Instandsetzungsarbeiten sichtbar sind), die ist in drei Teile, inkl. SMD.
Lohnen tut sich die sicherlich nicht. Mal sehen ob ich es versuche. Alter Sony, nichts besonderes, kommt als auch nichts bei rum.

Der Lötstopplack, ist nicht weiter schwer. Es gibt da kleine Schaber für, ansonsten ein Skalpell, am besten mit runder Klinge.
Die Leiterplatte hat auch nicht arg lang gedauert, vielleicht 1,5 Stunden. Das war nicht so wild.
Grüße
Micha

Was man tut, kann man auch gleich richtig machen.
Mein Holzblog
Benutzeravatar
michaelhild
Moderator
Beiträge: 4764
Registriert: Di 28. Jun 2016, 20:01
Wohnort: Im sonnigen LDK
Kontaktdaten:

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von michaelhild »

Mein Arbeitsplatz. Wie die Holzwerkstatt, klein aber fein.
20260727_192210.jpg
Ist eigentlich alles vorhanden.
Oszi, Frequenzgenerator, Trenntrafo (wichtig), Löter, Entlöter, Heißluft, Netzteil, Mikroskop und viel Licht.

Die Werkzeugsammelleidenschaft, hat auch hier zugeschlagen.
20260727_192910.jpg
LCR Messgerät, Bauteiltester, Akkuoszis und zwei Besonderheiten, eine Stromesszange mit Oszilloskopfunktion und ein kleines Multimeter mit Wärmebildkamera. Sehr nützliches Teil.
Alles super duper Chinamannzeug.

Ein "F" steht immer für was besonderes. Ferrari, Festool, Fluke.
20260727_192435.jpg
Das 179 habe ich vor zig Jahren mal neu gekauft. Das 73 ist ein Andenken an die alte Konkursfirma, alle anderen sind gebraucht gekauft, manche brauchten Liebe. Für das 189 hat Cheffe Lothar nen neuen Klappfuß 3D gedruckt, weil das ist das Problem mit Fluke, Ersatzteile sind extrem schwer zu bekommen.
Eine Besonderheit ist der große Klopper ein 867B Graphisches Multimeter aus den späten 90ern. Groß, schwer, langsam, die einzige Baureihe dieser Art (eng verwandt mit den Scopemetern), aber absolut cool und das einzige jemals gebaute Multimeter mit Komponententester (U/I Kennlinienschreiber). Sensibelchen mit Kohleschichtbahnen als Kontakte für den Funktionswähler.
Das 2. von rechts ist kein Multimeter, sondern ein Isolationsmessgerät, 1507.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Grüße
Micha

Was man tut, kann man auch gleich richtig machen.
Mein Holzblog
Claus P
Beiträge: 718
Registriert: Mi 9. Apr 2025, 08:14
Wohnort: Oberpfalz/Bayern

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von Claus P »

Servus Micha,
michaelhild hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 19:19 Die Leiterplatte war nicht weiter schlimm.
Das kann nur jemand sagen, der weiß wie es geht und der es kann.

Einfach toll. Die Ausstattung auch. Ich bin vollauf begeistert!
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
Benutzeravatar
michaelhild
Moderator
Beiträge: 4764
Registriert: Di 28. Jun 2016, 20:01
Wohnort: Im sonnigen LDK
Kontaktdaten:

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von michaelhild »

Sammelsucht halt.
Zwei Multimeter und ein Oszi reichen völlig.
Wobei eines mit Akku ist gerade für Schaltnetzteile z.B. schon praktisch. Die Masse am Oszi/Tastkopf ist bei netzbetriebenen ja der Schutzleiter vom Netz.
Grüße
Micha

Was man tut, kann man auch gleich richtig machen.
Mein Holzblog
Benutzeravatar
Baumbart
Beiträge: 2414
Registriert: Mi 3. Aug 2016, 19:30

Re: Hifi Reparaturen - Reparieren statt wegwerfen

Beitrag von Baumbart »

Schöne Fluke Sammlung 👍
Nutzt du das alles für privat oder verwendest du die Messgeräte auch beruflich?
So eine Strommessezange brauche ich auch nur auf der Arbeit, ebenso das Fluke Messgeräte gegenüber (Infrarot ?)
Gruß Christian
Sauberes Werkzeug, saubere Arbeit :lol:
Antworten

Zurück zu „Michas Holzblog“