Diese Teile sind im Grunde nur gewickelter Draht, trotzdem ist eine Diagnose ob noch 100% funktionsfähig nicht mal eben möglich.
Auch, so wie ich es euch jetzt zeige, gibt es kein Absolut, höchstens man hat ein Vergleichsbauteil. Man kann nur sagen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das Teil in Ordnung.
1. Schritt ist die Widerstandsmessung, da nur Draht, sollte der Wert bei wenigen Ohm liegen. Ist der Wert hoch oder unendlich, Thema erledigt, Teil kaputt. Ist der Wert in einem normalen Bereich, kann die Wicklung intakt sein, muss aber nicht.
2. An Spulen oder wenn vorhanden im Datenblatt, ist auch ein Wert für die Induktivität angegeben. Hat man ein LCR Meter kann man diesen Wert messen und darüber eine Aussage treffen.
3. Bei Trafos in Netzteilen oder Übertragern sieht es oft anderes aus. Angaben meist nicht vorhanden und da speziell für den Hersteller gewickelt, aussichtslos was zu finden. Neben komplett durchgebrannt, gibt es noch den "bösen" Windungsschluss. Bedeutet, eine oder mehrere Windungen einer Wicklung haben irgendwo elektrischen Kontakt. Dort ist dann der Isolierlack auf dem Draht durch Hitze oder Vibrationen beschädigt worden.
Dies kann dann zur Überlast, falsches Arbeiten von Schaltnetzteilen und falsche Ausgangsspannungen (durch geändertes Windungsverhältnis) führen.
Es gibt dazu spezielle Messgeräte, aber es geht auch mit "Hausmitteln". Die Methode dahinter ist die gleiche. Kondensator parallel und man hat ein RC-Glied, dass bei anlegen von einem Impuls nachschwingt. Die Messgeräte zählen die Schwingen.
Einfachste Methode ist mit einem Kondensator und Oszilloskop. Dabei muss für jeden Impuls, der Kondensator an einem Netzteil aufgeladen werden und das Oszi dann noch genau passend den Single Shot abgeben. Mühsam.
Ich habe ja einen einfachen Signalgenerator. Damit geht es eleganter. Er muss nur ein Pulssignal mit kurzem Puls und langer Pause erzeugen.
Hier sieht man den Aufbau.
Ein Übertrager (Der ist in dem Fall sein eigener Kondensator) an den Generator angeschlossen und parallel dazu das Oszi.
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Startet man den Versuch, sieht man schön auf dem Oszi den Spannungsimpuls und das Nachschwingen. Letzteres ist das wo drauf das Augenmerk liegt, Es sollte gleichmäßig und langsam nachlassen (Kommt durch ohmschen Widerstand und Verluste).
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Der krasseste Fall wäre ein kompletter Kurzschluss an der "gegenüberliegenden" Wicklung.
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Nach dem Impuls kommt nur noch ein halber Schwung und danach Zusammenbruch. Der Kurzschluss auf der anderen Seite "frisst" die induzierte Spannung im Grunde auf. So funktioniert auch bei Bürstenmotoren eine einfache Motorbremse, z. B. Akkuschrauber. Der Motor wird kurzgeschlossen, der vom Anker induzierte Strom bremst die Maschine ab (Blaue Funken an den Kohlen).
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Wie sieht es nun bei nur einem Windungsschluss irgendwo aus.
Das konnte ich mit dem Übertrager nicht simulieren, dafür habe ich ne Spule geopfert, bei der ich an die Windungen kam.
Hier der Aufbau, diesmal war ein Kondensator nötig. 1,5 µF damit da auch ordentlich was nachschwingt.
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Das Nachschwingen sah dann so aus:
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Um den Schluss zu simulieren, habe ich mit einem Skalpell durch den Isolierlack in einige Windungen geschnitten.
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Man sieht deutlich, das Nachschwingen wird schnell ausgebremst.
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So kann man zumindest grob prüfen ob z. B. ein Trafo einen Schaden hat oder nicht.
Siehe Prüfung mit dem Übertrager, die gegenüberliegende Wicklung muss Lastfrei sein, sonst wird das Ergebnis verfälscht.
Achtung: Etwas Halbwissen ist bei der Sache bei mir im Spiel.

Achtung2: Wer sich wundert, warum der Tisch anders aussieht, ich habs in der Firma nachgestellt. Extra für Euch.
