So heute auf dem Tisch, bzw. immer mal wieder, ein Pioneer VSX-920.
Ein Monster, haufenweise Anschlüsse, inkl. LAN für Internetradio, aber auch vom Gewicht und vom Aufbau.
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Man kommt an nichts dran und um an was ran zu kommen, muss man im Grunde das ganze Ding auseinander reißen.
Fehler war, wie so oft, keine Funktion.
Mein Verdacht fiel, wie so oft, auf das Standbynetzteil, zumindest die erste Diagnose bestätigte dies auch. Das Ding soll 5,6 V erzeugen, zu messen, waren nur paar Millivolts. Da hat Pioneer aber, böse wie sie sind,eine Stolperfalle eingebaut. Die Masse von diesen 5,6 V ist NICHT die Gehäusemasse.
Mein erstes Stolpern.
Aber auch mit der korrekten Masse wurde es nicht besser.
Pioneer, wie gesagt böse, hat trotz der total verbauten Technik keine Serviceklappe im Gehäuseboden.
Also, um an die Platine mit dem Netzteil ranzukommen, muss das Ding komplett auseinander, weil die ist ganz unten. Und dann mal probeweise einschalten, kannste vergessen.
Gefühlt hundert Schrauben und dutzende Kabel später, hatte ich die Leiterplatte in der Hand.
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Alle potentiellen Bauteile geprüft, waren in Ordnung. Netzrelais an sich war auch in Ordnung.
Ich habe dann mit extern zugeführter Netzspannung, die Spannung vom Standbynetzteil geprüft. War plötzlich OK.
Ich wollte dann noch bevor ich die Platine wieder einbaue, noch die Funktion von der Ansteuerung des Netzrelais prüfen, vielleicht hapert es ja nur daran. Mit Labornetzteil das Einschaltsignal simuliert, Relais schaltet, Standby Spannung bleibt stabil und am Ausgang vom Relais, kommen 230 V raus.
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Schade hätte so einfach sein können.
Also Leiterplatte wieder ins Gehäuse und die Frontblende angesteckt. Zack, 5,6 V im Keller.
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Ich war dann etwas auf dem Holzweg, weil gedanklich nur an den Ein/Austaster gedacht. Daher zuerst mein Verdacht, das Standbynetzteil liefert fast keinen Strom und hat die 5,6 V nur im Leerlauf.
Ich habe dann Belastung mit einer Elektronischen Last simuliert. 100 mA schafft das Netzteil klaglos, mehr darf die Schaltung dahinter auch nicht ziehen.
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Dann habe ich mich dem Bedienpanel gewidmet, weil nach nem Kaffee war klar, der Fehler kann eigentlich nur da liegen.
5,6 V mit Labornetzteil simuliert und die Strombegrenzung langsam hochgedreht. Bei 0,5 A bekam ich Angst und habe mich auf die Suche begeben.
Chipkondensatoren in dem Zweig geprüft, die bekommen ja gerne mal nen Schluss. Nichts gefunden.
Aus den 5,6 V werden zwei Spannungen erzeugt. Verdacht war daher einer der Spannungsregler. Messen kann man die schlecht, also schnell ausgelötet. Problem weg. Spannungsregler mit dem Komponententester geprüft, kein Kurzschluss. Egal einen neuen eingebaut. Problem wieder da.
Ja und dann wurde es dünn und es blieb nicht mehr viel.
Ende vom Lied, der hier wars:
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Ähhh ja, recht eindeutig.
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Den ganzen Klump wieder zusammengebaut und er funktioniert.
Reparatur erfolgreich, der nächste bitte. Nein, leider bei weitem noch nicht.
Beim Zusammenbau ist mir das da bös ins Auge gesprungen:
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Viele der Elkos auf dem DSP Board verlieren Elektrolyt. Das ist im Grunde das Todesurteil für die Leiterplatte. Nicht nur, dass die Elkos nicht mehr ordentlich funktionieren, das Elektrolyt zerfrisst auch die Leiterbahnen.
Und damit begann eine Fleißarbeit.
Zuerst alle markiert, damit ich weiß, welche ich noch tauschen muss und dann Werte weise "ausgebaut".
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Das sieht zwar grob aus, ist aber die schonendste Methode. Den Kopf mit leichten Drehbewegungen entfernen und anschließend die Beinchen ablöten.
Unten sieht man auch Markierungen an Stellen, wo bereits die Elkos entfernt wurden. Die habe ich gemacht, weil es auch Stellen gibt, die nicht bestückt sind.
Nach über drei Stunden, waren alle Elkos gegen hochwertige von Panasonic mit höherer Spannungsfestigkeit getauscht und die Leiterplatte gereinigt.
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Ein Teil der Beute.
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Danach ging es an den finalen Test vor dem Zusammenbau.
Das Ding hat auch HDMI, also auch diesen per Notebook getestet.
Und da es ja bald wieder soweit ist, mit passender Musik.
https://youtu.be/IW57MH-CHdM
Alles in allem ein ganz schöner Aufwand, auch vom Material.