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Werkstattboden ausbessern
Verfasst: Fr 21. Aug 2026, 14:58
von Wolfgang EG
Immer wieder darüber geärgert, immer wieder verschoben, weil es irgendwie doch ging ...
Problem: Meine Werkstatt hat einen uralten Betonboden, wie er allgemein in den DDR-Garagen Usus war. Boden eben — Fehlanzeige, sehr wellig. Eben einfacher Garagenboden. Nun hat er im Laufe der Jahre Löcher bekommen, vor allem an den Stellen, die stark belastet wurden. Leider auch dort, wo ich meine »mobile« Technik zum Arbeiten hinschiebe. Steht eine der Lenkrollen in so einem Loch, kippelt alles. Echt nervig und auch — wenn es z. B. bei der Tischkreissäge ist — durchaus gefährlich.
Jetzt möchte ich diese Löcher ausfüllen. Meine Idee ist, die Löcher, die etwa 3 cm tief und im Durchmesser zwischen 10 und 15 cm sind, zu erweitern und zu vertiefen. Danach mit ? ausfüllen.
Nun meine Frage: Welche Mischung muss ich mir anmachen, damit das eine Weile hält? Bitte keine Hinweise, den ganzen Werkstattboden zu erneuern. Das steht definitiv nicht zur Debatte. Ich hatte auch schon geliebäugelt, diese Arbeitsfläche mit OSB-Platten zu belegen, habe das aber schnell wieder verworfen.
Also, liebe Holzwürminnen und Holzwürmer, könnt (und wollt) ihr mir helfen?
Wolfgang
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: Fr 21. Aug 2026, 15:31
von Baumbart
Hallo Wolfgang,
ich bin jetzt keine Experte für Betonboden, aber der Beto-Estrich
https://www.sakret.de/heimwerker/produkte/beton-estrich scheint mir hier geeignet zu sein.
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: Fr 21. Aug 2026, 17:23
von michaelhild
Für so kleine Stellen halte ich einen Beton Reparaturmörtel mit Faseranteil besser geeignet als Estrich, allein wegen der groben Körnung von Estrich und da ihm der Faseranteil fehlt.
Von Sakret wäre es dieser hier:
https://www.sakret.de/heimwerker/produk ... turmoertel
oder von Knauf:
https://link.amazon/B01m2J9jw
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: Sa 22. Aug 2026, 05:13
von Wolfgang EG
Prima, vielen Dank. Da habt ihr mir schnell und gut geholfen.
Wolfgang
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: So 23. Aug 2026, 07:36
von Claus P
Hallo Wolfgang,
so ein ähnliches Problem hatte ich auch in meiner (Metall)werkstatt. Da war der Beton sehr rauh und uneben. Ich habe auf den Boden Fließspachtel/ Ausgleichsmasse gegossen. Der läuft selbst auseinander und du bekommst eine hochbelastbare absolut ebene und feinkörnige Fläche. In deinem Fall eben kleine Stellen.
Den Fließspachtel bzw. Ausgleichsmasse gibt es für unterschiedliche Dicken. Nachdem ich nicht so viel zum Ausgleich hatte, habe ich mir einen 0-20mm besorgt. Den gibt es auch dünner: 0-5 oder dicker 0-50mm.
Nachdem das so gut funktioniert hat, habe ich in meinem Holzschuppen dasselbe nochmals wiederholt. Dort fahre ich auch mit dem Traktor hinein und nutze den Boden auch um größere Teile zu schweißen. Seit 15 Jahren kein Problem. Der Spachtel ist extrem abriebfest und läßt sich gut fegen.
Hier mal die Links dazu was ich meine:
https://www.obi.de/p/1844448/sakret-betonspachtel-25-kg
https://www.obi.de/p/3117546/sakret-bod ... ibel-20-kg
https://www.obi.de/p/8033466/universal- ... 0-mm-25-kg
Anmerkung: unbedingt auf das Mischungsverhältnis Wasser und Spachtel achten, sonst läßt er sich nicht gut verarbeiten. Stimmt das Mischungsverhältnis, läuft die Ausgleichsmasse praktisch von alleine auseinander. Damit das schneller geht nimmt man eine 10mm Zahnkelle und verteilt den Spachtel großflächig, dann wird der Boden absolut eben und fein.
Auch wenn du das nicht möchtest, kann ich dir nur empfehlen gleich den ganzen Boden zu machen. Das geht recht schnell. Du muß ja nur eine Schicht von 3 bis 8 mm einziehen. Aber dein Boden ist hinterher absolut eben und hat keine Wellen mehr. Aber das mußt du selbst wissen.
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: So 23. Aug 2026, 09:29
von Wolfgang EG
Claus P hat geschrieben: So 23. Aug 2026, 07:36
...
Auch wenn du das nicht möchtest, kann ich dir nur empfehlen gleich den ganzen Boden zu machen. Das geht recht schnell. Du muß ja nur eine Schicht von 3 bis 8 mm einziehen. Aber dein Boden ist hinterher absolut eben und hat keine Wellen mehr. Aber das mußt du selbst wissen.
Claus, danke auch Dir. Ich hatte aber definitiv eine vollflächige Bearbeitung ausgeschlossen. Ich müsste die Werkstatt (ca. 25 m²) komplett ausräumen, also ein fast rundum befindliches System aus verschiedensten Schränken, Regalen etc. ausräumen. Keine Option ...
Die Produkte von SAKRET wurden mir bereits empfohlen.
Wolfgang
PS: Als Beispiel einmal eines der Löcher.
IMG20230423094942.jpg
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: So 23. Aug 2026, 10:05
von Claus P
Hallo Wolfgang,
ich habe mir das schon gedacht. Der Aufwand, die ganze Werkstatt auszuräumen ist nicht ohne. Die Ausgleichsmasse funktioniert auch parziell sehr gut. Viel Erfolg beim Ausbessern. Wird bestimmt gut.
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: So 23. Aug 2026, 10:53
von Baumbart
Hallo Wolfgang,
ich weiß jetzt nicht genau wie es in deiner Werkstatt aussieht, aber wenn du nur die Fläche bearbeitest die du begehn kannst, würde es die Möglichkeit geben das du dir vor den Schränken, Regalen, Werkbank, etc. eine "Mauer" aus dünnen Styropor Streifen baust. Diese Streifen mit Silikon am Boden verkleben. So könntest du dann die Ausgleichmasse auf den Boden auftragen ohne die ganze Werkstatt auszuräumen und durch die Styropor Streifen verhinderst du das die Masse dahin läuft wo du sie nicht brauchst. Nach dem Aushärten der Ausgleichmasse kannst du dann die Styropor Streifen entfernen und hättest dann einen Ebenen Boden.
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: So 23. Aug 2026, 21:03
von Heike
Claus P hat geschrieben: So 23. Aug 2026, 07:36
... Stimmt das Mischungsverhältnis, läuft die Ausgleichsmasse praktisch von alleine auseinander. Damit das schneller geht nimmt man eine 10mm Zahnkelle und verteilt den Spachtel großflächig, dann wird der Boden absolut eben und fein. ...
Hallo Claus und alle anderen,
bei mir hat das nicht gut funktioniert. Ich wollte in einem Kellerraum den Boden ausgleichen und hatte das generalstabsmäßig geplant: Wir waren zu viert. Einer hat das Wasser angeschleppt und abgemessen, damit das Mischungsverhältnis stimmt. Der Zweite hat pausenlos gemischt. Der Dritte hat die fertig nach Vorschrift gemischte Masse an den Einsatzort gebracht und dort grob verteilt. Ich bin auf Nagelschuhen auf der Masse herumgelaufen und habe versucht, sie zu überreden, eben zu werden. Das ist mir aber nicht gelungen. Da waren nachher lange - wenn auch recht flache - Wellen drin, die man unschwer erkennen konnte, wenn man ein Richtscheit auf den Boden legte. Gewundert hat mich das im Nachhinein nicht, weil die Masse nicht wässrig, sondern mehr sirupartig war und irre schnell anfing, auszuhärten. Ich war von dem Ergebnis ziemlich genervt.
Welches Produkt ich seinerzeit verarbeitet habe, weiß ich nicht mehr. Das war aber ganz sicher ein Markenprodukt.
Ich wüsste gerne, was ich machen muss, damit es ordentlich wird. Vielleicht hast Du (oder jemand anders) einen Tipp?
Viele Grüße
Heike
Re: Werkstattboden ausbessern
Verfasst: So 23. Aug 2026, 22:19
von Claus P
Hallo Heike,
da habe ich schon eine Idee, woran es höchstwahrscheinlich liegen kann, dass das Ergebnis nicht so geworden ist, wie du dir das vorgestellt hast. Wenn du alten Beton hast, dann kann es sein, dass dieser sehr stark saugt und dieser das Wasser aus der Ausgleichsmasse zieht, bevor du sie auseinander gezogen bekommst. Dann fließt sie fließt nicht mehr richtig. Du bekommst auch sehr viele Luftblasen in der Vergussmasse und sie wird sehr schnell fest und dabei eher pastös, genau wie du das beschrieben hast.
Ich habe deshalb vor der dem Einbau den Beton vom Holzschuppen leicht gewässert, dass er gut feucht war. Wasserpfützen dürfen dabei nicht stehen bleiben, sonst wird an den Stellen die Vergussmasse zu dünn und bindet zu langsam ab. Ich hab an einer Stelle nicht aufgepasst und da ist mir das passiert. Die Ausgleichsmasse wird an der Stelle nicht mehr dunkelgrau, sondern bräunlich und an der Oberfläche bildet sich so ein komischer Schleim. Nach dem Aushärten habe ich diese Schicht mit einem rauhen Besen abkehren können, aber den Übergang sieht man, wenn man weiß wo sie ist. Im Holzschuppen ist das egal, aber für eine Garage oder eine Wohnfläche wäre das nicht i. O. Mit dem Wässern keinesfalls übertreiben.
Den Boden mit Tiefengrund einstreichen wäre sicher die bessere Wahl. So saugt der Beton nicht so stark und der Tiefengrund dient als Haftvermittler.
Ich hab das Wässern aus Unwissenheit gemacht und bei mir hat es gut funktioniert, was aber nicht heißen muß, dass man das generell so macht.
Wir waren beim Einbau zu zweit. Mein Schwager hat die Masse angemischt und ich hab die Ausgleichsmasse mit der Zahnspachtel auseinandergezogen bzw. eingearbeitet. Alleine geht das nicht, sonst kommt man mit dem Einbauen nicht hinterher. Trödeln braucht man nicht, sondern muß schon zügig arbeiten. Am Anfang hat mein Schwager zu viel auf einmal ausgekippt. Das ist auch nicht gut, so muß man sehr viel Material auseinander streichen und schiebt die Masse von einer Seite auf die andere. An deiner Mannschaft liegts nicht, das hat schon gepasst
Am besten geht der Einbau, wenn man an einer Stelle beginnt und immer nur ein bisschen vom Eimer auskippt und sofort auseinander zieht. Dann wieder einen "Punkt" ausgießen und auseinander ziehen. Das wiederholt man so oft, bis die gesamte Bodenfläche gleichmäßig mit Ausgleichsmasse bedeckt ist. Kleine Unebenheiten nivelliert die Masse selbst. Die Schicht sollte nicht zu dünn sein. Eine 5er Zahnkelle ist zu fein, da bleibt zu wenig Masse zum selbstnivellieren. Ich würde eine 8er oder bei großen Unebenheiten ein 10er Zahnkelle empfehlen. Die Höhe kann man durch Kippen der Zahnkelle ein bisschen variieren.
Für mein Bad hatte ich eine Ausgleichsmasse von Ardex. Die ist auch gut. Im Bad habe ich den Beton nicht gewässert, da der alte Fliesenkleber scheinbar verhindert hat, dass zu viel Wasser aus der Masse gezogen wird. Deswegen die Vermutung, dass an dem saugenden Beton liegt.
Für meine (Metall)werkstatt hatte ich die Masse von Sakret. Nachdem die Fläche nur ein paar m² beträgt war der Preis nicht das entscheidende, sondern eher, dass das Ergebnis passt. Der Boden sah sehr schlimm aus und war danach absolut plan perfekt zum Fliesen legen.
Für den Holzschuppen hatte ich ein Noname- Produkt vom Globus- Baumarkt. Einen Unterschied hab ich bei der Verarbeitung und beim Ergebnis nicht festgestellt.
Nagelschuhe habe ich nie benutzt. Luftblasen hatte ich nur ganz wenige. Eigentlich keine.
Liebe Grüße
Claus