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Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Do 14. Jul 2016, 21:21
von Bavarian-Woodworker
Da meine neue Absauganlage nun so gut funktionierte, habe ich sie natürlich so oft es ging eingesetzt. An der Tischkreissäge, den Handkreissägen, Fräsen und diversen Schleifmaschinen. Alles super - bis auf das ewige Umstecken des Saugschlauches und dem damit einhergehenden Wahnsinn mit den fünf verschiedenen Adaptern für die unterschiedlichen Maschinen. Das musste auch irgendwie einfacher gehen. Deshalb habe ich mich hingesetzt und erstmal meinen tatsächlichen Bedarf ermittelt.

Für die Makita 2012 NB-Dickenhobelmaschine hatte ich mir extra eine Bernardo Absauganlage DC 450 CF mit Feinstaubfilter zugelegt. Nicht, weil der Festool CTL Midi die Späne nicht auch abgesaugt hätte, aber durch den geringen Schlauchdurchmesser des CTL gabs immer wieder mal eine Rohrverstopfung bei größerer Zustellung am Ausgang der Makita. Dieses Problem war also schon mal gelöst. Was noch blieb, waren die handgeführten und halbstationären Maschinen. Für die sollte eigentlich ein Rohrdurchmesser von ca. Ø 40 mm ausreichen, um den Saugstrom durch die Überdimensionierung des Rohrleitungsdurchmessers nicht zu stark zu schwächen.

Nach längerem Suchen im Internet und allen Unkenrufen zum Trotz, habe ich mich dann für ein Rohrsystem aus HT-Rohren entschieden. Da diese ganzen Negativ-Meldungen über die Funkenbildung durch Elektrische Aufladung in den ganzen Berichten nicht wirklich bewiesen werden konnten und es bisher auch noch keinen nachgewiesenen Brand durch die Verwendung eines solchen Rohrsystems gegeben zu haben scheint, habe ich das Risiko für mich als sehr gering bis nicht vorhanden eingestuft.

Nun, nach fast zwei Jahren Betriebsdauer dieser Anlage, bin ich immer noch der Meinung, das durch das Einsaugen eines Glutnestes, entstanden durch Verwendung einer Oberfräse mit stumpfem Fräser oder einem verschlissenem Forstnerbohrer im Bohrständer, die Gefahr eines Brandes ungleich höher ist, als durch die Funkenbildung in meinem HT-Rohrsystem. Natürlich muss jeder für sich selber entscheiden, wie hoch er diese "Gefahr" einschätzt.

Um nun die abzusaugenden Maschinen auch gezielt einzeln absaugen zu können, was auch wegen des sonst fast gänzlich zusammenbrechenden Saugstroms unbedingt notwendig ist, waren sogenannte Absperrschieber nötig. Für jede Maschine einen. Leider gab es im großen, weiten Internet nichts, das auch nur annähernd zu meinen HT-Rohren passen wollte.

Also, wie üblich, SketchUp anwerfen, zeichnen, selber bauen...

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Natürlich sind in der Grundplatte 4 Befestigungslöcher angebracht, keine Ahnung, wo die anderen drei in der Zeichnung abgeblieben sind...:-)

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Zum Bau habe ich KÖMACEL-Reste (Kunststoff), die bei uns als Reste in der Schilderfertigung anfallen, verwendet, da diese mit einem sehr schnell trocknenden Kleber verleimt werden und ich nach jedem Verleimschritt sofort weiterarbeiten konnte.

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Wie üblich, kommt die Arbeit immer vor dem Spaß. Alle benötigten Teile werden auf der Kapex zugeschnitten. Wenn nur diese Späne durch die statische Aufladung nicht immer überall "festkleben" würden...

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Noch schnell die Durchgangsöffnungen für die HT-Rohre mit nem nagelneuen FAMAG BORMAX Ø 40 mm Forstnerbohrer gebohrt.

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Dann kanns auch schon mit dem Verleimen losgehen. Bei einem Bauteil den Kleber zügig auftragen, kurz anpressen, weiterbauen - hält nach Sekunden bombenfest.

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Passprobe des zukünftigen Schiebers...

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zweiten Deckel drauf und der "Rohbau" des erste Schiebers ist fast fertig.

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Der Schieber sollte spielfrei aber nicht zu leicht gleiten...

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...damit er bei Montage an der Decke nicht herausfällt.

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Sechs Stück sollten für den Anfang reichen.

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Zum besseren Bedienen habe ich noch zwei kleine "Greifhilfen" angebracht.

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Noch ein wenig schön machen an meiner neuen Hegner Scheibenschlei​fmaschine HSM 300. Ein super Maschinchen...

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Damit die Schieber guten Halt finden, habe ich auf dem Frästisch noch passende Nuten in die Befestigungsplatten gefräst und am Bohrständer die Befestigungslöcher gebohrt.

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Und weil die Rohre an Wand und Decke ja auch befestigt werden mussten, ich aber nicht diese häßlichen HT-Rohrschellen mit den Stockschrauben verwenden wollte, habe ich mir die auch noch angefertigt.

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Grundplatten fräsen und bohren... (ich liebe diese Späne....:-)

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Tragplatten für HT-Rohr DN 40 mm und für den Fall der Fälle, das mal ein Kabel eingezogen werden muss, noch 4 Durchganslöcher...

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25 Stück sollten erstmal reichen - sind ja schnell nachgebaut...

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Der erste montierte Schieber...und er funtioniert.

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Schieber-Deckenmonatage mit Schlauchanschluss für Handmaschinen am MFT. Der original-Festool-Schlauch passt genau in die DN 75/50 HT Muffe.

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Alle 90° Kurven habe ich mit 30° Bögen angelegt. So sollte sichergestellt sein, dass keine Rohrverstopfungen auftreten. Durch die weißen Befestigungsplatten ist das gesamte Rohrsystem sehr stabil.

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Hier sieht man die verwendeten HT-Teile, um das Absaugmobli mit der Saugleitung zu verbinden. Anschluss vom Dust-Deputy kommend DN 50 dann mit Reduzierung DN 50/40 auf DN 40 Absaugleitung.

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Kapex, fertig eingebunden in die Absaugleitung, mit eigenem Absperrschieber. Wichtig, bei Verwendung von HT-Abzweigen, das diese immer so montiert werden, das die abzusaugende Maschine im Haupt-Abaugstrom "mitgenommen" wird.

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Damit die Kapex ohne Behinderung bis ganz nach vorne ausgezogen und geschwenkt werden kann, habe ich ein Stück Schlauch DN 40 verwendet. Erhältlich im Baumarkt beim Zubehör für Gartenteichpumpen. Er passt, mit ein wenig gut zureden, genau in die DN 40/40 HT Übergangsmuffen und diese mit zwei Winkel DN 40 x 30° direkt auf die Kapex.

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Hier nochmal im Detail der Kapex-Anschluss. Auf der Seite der HT-Übergangsmuffe, wo der Schlauch rein soll, die schwarze Gummidichtung entfernen, sonst passt es nicht. Der Schlauch sitzt trotzdem bombenfest und ist dicht. Die anderen Gummidichtungen sollten in den 30° Bögen verbleiben, um einen strammen Sitz zu gewährleisten.

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Hier zum Abschluss noch die eingebundene Hegner-Tellerschleifmaschine. In diesem Fall habe ich, genau wie bei der Spindelschleifmaschine, einen Flexiblen HT-Abflussschlauch verwendet.
Jede angeschlossene Maschine ist mit einem eigenen Absperrschieber versehen. Da die gesammte Absaugleitung durch die ganze Werkstatt läuft, habe ich diese auch noch zusätzlich mit drei Absperrschiebern ausgestattet, um die verwendeten Saugwege immer so kurz wie möglich zu halten. Den größten Teil der Absauganlage habe ich nun schon fast zwei Jahre in Betrieb und bisher funktioniert alles reibungslos und ohne Verstopfungen oder spürbare Leistungsverluste.

Als nächste Ausbaustufe will ich die Bernardo Absauganlage DC 450 CF mit Feinstaubfilter an der Aussenwand meiner Werkstatt montieren, da sie in der Werkstatt einfach zu viel Platz beansprucht. Hierfür will ich einen schallgedämmten Schrank aus Siebdruckplatten bauen, in dem die Absaugung dann, geschützt vor Wind und Wetter, ein neues Zuhause finden wird. Der DN 100 Saugschlauch kann dann direkt an einer Wandanschlussdose mit der Absaugung gekoppelt werden.

Aber, das wird wieder ein eigenes "Projekt"....

Servus, der Lothar

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Fr 15. Jul 2016, 13:05
von Eric
Hallo Lothar,

mit großem Interesse habe ich Deinen Bericht gelesen, weil ich mich ebenfalls mit einer vernünftigen Lösung für mein "Staubproblem" beschäftige. Wie wahrscheinlich jeder Heimwerker, bin auch ich über die HT Rohre gestolpert :)

Ich möchte Dir und auch allen anderen aber auch eine andere Lösung zeigen die für mich auch sehr interessant scheint :

Lee Valey - Dust Collection Network oder das Set von Axminster - 63mm-dust-extraction-kit-410063

Das ist ein komplettes Set mit Rohren, T-Stücken und Schiebern. Gestoßen bin ich auf dieses System durch den New Brit Workshop Chanel auf Youtube - nebenbei auch ein sehr schöner Chanel.

Der Link zum Video : https://youtu.be/hs2mL1wcfpw

Hat vielleicht schon jemand von Euch damit Erfahrung sammeln können ?

Gruß
Eric

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Fr 15. Jul 2016, 16:47
von ThG
Respect Lothar,
saubere Arbeit mehr kann man nicht sagen.

Gruss Thomas

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Fr 15. Jul 2016, 17:58
von Bavarian-Woodworker
Hallo Holzwürmer,

@DiDi
nein, mit Pfeifgeräuschen hatte ich noch keine Probleme. Aber manchmal vergesse ich, einen der Schieber zu öffnen, bevor ich den Sauger einschalte,
dann tourt der Festool Midi hoch das einem Angst und Bange wird, bis er dann, nach öffnen eines Schiebers wieder frei "atmen" kann... :lol:

@Eric
Ja, das Video kenn ich, was mich da gestört hat, war der Preis, die Versandkosten, und der große Querschnitt, der, so wie mir meine Erfahrung mit meinen Ø 40 mm Rohren zeigt, unnötig Saugleistung kostet, weil ja nur Säge- und Schleifstaub durch muss. Wenn man dann ein Teil nachkaufen muss - dauert und kostet das wieder. Mit dem HT-System fahr ich zum nächsten Baumarkt, leg ein paar Cent auf den Tisch und kann weiterbauen. Auch ist die "Gefahr" mit der statischen Aufladung ebenfalls vorhanden.

Servus, der Lothar

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Fr 15. Jul 2016, 19:47
von HolzwurmTom
Hallo Lothar,

wirklich sehr saubere Lösung und zudem noch kostengünstig und individuell herzustellen. Wie Du bereits sagst, die Teile bekommt man in jedem Baumarkt
Ich überlege auch schon länger wie ich die Staubabsaugung bei mir optimieren kann denn das ewige Schlauch umstecken nervt extrem!
Bei Deiner Lösung habe ich allerdings bedenken wegen der statischen Aufladung wie bereits angesprochen. Kann es da nicht eventuell zu einem Brand kommen? Würde da vielleicht eine Erdung an mehreren Stellen abhilfe schaffen?

Viele Grüße
Thomas

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Fr 15. Jul 2016, 20:31
von Bavarian-Woodworker
Hallo Tom,

wie ich auf meinem Blog schon angemerkt habe - ich zitier mich mal selber:
Nun, nach fast zwei Jahren Betriebsdauer dieser Anlage, bin ich immer noch der Meinung, das durch das Einsaugen eines Glutnestes, entstanden durch Verwendung einer Oberfräse mit stumpfem Fräser oder einem verschlissenem Forstnerbohrer im Bohrständer, die Gefahr eines Brandes ungleich höher ist, als durch die Funkenbildung in meinem HT-Rohrsystem. Natürlich muss jeder für sich selber entscheiden, wie hoch er diese „Gefahr“ einschätzt.
Wenn ich z.B. den grünen original Festool-Absaugschlauch nur alleine mit dem Festool-Midi und meinem Makita-Bandschleifer benutze, bekomme ich einen "Schlag" nach dem anderen, Da sieht man auch sehr schön die blauen Funken, wenn ich das Licht in der Werkstatt runterfahre. Darf das bei diesem "antistatischem" und zudem sauteurem Schlauch passieren? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, das das am Sauger oder der Makita liegt.

Häng ich aber den Schlauch an die Absaugung, passiert absolut nix.

Ich würde dieses System, so wie ich es zur Zeit betreibe, für mich privat immer wieder so bauen. Für den gewerblichen Einsatz wird es da wohl anders aussehen.

Wen es interessiert, hier noch ein weiterführender Link vom Nachbarforum:

Kunststoffrohre für Späne- und Staubabsaugung

Servus, der Lothar

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Sa 16. Jul 2016, 00:34
von HolzwurmTom
Hallo Lothar,
vielen Dank für Deine Antwort. Auch beim lesen im Nachbarforum macht es den Eindruck auf mich, dass es ein umstrittenes Thema ist.
So wie ich es herauslese, sind Unfälle bzw. Staubexplosionen mit Kunststoffrohren Einzelfälle.

Viele Grüße
Thomas

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Sa 16. Jul 2016, 14:06
von Axel_MF
Servus Lothar,

bärige Lösung, blitzsauber. Hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem, was mir für meine Werkstatt vorschwebt.... wenn ich dann mal soweit bin. :(
Fast noch besser gefällt mir aber Deine Hegner, mit der ich auch liebäugele.... :P . Aber ist sie wirklich das doppelte Geld wert im Vergleich zu anderen Maschinen?

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: Sa 16. Jul 2016, 17:24
von Bavarian-Woodworker
Hallo Axel und DiDi,

wenn ich dieser Tage dazu komme, dann mach ich mal ein paar Fotos mit Bericht.

Servus, der Lothar

Re: Absaugung Teil 2 - Absperrschieber und Rohrleitung

Verfasst: So 17. Jul 2016, 07:54
von Axel_MF
Hallo Lothar,

noch eine Frage zur Verdrahtung: Hast Du alle an abgesaugten Maschinen über eine Parallelschaltung an die Sauger-Steckdose angeschlossen? Oder schaltest Du einfach den Sauger immer direkt an und dann die jeweilige Maschine?

Für meine noch umzusetzende Lösung gefiele mir erst mal die Parallelschaltung besser, da ich es schick finde, wenn die Absaugung von alleine los geht. Dies hat aber eine erhebliche, zusätzliche Verkabelung zur Folge :roll: