Selbst angerührter Holzkitt.

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Derhobbist
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Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon Derhobbist » Mo 17. Dez 2018, 23:40

Zugegeben, das ist jetzt ein Thema, was die Tischler und Hobby Holzwerker eher beschäftigt, da die
Zimmerei als solches ja in der Regel die etwas gröberen Tätigkeiten ausführt, aber da es (noch) keine solche Rubrik gibt, schreibe
ich es hier rein. Und eventuell kann der Zimmerer den Tipp ja auch brauchen. ;)

Jeder kennt ja das Problem: Mal eben nicht aufgepasst oder das Werkzeug fällt ungünstig und schon hat man
eine Unschöne Delle oder sogar eine Macke rein geschlagen.

Sofern man lediglich eine Delle erzeugt hat, die nicht allzu tief ist, kann man Glück haben, dass man lediglich einen
feuchten Schwamm auflegt und sich die Fasern durch das Quellen wieder gerade ausrichten. Sollte dies nicht helfen oder
man hat eine kleine aber fiese Macke drin, hilft eine Methode, die ich mir eigentlich für den Modelleisenbahnbau
erprobt habe, um Übergänge für das Faller Car System zu gestalten.
Man sammelt einfach sortenrein seinen Schleifstaub in Gläsern und hat somit schon einmal eine schöne Palette diverser
Holzfarben. Nun geht man her und gibt etwas Holzleim (ich nehme Ponal classic) in eine Ausbuchtung dieser Ü-Ei Stiegen aus
dem Supermarkt und gibt dann in kleinen Mengen das Schleifmehl hinzu. Je nach Holz muss man die Sorten etwas mischen, da
das Endergebnis etwas dunkler ausfällt.

Man mischt solange, bis man eine sehr pastose Konsistenz erhält, die schon recht fest, aber noch so gerade streichbar ist.

Diese Mixtur dann mit dem Finger in die schadhafte Stelle drücken und streichen.
Nach etwa 24 Stunden erhält man dann eine ausgehärtete Struktur, die sich gut beischleifen lässt.

Um die Endfestigkeit zu testen habe ich mal aus Spaß aus purem Leim und aus der Mixtur zwei gleich große Kügelchen geformt.
Der Leim bleibt flexibel, aber die Mischung härtet wirklich knallhart aus.

Dieser Tipp ist gerade für alle die gut, die nicht jede Farbe Holzkitt bei sich lagern wollen oder unbedingt Samstags Abend
fertig werden wollen. Außerdem ist es günstiger.
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Gruß Stephan

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Re: Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon oldtimer » Di 18. Dez 2018, 09:37

Hallo,

ich habe für solche Fälle Clou Mischlack/Fugenkitlösung, bin aber der Meinung, dass man es meist damit nicht so fein hinbekommt, wie mit der fertig angemischten Cloupaste. Ausser man kann beim Parkettschleifen große Mengen feinen Holzstaub abgreifen.

Gruß
Volker
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Re: Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon michaelhild » Di 18. Dez 2018, 09:52

Man sollte auch ein Versuch mit der späteren Oberflächenbehandlung machen.
Gerade die Holzleimvarianten reagieren deutlich anders wie Holzoberflächen.
Grüße
Micha

Was man tut, kann man auch gleich richtig machen.
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Derhobbist
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Re: Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon Derhobbist » Di 18. Dez 2018, 15:24

Also ich habe es bisher mit Fichte und Buche gemacht und es hat eigentlich gut geholfen.

Gerade wenn man eh lackieren will, kann man das gut mit 320 manuell schleifen.

Man muss nur länger warten, weil es wirklich durchhärten muss.

Will man beizen, wird es problematisch, weil die da halt nicht einziehen kann.

Sicher sind fertige Produkte teils besser, aber wenn man nicht Krösus heißt, stellt man
sich nicht alle Tübchen da hin, weil man sie vielleicht mal braucht.

Meine Holzfiguren habe ich an allen Stirnseiten der Leisten damit behandelt, damit die Flächen so fein werden.

Hat gut funktioniert.
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Gruß Stephan

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Klaus
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Re: Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon Klaus » Di 18. Dez 2018, 15:36

Derhobbist hat geschrieben:Will man beizen, wird es problematisch, weil die da halt nicht einziehen kann.


Es stört eigentlich bei allen Oberflächenbehandlungen ausser beim Lackieren. Aktuell grad wieder beim Kaschieren von Ungenauigkeiten in meinen handgemachten Zinken verwendet - auch bei Klarlack muss man schon genau hingucken. Vor dem Ölen mit weiss pigmentiertem Öl hab ich schon eine Mischung aus Holzkitt und weissem Lackkitt verwendet, geht auch ganz gut so lange die behandelten Flächen nicht zu gross sind. Dann fehlt einfach die Struktur im Holz. Volker hat hier ja auch schon mal gezeigt, wie man Stellen NACH der Behandlung mit Heisswachs ausbessern kann.

Derhobbist hat geschrieben:Sicher sind fertige Produkte teils besser, aber wenn man nicht Krösus heißt, stellt man
sich nicht alle Tübchen da hin, weil man sie vielleicht mal braucht.


Klar - es gibt da aber auch Spezialmittel, die besser wie Weissleim als Bindemittel sein sollen:
https://www.mima.de/Produkte/Materialbe ... m=holzkitt

Auch Fischleim oder Knochenleim soll da wesentlich besser geeignet sein. Überall Konjunktiv weil mir die Erfahrung fehlt.

Gruss, Klaus

Garak359
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Re: Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon Garak359 » Di 18. Dez 2018, 19:29

Auch Fischleim oder Knochenleim soll da wesentlich besser geeignet sein.

So ist es auch.
Glutinleime vertragen sich mit Öl und Wachs sehr gut.
Der größte Vorteil dieser traditionellen Leime, die ansonsten ziemlichen Aufwand erfordern und eher stinken :?.
Und wer nicht extra Haut/Knochenleim besorgen möchte, kann beim nächsten Einkauf auch zu Gelatine greifen. Hab ich selber noch nicht probiert, ist aber im Grunde nix anderes.
Herr Greef erzählt und zeigt hier alles mögliche zum Thema https://www.youtube.com/user/tracheide2
Gruß,
Christoph

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Derhobbist
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Re: Selbst angerührter Holzkitt.

Beitragvon Derhobbist » Di 18. Dez 2018, 20:52

Was wohl eh gut sein soll ist Fischhautleim.

Der soll wohl extremst gute Verbindungen schaffen.
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Gruß Stephan


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