ein gute Methode der aktuellen Hitzewelle zu entgehen ist sich in die angenehme Kühle einer Kellerwerkstatt zu flüchten. Ich habe das in den letzten Tagen genutzt um ein bisschen aufzuräumen. Und da es sauberer vermutlich niemals werden wird, habe ich ein paar Bilder gemacht, um euch meine Werkstatt vorzustellen.
Vor vier Jahren war das ganze noch ein bis oben hin voll-gerümpelter Kellerraum. Schon bald nach unserem Einzug war für mich klar - dieses Gerümpel muss weichen! Stück für Stück habe ich mir den Platz erkämpft - erst ein kleiner Werktisch unterm Fenster, dann eine weitere Wand mit Werkbank, dann immer mehr Bodenfläche und Anfang dieses Jahr habe ich das letzte Regal rausgeworfen, das 'in meiner Werkstatt nichts zu suchen' hat.
Nun habe ich ca. 15qm, bei ca. 2,10m Deckenhöhe.
Da die Werkstatt für mich (noch) nicht Selbstzweck ist, sondern ich darin schöne Dinge für den Rest des Hauses/Garten bauen möchte, lege ich wenig Wert auf eine ästhetisch ansprechende Ausstattung. Wenn ich feststelle, dass ich noch ein Regal/Schrank/Halterung/Vorrichtung/.. brauche, dann muss das schnell gehen und nur seinen Zweck gut erfüllen. Daher ist ein Großteil meiner Werkstatteinrichtung aus alten Möbeln, Dingen, die sich im Haus gefunden haben (Rest-Balken vom Dachausbau, übrig gebliebene Kanthölzer, nicht genutzte Regalböden, ...) günstigen Materialien oder Kleinanzeigen-Käufen (z.B. alle Schubladenauszüge). Auch wenn ich schöne Werkstätten wirklich bewundere - meine muss einfach nur für mich funktionieren.
So, nun aber genug der Worte. Nachfolgend die Bilder.
Als erstes für das grobe Raumgefühl ein Rundumblick in drei Teilen (ich habe mehrere Bilder gemacht, leider sind das die schärfsten, die mein Handy ausspucken wollte...):
Blick aus dem Türrahmen:
Weiter nach rechts: Und noch ein Stück:
Und nun etwas mehr ins Detail, auch hier wieder von links nach rechts im Rundgang.
Hinter der Tür befindet sich mein "Leisten- und sonstige Stäbe- und Stab-ähnliche-Objekte-Lager". Die beiden oberen Querlatten sind nur auf einer Seite fest und auf der anderen mit Maschinen-Schrauben fixiert. Ist eine Leiste zu lange als das sie nach oben herausgezogen werden könnte (was bei 2,10m Deckenhöhe schnell mal passiert), kann die Querlatte nach unten/oben weggekippt und die Leiste einfach nach vorne entnommen werden.
Im Zuge der Bad-Kernsanierung letztes Jahr war eine Heizung übrig, die perfekt in meine Werkstatt passte. Die Heizleitungen laufen sowieso auf der Decke montiert quer durch, so dass auch der Anschluss kein Problem war. Somit kann ich endlich auch im Winter werkeln, ohne zu frieren (und ihr wisst ja, wie kritisch das bei Frauen ist
Darüber hängen ein paar Sachen, die ich nicht so oft oder an der Kreissäge brauche. Das Wolfcraft Dübel-Ding habe ich kürzlich von meinem Opa geerbt und dort aufgehängt, weil gerade Platz war und ich es nicht aus den Augen verlieren wollte (weil ich es sonst in irgendeiner Schublade vergesse bevor ich es ausprobiert habe).
Neben der Heizung hat das meiste Kreissägen-Zubehör seinen Platz gefunden (Tischverbreiterung, Queranschlag, Schiebehilfe, Parallelanschlag, Gehrungslade, Schutzausrüstung, ...). Dort steht auch der Schiebeschlitten, wenn ich ihn nicht brauche. In der Ecke schließt ein "dicke, kleine Platten"-Lager an.
Oben an der Wand hängt noch ein Verteiler für den Kabelanschluss. Das ist eines der wenigen Überbleibsel, die ich nicht aus meiner Werkstatt rauswerfen konnte und tolerieren muss. Aber wenigstens hat's da eine extra Steckdose dran, die ich nun nutzen kann.
An der Rückwand steht mein kleiner Frästisch. Den CRT kann ich Holzwürmern mit wenig Platz und wenig Geduld/Lust zum präzisen Selbstbau durchaus empfehlen. Und wer feststellt, dass er später doch noch etwas größeres benötigt, der kann immer noch die Komponenten wiederverwenden und kommt vermutlich nicht viel teurer als beim Einzel-Einkauf.
Mittlerweile habe ich eine Triton-Fräse fest eingebaut. Diese hat eine sehr praktische Höhenverstellung durch den Tisch und kann mit 8er und 12er oder amerikanischen Spannzangen betrieben werden. Außerdem hat sie wie ich finde ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis für eine Fräse, die nur im Tisch bleiben soll.
Im Schrank untendrunter befinden sich eine kleine Fräse für den Handbetrieb, Zubehör und Fräser.
Darüber habe ich versucht in einem offenen Regal etwas Ordnung zu schaffen. Auch wenn es nicht unbedingt danach aussieht, es ist tatsächlich alles sortiert. Fürs erste hat dort auch meine Flohmarkt-Fund-Rahbank ihren Platz gefunden.
Das viereckige schwarze Ding in der rechten Bildmitte ist mein Selbstbau-Feinstaubfilter. Ich konnte auf der Arbeit einen ausrangierten Server-Lüfter mitnehmen, den ich darin verbaut habe. Er filtert schon einiges an Staub (sieht man an dem dreckigen Filter), aber richtig Sog hat er nicht. Irgendwann werde ich mir vielleicht auch noch den Record-Power-Filter leisten ...
Mittig an der Wand habe ich (oben) ein Holzlager-Regal geplant. Bisher haben aber keine passenden Bohlen oder Bretter zu mir gefunden und plötzlich war es mit allem möglichen Kram vollgeladen. Oben drauf liegt auch noch ein ganzer Packen Furnier den ich geerbt habe, mit dem ich aber noch nichts richtig anzufangen weiß (außer Klobürsten-Halter-Dekor
An den Hängeleisten darunter hängt Werkzeug, das ich nicht so oft benötige, bzw. der Anfang meiner Zwingensammlung und Zubehör.
In der rechten rückwärtigen Ecke habe ich die größeren Zwingen angebracht. Damals dachte ich nebeneinander wäre am besten, mittlerweile denke ich aber ein paar voreinander wäre platzsparender und daher besser gewesen (da ich bald noch zwei neue Korpuszwingen anschaffen möchte und dann schon kein Platz mehr ist ...).
Darunter stehen zwei mobile Containerschränke - die zusammen mal ein hoher Badschrank waren (der bei der Badsanierung übrig war). Im linken ist obendrin mein Schraubenvorrat - ja, das ist alles, was ich an Vorrat horte. An Lothars Schraubenlager komme ich noch lange nicht heran!
Außerdem hat er eine höhen-verstellbare Plattform.
Der Boden in meiner Werkstatt ist leider sehr uneben und hat einige Macken. Alle Arbeitsflächen in gleicher Höhe aufzustellen ist daher schon eine Herausforderung, aber mobile Tische in einer Standardhöhe sind unmöglich. Bei diesem Schrank habe ich daher eine an allen Ecken höhenverstellbare Auflage angebracht - z.B. als verlängerte Auflage für den Frästisch oder die Kreissäge. In der weißen Schrankoberseite sind Einschlagmuttern eingebracht. Durch die obere Siebdruckplatte gehen von oben in Sacklöcher eingelassen Maschinenschrauben, die in den Muttern höher oder tiefer geschraubt werden können. Das funktioniert tatsächlich recht gut.
Der Knubbel nach unten ist eine Kugel von einem Deo-Roller. Umgedreht kann die Platte mit drei (oder mehr) solcher Rollen als Rollenbock verwendet werden. So zumindest in der Theorie. Die Praxis ist daran gescheitert, dass Deo-Roller nicht genormt sind, jede Sorte ihre eigene Kugel-Größe hat und ich nicht mehr wusste, von welchem Deo ich diese Rolle abgemacht habe ... Seitdem sind mein Mann und ich am Durchtesten aller möglichen Deos, nur leider halten die dann doch recht lange.
Neben den Zwingen geht es unspektakulär weiter mit Führungsschienen, (ungeplantem) Holzlager, einer Hängeleiste und einem undichten Fenster. Irgendwann möchte ich das noch austauschen. Da aber sowieso nicht viel Licht durch kommt macht es im Winter auch nicht viel aus, dort mehrere Schichten Dämmung davor zu packen.
Es folgen mehr Hängeleisten, diesmal mit Werkzeugen, die ich oft brauche. Denn dieser Bereich ist direkt hinter mir wenn ich am Werktisch arbeite.
Daneben schließt ein alter Küchenschrank an. In diesem sind alle möglichen Kleber, Kleinteilmagazine und ein bisschen Kram untergebracht. Darunter hängen meine zwei Schrauben-Regale. Das sind diese günstigen Kleinteilemagazine, die es bei Aldi immer wieder mal gibt und das funktioniert für mich sehr gut. Die Menge an Schrauben, die in ein Fach passen, brauche ich lange nicht auf (und der Rest ist im Vorratslager).

