Und weiter geht es ... leider mit:
Überraschung Nr.4
Ging ja auch schon zu lange gut...
Vielleicht hatte der ein oder andere schon Bedenken bei all diesen Bohrungen ... ja, das kann gut gehen, muss aber nicht. Als ich den Korpus wieder auf den Boden gewuchtet hatte erblickte ich das Bild des Grauens:
160_Loechergebohrt.jpg
Ich habe 5 von 8 Befestigungslöchern für die Montageplatten durch den Korpus gebohrt!
Ist das denn zu fassen... ich war weder unkonzentriert, noch musste alles schnell schnell gehen. Vielleicht ein bisschen zu enthusiastisch ... *seufz*
Also: Niemals (für mehr als ein Loch) Kreppband-Tiefenstop benutzen!
Der Festool-Bohrer mit Tiefenstopp steht jetzt auf meiner Anschaffungsliste ...
Überraschung Nr.5
Und es kam noch schlimmer. Auch an den Türen ist zweimal die Spitze des Forstnerbohrers durchgekommen!
170_MehrLoecher.jpg
Dabei habe ich mir wirklich eingebildet, aufgepasst zu haben, hatte ja sogar ein Teststück gefertigt. Nun ja... eine Topfscharnierschablone für die Oberfräse steht jetzt auf meiner Bauliste ...
So was ist dann schon wirklich, wirklich ärgerlich. Aber es hilft ja alles nichts. Die Löcher sind da, da hilft nur Kitten. Der Clou-Holzkitt ist in diesem Projekt wohl mein bester Freund und Helfer. (Hoffentlich wird das jetzt nicht zur Gewohnheit)
180_BesterFreund.jpg
Nach einem Tag trocknen und abschleifen sah die Misere so aus (der untere, dunklere Punkt ist übrigens im Holz. Nur der helle Fleck ist gekittet):
220_VorOelen.jpg
Nach allen gestopften und getrockneten Löchern konnte ich heute dann auch zum Ölen übergehen. Na gut, noch nicht ganz, denn ich hatte neulich im Päckchenthread mal die Trigrips-Teile gesehen und gedacht, dass so etwas beim Ölen doch recht praktisch wäre. Nur, woher am Wochenende noch schnell solche Teile bekommen? Eine andere Lösung musste her.
Zwei kurze Bretter aus dem Restholz mussten sich stückeln lassen:
231_Lackierhilfe1.jpg
In jedes drei Löcher (vorbohren) und drei Schrauben durch:
233_Lackierhilfe2.jpg
Schon ist der Tri-Grips fertig.
234_Lackierhilfe3.jpg
Gut, die drei Spitzen sind jetzt etwas anders als beim Original, aber funktionieren tut's auch:
236_Lackierhilfe4.jpg
Geölt habe ich dann wieder wieder mit
Alchimea Hartöl Nr. 210. Vom Schuhregal hatte ich noch eine halbe Dose übrig und es soll ja auch dazu passen. Aus Mangel an Alternativen habe ich in meiner Kellerwerkstatt geölt. Für die Außenseite des Korpus, zwei Türen und eine Schubladenfront war das bezüglich des Geruchs gerade noch so erträglich (mit Staubmaske, die immerhin noch ein bisschen abgehalten hat). Aber angenehm ist anders.
Wie machen das denn die übrigen Kellerwerker hier? Oder gibt es vielleicht geruchsneutrale Öle, die sich (insbesondere im Winter) angenehmer verarbeiten lassen?
Zum Ausdünsten musste dann auf jeden Fall doch alles wieder in die Garage (wenn es die Tage gefriert gibt es ja noch einen Mann zum Eis kratzen...).
240_GeoelteLoecher.jpg
Hier noch ein erster Ausblick auf die gestopften Löcher. Die roten Pfeile verweisen auf Flickwerk, der orangene auf eine dunkle Stelle im Holz.
240_AllesGeoelt.jpg
Mal sehen, wie es nach dem Trocknen aussieht. Im Zweifelsfall kommen noch gelbe Zierstreifen (passend zur gelben Schublade) darüber.
An den Türen dagegen erkennt man so gut wie nichts mehr:
250_GeolteTuer.jpg
Als letztes musste noch die gelbe Schuladenfront fertig gestellt werden. Diese soll zur Garderobe und unserem Spiegel passen. Als wir in das Haus eingezogen sind haben wir 'schnell und günstig' eine Garderobe gebraucht. Daher habe ich kurzerhand von einer alten Garderobe den Spiegel abgeschnitten und den Rahmen und ein altes Regalbrett mit Servietten bezogen. Für 'richtige' Serviettentechnik hatte ich jedoch nicht das passende Material und daher habe ich das ganze einfach mit Buntlack gelöst. Das Ergebnis hat uns am Ende so gut gefallen, dass es immer noch hängt und der Schrank diesen Farbakzent aufgreifen soll.
300_GelberFlur.jpg
Dazu braucht man Handschuhe, einen Pinsel, Buntlack in beliebiger Farbe und Papierservietten. Beim ersten Mal hatte ich gelbe Servietten verwendet. Die Reste davon sind aber mittlerweile in der Küche aufgebraucht worden und wo bekommt man am Sonntag noch Servietten her?
Braucht es nicht - Papierhandtücher, Klopapier oder Küchenpapier geht auch. Am besten nicht das Recyclingpapier, sondern das helle (zumindest bei Gelb scheint es ansonsten gräulich durch). Und wichtig ist es die einzelnen Lagen zu trennen, sonst saugt sich das Papier nicht richtig mit Farbe voll.
360_Vorbereiten.jpg
Als Lack habe ich einen Obi-2in1 Lack verwendet. Das ist noch der Rest vom letzten Mal (weshalb ich dieser Farbe gute Haltbarkeit bescheinigen kann

). Vermutlich geht auch jeder andere Buntlack.
365_Buntlack.jpg
Die Papier-Lagen werden getrennt:
370_Papierlagen.jpg
Und es werden ein paar Fetzen vorbereitet:
380_Papierfetzen.jpg
Der Untergrund wird dann großzügig mit Lack grundiert, darauf werden die Papierstücke "aufgepinselt". Das Grundieren ist sehr wichtig, dann das Papier muss sich von allen Seiten mit Farbe vollsaugen. Nur so haftet es.
390_Aufpinseln.jpg
So arbeitet man sich dann Stück für Stück vor.
400_Pinseln.jpg
Wieviel Papier man aufpinselt, wie sehr man es Falten und Wellen schlagen lässt und wie viel Farbe man oben drauf pinselt ist eine Frage des Geschmacks (und das Ausprobierens).
Am Ende kommt dann eine strukturierte Oberfläche raus:
410_AllesGelb.jpg
420_MehrGelb.jpg
Der Lack ist vermutlich nach ein, zwei Tagen trocken. Das Alchmiea-Öl muss nach meiner Erfahrung mit dem Schuhschrank aber einige Tage (in der Garage) ausdünsten. Ich hoffe das dauert trotz der Kälte nicht viel länger als beim letzten Mal, denn dann kann ich den Schrank vielleicht sogar noch vor Weihnachten zusammenbauen.
Viele Grüße und noch einen schönen Restsonntag,
Jana
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