Kleiner Schreibtisch aus Esche
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Hallo Dirk,
ich hab das Holz nicht gemessen. Ich kann nur sagen, dass die Restfeuchte bei 11 bis 12 % lag. Das war die Feuchte vor 2 Jahren, als ich meine Hobelbank gebaut habe.
Je nach Jahreszeit variiert die Feuchtigkeit ein wenig, aber nicht mehr als 12%. Ich kann allerdings sagen, dass ich aus den Bohlen bereits Badmöbel gebaut habe und sich die Möbel seit 2 Jahren weder verformt haben noch gerissen sind. Gut unser Bad ist sehr kalt, da wir das Dachfester wegen der Feuchtigkeit immer einen Spalt offen halten, sonst hab ich Kondenzwasser an der Scheibe. Vielleicht ist das Klima ähnlich wie in meiner Scheune.
Ich achte aber darauf, dass die Teile so gefügt sind, dass die Maserung "gleich läuft". Ich versuche immer die Bretter so zufügen, dass die Orientierung der Faser gleich ist. So zieht sich das Holz gleichmäßig zusammen, oder dehnt sich gleich aus und es reißt nicht.
Bei meinem Badspiegel habe ich die Regel misachtet und habe inzwischen an einer Stelle einen 8mm großen Riss. Den werde ich irgendwann schließen müssen.
Damit die Tischplatte später sich nicht verzieht, werde ich die Beine mit der Tischplatte verzapfen. Die Tischplatte wird durchgestemmt und die Beine kammartig durchstehen lassen. Dann keile ich die Zapfen aus. Ich hoffe, dass die Tischplatte so gerade bleibt.
ich hab das Holz nicht gemessen. Ich kann nur sagen, dass die Restfeuchte bei 11 bis 12 % lag. Das war die Feuchte vor 2 Jahren, als ich meine Hobelbank gebaut habe.
Je nach Jahreszeit variiert die Feuchtigkeit ein wenig, aber nicht mehr als 12%. Ich kann allerdings sagen, dass ich aus den Bohlen bereits Badmöbel gebaut habe und sich die Möbel seit 2 Jahren weder verformt haben noch gerissen sind. Gut unser Bad ist sehr kalt, da wir das Dachfester wegen der Feuchtigkeit immer einen Spalt offen halten, sonst hab ich Kondenzwasser an der Scheibe. Vielleicht ist das Klima ähnlich wie in meiner Scheune.
Ich achte aber darauf, dass die Teile so gefügt sind, dass die Maserung "gleich läuft". Ich versuche immer die Bretter so zufügen, dass die Orientierung der Faser gleich ist. So zieht sich das Holz gleichmäßig zusammen, oder dehnt sich gleich aus und es reißt nicht.
Bei meinem Badspiegel habe ich die Regel misachtet und habe inzwischen an einer Stelle einen 8mm großen Riss. Den werde ich irgendwann schließen müssen.
Damit die Tischplatte später sich nicht verzieht, werde ich die Beine mit der Tischplatte verzapfen. Die Tischplatte wird durchgestemmt und die Beine kammartig durchstehen lassen. Dann keile ich die Zapfen aus. Ich hoffe, dass die Tischplatte so gerade bleibt.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Also ich hadere auch noch mit den gut 200 Euro für einen einigermassen brauchbaren Feuchtemesser. Bis jetzt hatte ich keinerlei Probleme mit dem Holz, dass zweieinhalb Jahre draussen getrocknet ist. Damit hab ich auch jetzt meine Hobelbank gebaut, lasse das Holz aber noch eine Weile in der Werkstatt zum akklimatisieren bevor ich auf Endmass säge und hobel.
Gruss, Klaus
Gruss, Klaus
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Danke Klaus,
daß die Holzfeuchte in der Wohnung niedriger ist, als in einer kühlen Werkstatt, ist sicherlich normal. Allerdings kann ich auch sagen, dass die Beachtung der Holzfeuchte alleine keine Garantie ist, dass später ein Möbel funktioniert. Vielmehr ist die Holzfeuchte ein Parameter von vielen, den man beachten muß.
Wichtig ist ein paar Grundregeln zu beachten. Ich hab mich mit dem Standardwerk vom Spannagel beschäftigt, wie man Möbel richtig baut. Da stehen viele Grundregeln gut erklärt. Allerdings braucht man ein gewisses Vorwissen, als Einsteigerbuch ist es nicht geeignet.
Ich habe mich auch mit ein paar Schreinern unterhalten und das Thema Holzfeuchte thematisiert. Speziell die alten Hasen sehen die Holzfeuchte bei weitem nicht so kritisch, wie mache Personen in den einschlägigen Foren. Die Holzfeuchte ist wichtig, aber sollte nicht überbewertet werden.
Anders gesagt: Die perfekte Holzfeuchte von 7 bis 8% für den Wohnraum wird nicht viel nützen, wenn man die Grundlagen vom Möbelbau misachtet.
Bei Naturholzmöbeln muß man damit rechnen, dass sie arbeiten. Speziell wenn bei Tischplatten Stirn- oder Gratleisten eingebaut werden und die Faserrichtung 90° zueinander steht, wird es zwischen Sommer und Winter ein Versatz der Fügestellen geben. Das ist normal und sollte man akzeptieren. Wer zu jeder Jahreszeit perfekte Möbel haben will muß auf Spanplatte zurückgreifen.
Aber leider kann ich mit Spanplatte nichts anfangen, lieber nehme ich ein paar Ungänzen in kauf. Dafür ist das Möbel lebendig und ein Stück Natur.
daß die Holzfeuchte in der Wohnung niedriger ist, als in einer kühlen Werkstatt, ist sicherlich normal. Allerdings kann ich auch sagen, dass die Beachtung der Holzfeuchte alleine keine Garantie ist, dass später ein Möbel funktioniert. Vielmehr ist die Holzfeuchte ein Parameter von vielen, den man beachten muß.
Wichtig ist ein paar Grundregeln zu beachten. Ich hab mich mit dem Standardwerk vom Spannagel beschäftigt, wie man Möbel richtig baut. Da stehen viele Grundregeln gut erklärt. Allerdings braucht man ein gewisses Vorwissen, als Einsteigerbuch ist es nicht geeignet.
Ich habe mich auch mit ein paar Schreinern unterhalten und das Thema Holzfeuchte thematisiert. Speziell die alten Hasen sehen die Holzfeuchte bei weitem nicht so kritisch, wie mache Personen in den einschlägigen Foren. Die Holzfeuchte ist wichtig, aber sollte nicht überbewertet werden.
Anders gesagt: Die perfekte Holzfeuchte von 7 bis 8% für den Wohnraum wird nicht viel nützen, wenn man die Grundlagen vom Möbelbau misachtet.
Bei Naturholzmöbeln muß man damit rechnen, dass sie arbeiten. Speziell wenn bei Tischplatten Stirn- oder Gratleisten eingebaut werden und die Faserrichtung 90° zueinander steht, wird es zwischen Sommer und Winter ein Versatz der Fügestellen geben. Das ist normal und sollte man akzeptieren. Wer zu jeder Jahreszeit perfekte Möbel haben will muß auf Spanplatte zurückgreifen.
Aber leider kann ich mit Spanplatte nichts anfangen, lieber nehme ich ein paar Ungänzen in kauf. Dafür ist das Möbel lebendig und ein Stück Natur.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
In der Wohnung wird es weiter trocknen, aber wenn holzgerecht baust, dann passiert da nichts.
Gruß Dirk
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Hallo Dirk,Dikado hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 20:55 In der Wohnung wird es weiter trocknen, aber wenn holzgerecht baust, dann passiert da nichts.
ja hab ich vor. Ansonsten wird das nix.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Servus Claus,
ja, dem kann ich aus Erfahrung und von Herzen zustimmen

Gruss und gutes Gelingen
Klaus
... und Danke, dass Du uns daran teilhaben lässt
ja, dem kann ich aus Erfahrung und von Herzen zustimmen
Ja, wahre Worte - sehr wahre WorteClaus P hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 20:13 Anders gesagt: Die perfekte Holzfeuchte von 7 bis 8% für den Wohnraum wird nicht viel nützen, wenn man die Grundlagen vom Möbelbau misachtet.
Gruss und gutes Gelingen
Klaus
... und Danke, dass Du uns daran teilhaben lässt
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Kleines Update...
Ich war heute Vormittag in der Werkstatt und hab die verleimte Platte aus der Leimpresse genommen. Der PU- Leim ist ausgehärtet und die Stellen, an denen der Leim ausgetreten ist, habe ich mit einer Stoßspachtel entfernt. Die habe ich schon seit Jahrzehnten im Einsatz und ist dem entsprechend abgenutzt.
Mehr mach ich heute an der Platte nicht. Die wird dann nächste Woche ausgehobelt und formatiert.
Dann ging es noch mit dem Füllen von einem Seitenteil weiter. Das mache ich diesmal mit Epoxy. Bei den kalten Temperaturen ist das Epoxy zäh wie Honig. Das ist nicht unbedingt schlecht, weil es nicht so schnell auseinanderläuft und die Fugen besser füllt.
Damit beim Trocknen genug Epoxy vorhanden ist, habe ich mit Klebeband an manchen Stellen eine Art "Wanne" geklebt. Wichtig ist, dass auch die Risse auf der Unterseite abgeklebt werden. Ich hab da schon ein böses Erwachen gehabt. Wenn ein Riß durch die ganze Platte geht, dann tropft auf der Unterseite das Epoxy raus und dann gibts eine riesen Sauerei. Deswegen ist hier sauberes Arbeiten wichtig.
Das Mischungsverhältnis ist 2:1 (also 2 Teile Epoxy (Epoxidharz) und 1 Teil Härter). Damit das ganze nicht farblos transparent wird, nehme ich Schleifstaub und mische ihn in dem Verhältnis unter, wie ich den Farbton haben möchte. Jeweniger, desto heller. In dem Fall nehme ich Eschenschleifstaub.
In dem Glas sieht man dann, wie das ganze aussieht. Die Konsistenz kann man sich vorstellen wie Honig. Wenn es kälter ist, dann ist die Viskosität höher. Das heißt die Masse ist zähflüssiger und hat eher die Konsitenz wie kristallisierter Honig. Hier sieht man das Ergebnis, wenn das Epoxy aufgetragen ist.
Damit dann das Harz besser in die engen Risse fließt, habe ich einen Heißluftfön genommen, niedrige Stufe eingestellt und das Epoxy erwärmt. So wird es dünnflüssig und setzt sich in jede kleine Fuge. So kann man geziehlt das Epoxy dort hin blasen, wo man es haben will.
Auch ein Vorteil: Durch das Erwärmen wird das Epoxy so dünnflüssig und Luftblasen sehr leicht entgasen. So wird das Epoxy transparent. Man muß nur aufpassen, dass das Epoxy nicht zu heiß wird, damit es nicht verbrennt. Aber den Dreh hat man sehr schnell raus und kann mit der Flüssigkeit und dem Föhn "spielen"
Die Aushärtezeit beträgt zwischen 12 und 18 Stunden. Unter den Verarbeitungshinweisen steht 24 Stunden. Aber erfahrungsgemäß reichen 12 Stunden oder über Nacht das Teil liegen lassen. Am nächsten Tag ist das Epoxy hart. Die hohen Stellen ebne ich mit dem Bandschleifer und einem groben Schleifband (24er Körnung) ein. Das geht sehr schnell. Danach geht es in die Dicke und ans Aushobeln. Aber das ist dann eine Tätigkeit für nächste Woche.
Vielleicht gehe ich später nochmal raus und räume noch ein wenig auf. Aber wenn man länger in der Scheune arbeitet und sich wenig bewegt, dann wirds schon frisch.
Ich war heute Vormittag in der Werkstatt und hab die verleimte Platte aus der Leimpresse genommen. Der PU- Leim ist ausgehärtet und die Stellen, an denen der Leim ausgetreten ist, habe ich mit einer Stoßspachtel entfernt. Die habe ich schon seit Jahrzehnten im Einsatz und ist dem entsprechend abgenutzt.
Mehr mach ich heute an der Platte nicht. Die wird dann nächste Woche ausgehobelt und formatiert.
Dann ging es noch mit dem Füllen von einem Seitenteil weiter. Das mache ich diesmal mit Epoxy. Bei den kalten Temperaturen ist das Epoxy zäh wie Honig. Das ist nicht unbedingt schlecht, weil es nicht so schnell auseinanderläuft und die Fugen besser füllt.
Damit beim Trocknen genug Epoxy vorhanden ist, habe ich mit Klebeband an manchen Stellen eine Art "Wanne" geklebt. Wichtig ist, dass auch die Risse auf der Unterseite abgeklebt werden. Ich hab da schon ein böses Erwachen gehabt. Wenn ein Riß durch die ganze Platte geht, dann tropft auf der Unterseite das Epoxy raus und dann gibts eine riesen Sauerei. Deswegen ist hier sauberes Arbeiten wichtig.
Das Mischungsverhältnis ist 2:1 (also 2 Teile Epoxy (Epoxidharz) und 1 Teil Härter). Damit das ganze nicht farblos transparent wird, nehme ich Schleifstaub und mische ihn in dem Verhältnis unter, wie ich den Farbton haben möchte. Jeweniger, desto heller. In dem Fall nehme ich Eschenschleifstaub.
In dem Glas sieht man dann, wie das ganze aussieht. Die Konsistenz kann man sich vorstellen wie Honig. Wenn es kälter ist, dann ist die Viskosität höher. Das heißt die Masse ist zähflüssiger und hat eher die Konsitenz wie kristallisierter Honig. Hier sieht man das Ergebnis, wenn das Epoxy aufgetragen ist.
Damit dann das Harz besser in die engen Risse fließt, habe ich einen Heißluftfön genommen, niedrige Stufe eingestellt und das Epoxy erwärmt. So wird es dünnflüssig und setzt sich in jede kleine Fuge. So kann man geziehlt das Epoxy dort hin blasen, wo man es haben will.
Auch ein Vorteil: Durch das Erwärmen wird das Epoxy so dünnflüssig und Luftblasen sehr leicht entgasen. So wird das Epoxy transparent. Man muß nur aufpassen, dass das Epoxy nicht zu heiß wird, damit es nicht verbrennt. Aber den Dreh hat man sehr schnell raus und kann mit der Flüssigkeit und dem Föhn "spielen"
Die Aushärtezeit beträgt zwischen 12 und 18 Stunden. Unter den Verarbeitungshinweisen steht 24 Stunden. Aber erfahrungsgemäß reichen 12 Stunden oder über Nacht das Teil liegen lassen. Am nächsten Tag ist das Epoxy hart. Die hohen Stellen ebne ich mit dem Bandschleifer und einem groben Schleifband (24er Körnung) ein. Das geht sehr schnell. Danach geht es in die Dicke und ans Aushobeln. Aber das ist dann eine Tätigkeit für nächste Woche.
Vielleicht gehe ich später nochmal raus und räume noch ein wenig auf. Aber wenn man länger in der Scheune arbeitet und sich wenig bewegt, dann wirds schon frisch.
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Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Claus
Claus
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Hallo Claus,
das mit dem Epoxidharz ist schon interessant, wie ist es mit den Überständen könnte man die bspw. auch mit einer Dübelsäge entfernen oder ist abschleifen besser ?
das mit dem Epoxidharz ist schon interessant, wie ist es mit den Überständen könnte man die bspw. auch mit einer Dübelsäge entfernen oder ist abschleifen besser ?
Gruß Christian
Sauberes Werkzeug, saubere Arbeit
Sauberes Werkzeug, saubere Arbeit
Re: Kleiner Schreibtisch aus Esche
Hallo Claus,
Das ist sehr interessant.
Das ist sehr interessant.
