Aus Pumuckels Werkstatt

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pumuckel
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von pumuckel »

michaelhild hat geschrieben: Do 24. Sep 2026, 06:50 Und dann noch aus Nadelholz.
Wenn ich daraus was mache bin ich hinterher gefühlt länger mit dem Bügeleisen beschäftigt, als mit dem Bau. :)
Das steht mir noch bevor. Die fertigen Teile hatte ich gestern schon mal gewässert. Ein paar kleinere Dellen und Schrammen habe ich dabei auch schon bbemerkt.Mal schauen wie es nachher aussieht. Wenn es geht, versuche ich weiche Nadelhölzer auch zu meiden. Die Bearbeitung macht nicht wirklich Spaß, aber diesmal ging es nicht anders.
Gruß Michael
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Sebastian
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von Sebastian »

Auch ohne Rückwand ein sehr schönes Regal. Ich bin fasziniert, wie weit du an einem Tag gekommen bist.
live long and prosper
Sebastian
pumuckel
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von pumuckel »

Sebastian hat geschrieben: Do 24. Sep 2026, 21:02 Auch ohne Rückwand ein sehr schönes Regal. Ich bin fasziniert, wie weit du an einem Tag gekommen bist.
Hallo Sebastian
Das war nicht die Arbeit von einem Tag. Das schaffe ich nicht mit zum größten Teil Handwerkzeug. Bis jetzt kam nur einmal die Oberfräse zum Einsatz.
Ich hatte letzte Woche schon begonnen, als wir wegen eines Regentages nicht an der Treppe weitermachen konnten. Und seit Montag jeden Tag für ein paar Stunden.
Gruß Michael
Zuletzt geändert von pumuckel am Do 24. Sep 2026, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.
pumuckel
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von pumuckel »

Kleines Update
Heute habe ich das fehlende Stück für die Füllung angeleimt. Mit Expressleim, da ich da heute noch mit weitermachen wollte.
20260924_194156.jpg
Danach die gestern gewässerten Einzelteile geschliffen.
20260924_194116.jpg
Inzwischen war die Füllung dann auch soweit, dass ich dort weitermachen konnte. Zunächst alles beigehobelt und dann nochmal mit dem Putzhobel über die gesamte Fläche. Das sind dann so die Momente, wo ich die Ausgaben für den Lie Nielsen Nr.4 nicht bereue. Egal ob mit oder gegen die Faser (halt Leimholz), die Ergebnisse sind immer wieder überzeugend. Mit der Faser schön glänzend, gegen die Faser zumindest so glatt, dass man nur noch kurz drüberschleifen muss. Minimale Ausrisse im Bereich der Äste.
20260924_202247.jpg
Die Füllung wollte ich abgeflacht haben. Also Schweizer Kante anders herum, zur Mitte hin abgesetzt. Dazu habe ich mal etwas, für mich Neues ausprobiert. Zunächst mit dem Nut- und Federhobel eine Feder angehobelt.
20260924_205428.jpg
20260924_211200.jpg
Das war dann meine Bezugskante für die Abflachung. Ich finde es so angenehmer, als immer nach dem Riss zu schauen. Zunächst etwas mehr Arbeit, aber man sieht dann beim nächsten Arbeitsschritt viel besser, wie weit man noch hobeln kann. Die erste Seite hat dann auch schon gut geklappt.
20260924_215400.jpg
Morgen oder nächste Woche geht es dann weiter.
Gruß Michael
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Mario
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von Mario »

Moin
Ich mach`s mir mal einfach... :Daumen:

Grüße Mario
Claus P
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von Claus P »

Guten Morgen Michael,

sehr interessant, was du da machst. Das mit der Schweizer Kante andersrum habe ich nicht so richtig verstanden. Aber ich versuche es mal mit meinen Worten zu erklären.
Du willst praktisch außen, dass die Falzhöhe bleibt und zur Mitte hin aushobeln, damit eine "versenkte" Pyramide entsteht. Ich kann mir nicht vorstellen wie das geht, weil du kannst ja mit dem Hobel nicht konkav hobeln.
Anders herum wäre das klar, dass du bis zur Falztiefe der Feder hobelst und in der Mitte eine Pyramide stehen läßt.

Wie immer sehr saubere Arbeit. Mit den Hobeln kann ich dir nur zustimmen. Das A und O ist ein scharfes Messer, dann kann man damit auch gegen die Faser hobeln und man bekommt kaum Ausrisse.

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
pumuckel
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von pumuckel »

Moin Claus
Da habe ich mich unglücklich ausgedrückt, merke ich gerade. Es ist im Prinzip eine sehr flache Schweizer Kante, bis auf den kleinen Absatz. Nur macht man ja eine Schweizer Kante nicht auf der Sichtseite (obwohl ich das auch schon gesehen hatte). Man will mit ihr ja meistens ein schlankeres Aussehen erreichen, z.B. bei Tischplatten durch anhobeln an der Unterseite.
Konkav werde ich es nicht mehr aushobeln, auch wenn ich die entsprechenden Hobel dafür hätte. Daa sind aber zum einen sehr alte Hobel und die Eisen sind noch von einer sehr weichen Qualität. Um damit eine gute Qualität der Oberfläche, gerade im Leimholz und quer zur Faser zu erreichen, müsste ich dauernd nachschärfen und für weiches Holz auch den Fasenwinkel ändern. Habe ich keine Lust zu. Wäre es anderes Holz hätte ich es vielleicht riskiert.
Der andere Punkt ist, mir fehlt auch die Übung mit diesen Hobeln und die Gefahr, dass ich es dann doch noch versemmel, war mir zu groß. Es bleibt also so, wie es jetzt ist, nur noch komplett rundherum.
Noch was zu den Hobeln. Es gibt schon noch einen Unterschied zwischen Lie Nielsen und vielen anderen Hobeln. Auch wenn der nicht so groß ist, wie oft behauptet wird. Es sind nur noch kleine Unterschiede, die man aber teuer bezahlt. Ich habe ja auch mit den alten Stanley (USA) angefangen. In den meisten Fällen war da auch kein Unterschied sicht- oder fühlbar. Erst in schwierigen Fällen, z.B gegen die Faser oder bei unterschiedlichen Faserverläufen und Holzhärten, wie bei Wurzelholz, merkt man dann den Qualitätsunterschied. Ähnlich gute Ergebnisse wie mit den Lie Nielsen, habe ich bisher nur mit Ulmia Reformputzhobel mit verstellbarem Hobelmaul erreichen können. Japanische Hobel sollen das noch etwas besser können, habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Gruß Michael

P.S. Mit Hock Eisen sind die Stanley Hobel aber schon nah an den Lie Nielsen dran.
Claus P
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von Claus P »

Guten Morgen Michael,

vielen Dank für deine Erklärung. Jetzt ist das mit der Schweizer Kante umgekehrt klar. Vielleicht hatte ich einfach nur einen Knoten in meinen Gedanken.

Bei den Hobeln bin ich ganz deiner Meinung. Das was du schreibst, kann ich voll und ganz bestätigen.
Im normalen Gebrauch tut es ein günstiger Hobel. Erst wenn es wirklich anspruchsvoll wird, merkt man die Unterschiede deutlich. Ich habe einen Hobel Größe 4 mit einem Fritsche Hobeleisen. Das ist mein Lieblingshobel. Das Messer läßt sich sehr sehr scharf schärfen und abziehen (auch mit Wasser- oder Ölstein) und man kann - genau wie du beschreibst - gegen die Faser hobeln, ohne dass es zu Ausbrüchen kommt. Kein Bailey oder Stanley - Eisen kommt an die Qualität von dem Fritscheeisen heran.
Die Hobeleisen aus HSS, die ich dieses Jahr im Februar gefertigt habe kommen an das Fritscheeisen heran. Allerdings ist durch die harten Carbide der Aufwand, bis das Eisen wirklich rasiermesserscharf ist, deutlich größer. Ohne Diamantplatten geht da nichts zu schärfen, mit geht es ganz gut.
Der Vorteil von den HSS- Eisen ist die Standzeit. Die bleiben einfach länger scharf.

Aber, wenn ich ehrlich bin, dann sind die Unterschiede marginal, wenn auch bei problematischen Arbeiten entscheidend. Ich arbeite ja viel mit Maschinen und verpasse der Oberfläche nur das letzte Finish mit der Hand oder mit dem Exzenter. Wenn ich ausschließlich mit Handhobeln arbeiten würde, wäre mir der Hobel mit Fritscheeisen der liebste. Dazu fehlt mir aber auch die Geduld und zugegeben auch die Übung.

Beim Verarbeiten von Esche und aushobeln von Bohlen mit Ästen und um die Äste herum ist der Unterschied bei der Qualität der Hobeleisen sehr deutlich. Um die Äste herum wechselt die Richtung der Faser. Da scheidet sich die Spreu vom Weizen. Bei den Hobeln (egal ob Holz oder den englischen) mit Standardeisen habe ich Probleme eine saubere Oberfläche hinzubekommen. Das Maul ist meist nicht einstellbar.
Ich bin überzeugt, dass die Dicke des Hobeleisens einen großen Einfluss auf die Oberfläche hat. Die HSS- Eisen sind 3mm dick. Deswegen mußte ich das Maul von den englischen Hobeln ein bisschen ausfeilen, damit ich das Eisen überhaut erst montieren kann. Durch das sehr enge Maul und den sehr scharfen Eisen wird die Oberfläche einfach besser und Ausbrüche geringer. Der billige Handyman mit HSS Eisen übertrifft so sehr deutlich die Standard Bailey mit Stanley- Eisen.
Das ist beim Fritsche übrigens auch so, dass das Hobelmaul sehr eng ist. Der ist nur zum Verputzen gut. Bei groben Spänen verstopft das Hobelmaul, wei die Öffnung einfach zu klein ist. Deswegen nehme ich für unterschiedliche Aufgaben auch unterschiedliche Hobel. Einmal eingestellt verändere ich die Einstellung möglichst nicht mehr. So klappt das ganz gut und die Hobel erfüllen je nach Aufgabe ihren Zweck.

Ich höre jetzt auf, sonst endet das ganze noch in einer Grundsatzdiskussion und ich möchte dir deinen Post nicht kaputt machen. Vielleicht mache ich dazu einen eigenen Post auf, wo man darüber philosophieren kann.
Liebe Grüße aus der Oberpfalz

Claus
pumuckel
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von pumuckel »

Alles gut, Diskussionen finde ich immer wichtig. Und ich gebe dir voll und ganz recht. Die Dicke der Eisen scheint da einen beträchtlichen Anteil dran zu haben, aber auch das verwendete Material. Nur mit den HSS Eisen bin ich nicht ganz so glücklich, wie mit anderen. Aber der Unterschied ist wirklich marginal.
Gruß Michael
pumuckel
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Re: Aus Pumuckels Werkstatt

Beitrag von pumuckel »

Es ging dann heute doch noch etwas weiter. Mir hatte die Anmerkung von Claus (konkave Form) keine Ruhe gelassen und habe dann heute doch probiert eine geschwungene Form herzustellen. Habe mich dann für eine leicht konvexe Form entschieden. Mehr hätte die Materialstärke nicht hergegeben. Mit etwas nachschleifen hat es dann auch gut geklappt. Die Rückseite der Rückwand hat einfach nur eine Falz bekommen. Wochenende wird nichts weiter passieren, da wollen wir das gute Wetter nochmal zum Fahrrad fahren nutzen. Ich denke Montag geht es weiter mit den beiden Schubladen. Wünsche ein schönes Wochenende
Gruß Michael
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